Nachrufe

 

Eva Probst

 

verstarb am 19. November 2018 im Alter von 88 Jahren. Entsprechend ihrer Bekanntheit gab es dazu ungezählt viele Erinnerungsberichte in der Presse zu ihr, was wir freudig anerkannten.

Wer neugierig dazu ist google sie bitte. Die vermutlich umfassendste Info fanden wir unter

www.steffi-line.de/archiv_text/nost_film50_deutsch/92_probst.htm,

wie auch bei wikipedia.org/wiki/Eva_Probst.

Aus vielen Heimatfilmen der 1950er Jahre blieb sie vielen älteren bekannt und vertraut, doch war sie als Schauspielerin bis in die 1990er Jahre aktiv, spielte in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mit, wodurch sie auch jüngeren bekannt blieb und stand mit Johannes Heesters († 2011) auf der Theaterbühne.

In unserer Künstlerkolonie war sie eine liebe und beliebte Nachbarin, nicht wenigen gute Freundin, – die in den letzten Jahren mehr und mehr auf ihren Stock zum Gehen angewiesen war und zunehmend Schwierigkeiten hatte sich damit zu Recht zu finden. Vor zwei Jahren zog sie dann in ein betreutes Wohnen und wollte (nach den Berichten ihrer Tochter) dann zunehmend nicht mehr, hörte auf zu essen und wollte sich verabschieden.

Ihr relativ langes Leben war sicher nicht immer einfach und es gilt ihr viel anzuerkennen, – sowohl ihr jahrzehntelanges schauspielerisches Wirken, wie ihr persönliches Leben aus dem sie ihre Tochter bei uns in unserer Künstlerkolonie groß zog, wie zu vielen anderem ihres Wirkens, dass sie steht’s bat als privat/anonym zu achten, dem wir bis heute zu ihrem Andenken folgen möchten.

Hierzu gerhört auch ihre Liebschaft mit/zu Harald Junke, wozu die „Klatschpresse“ damals viel berichtete und der daraus damals oft in unserer KünstlerKolonie war.

Als ich sie 2015 persönlich kennenlernte, sprach sie lächelnd als inzwischen alt-erfahrene Frau darüber zu mir und deute (mir) an, wie das damals, zu ihrer Jugend, für sie sicher ein schönes Erlebnis war und die „Klatschpresse“ das zugleich für sie, wie ihn, nicht nur „ausschlachtete“, sondern beiden zu ihrer Anerkennung half? Ja, das Fragezeichen dazu war deutlich heraus zu hören.

Später heiratete sie, gebar eine Tochter und zu ihrem Ehemann, wie zu ihrer Tochter, suchte sie folgend eine schützende Anonymität, die alle unseres Vereins respektierten.

In den späten 80er und folgend in den 90er Jahren half und unterstützte sie unseren Verein, wozu wir uns herzlich bedanken.

Nach einigen Umbrüchen in unserem Verein dufte ich sie ab 2014/15 wieder zu uns/unserem Verein einbinden und freute mich sehr zu ihr so etwas wie ein persönliches Kennenlernen fortentwickeln zu können.

Doch in 2016 fiel ich aus eigenen gesundheitlichen Gründen weitgehend aus und in 2017 erreichte ich sie plötzlich leider nicht mehr.

Unerwartet erfuhren wir aus der Presse, dass und wie sie nicht mehr wollte und sich zu uns allen verabschiedete.

Sicher gilt es das achtsam zu respektieren, doch folgt dem unser Leid sie als liebe Freundin verloren zu haben. Uns, unserem Verein bleibt nur unsere Trauer und unser aller achtsames Andenken an sie.

 

 

Klaus Neumcke – ein Sänger mit “Brüchen”
Ein Nachruf

Wohnhaft in der Künstlerkolonie, Bonner Str. 1a von 1980 bis 2006

 

Klaus Neumcke

Sein Leben war voller Brüche. Der am 24. März 1931 geborene Klaus Neumcke entstammte zwar einer Familie, in der Musik großen Stellenwert hatte – Mutter Sängerin, Großvater Cellist in der Dresdner Staatskapelle – jedoch war sein persönlicher Weg zum Sänger, als erstes von vier Kindern in einem sehr konfliktreichen Verhältnis zum Vater, kein einfacher.

So lernte er auch erstmal den Beruf des Uhrmachers, bevor es nach dem Gesangsstudium in die harte Schule von Walter Felsenstein an der Komischen Oper in Berlin ging. Von dort kam er – damals noch als Bariton – an kleine Theater der DDR, um viele Fachpartien in Oper und Operette zu singen.

Die für ihn sicher am beeindrucktesten und prägenden Erlebnisse in dieser Zeit waren die gemeinsamen Vorstellungen mit dem berühmten Tenor Helge Roswänge, mit dem er einige Male auf der Bühne stand; z.B. als René in Verdis „Maskenball“.

Sein ganzes Leben hat Klaus Neumcke diesen Sänger sehr verehrt und viel von ihm erzählt.

Am gleichen Theater verbandelt mit einem Operetten-Tenor wurde es in der damaligen DDR doch etwas zu eng, und kurz vor dem Mauerbau entkamen die Beiden rechtzeitig nach West-Berlin.

Die ganz anderen Anforderungen und das „Nicht-mehr-an-die-Handgenommensein“ führten nun zum ersten Bruch. Nicht nur, dass der Lebenspartner völlig überraschend starb, es lief auch einfach nicht so weiter, wie man es gewohnt war. Auch zeichnete sich ein Fachwechsel vom Bariton zum Tenor ab, und man musste sich um Engagements kümmern. Nach einigen Stückverträgen und weiterer Ausübung seines Erstberufes griff Klaus Neumcke dann zur sicheren Stelle eines Chor-Tenores am Theater des Westens.

Mit der so erlangten „Rückenfreiheit“ entfaltete Klaus Neumcke dann bis in die 90er-Jahre viele Initiativen, sang viele klassische Konzerte, schrieb Drehbücher für Filme, gründete einen Opern-Verein namens „Opera piccola“, in dem viele junge Sänger ihre ersten Schritte tun konnten. Er zeichnete sich stets durch sein großes soziales Engagement aus.

Die „Opera piccola“ wurde nach einigen Jahren in den Verein KünstlerKolonie Berlin e.V. integriert, hat aber nach insgesamt zehn Jahren unter der engagierten und fachlichen Leitung von Klaus Neumcke die Arbeit nicht weiterführen können. Klaus hatte aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit aufgegeben.

Der nächste große Bruch kam durch einen völlig überraschenden Schlaganfall 2005, der ihn fast aller seiner künstlerischen Möglichkeiten beraubte. Mit dem Singen war es durch die Lähmungserscheinungen mit einem Schlag zu Ende, und der so umtriebige Mensch war von da an sehr an sein zu Hause gefesselt.

Nach verschiedenen Lebenspartnern seit der Zeit der 60er Jahre, stand nun aber bis zu seinem letzten Tag der Mann an seiner Seite, mit dem er schon länger verbunden war und mit dem er zwei Jahre vor seinem Tod den Lebensbund einging. Sein Ehemann pflegte ihn, als weitere Schlaganfälle ihm die Freude am Leben nach und nach genommen haben und am 2. Januar 2015 das Leben selbst.

Mit Klaus Neumcke ist einer von uns gegangen, der seltsam altmodisch, aber auch unglaublich liebenswürdig, stets fröhlich mit seinen Mitstreitern, sehr selbstlos seine Lebenszeit in die Theaterwelt gegeben hat.

Mit Lachen und Weinen, wie es auch der Ring darstellte, den er – selbstgefertigt – stets am Finger trug.  

 

 

Holger Münzer

Holger und Gertrude Münzer als Duo Holger & Tjorven (1966)

Nachruf auf unseren ersten Vorsitzenden des Vereins KünstlerKolonie Berlin e.V., der am 14. Mai 2017 verstarb. Holger Münzer war am 14 Februar 1939 in Meßkirch geboren.

Holger Münzer war von 1967 bis 1972 mit der Sängerin und späteren Buchautorin Penny McLean (auch: Barbi Münzer, Gertrude Münzer, geborene Wirschinger) verheiratet.

Einst, Anfang der 1980er Jahre, begann Cut Lutz unsere Künstlerkolonie wieder in die allgemeine (damals Westberliner) Aufmerksamkeit einzubringen. Durchaus erfolgreich mit Straßenfesten und daraus folgend mit viel Presseberichterstattung, wie auch dem Verbinden soo vieler dort wohnender Künstler/innen.

Diesen Erfolg in „organisierte Bahnen“ einzubringen überließ er anderen. So bildete sich unser Verein Mitte der 1980er Jahre unter Leitung unseres ersten Vorsitzenden Holger Münzer. Mit viel Unterstützung von Lisa Kiele brachte er folgend nicht nur viele Presseberichte zu uns ein, sondern auch unterschiedlichste, wichtige Anstrengungen zum Erhalt der international einmaligen Wohnsituation so vieler Künstler/innen in angestrebt, friedlicher, gemeinsamer Nachbarschaft mit- und zueinander zu verbinden.

Es gelang ihm auch einen Freundeskreis aus Bewohnern unserer Künstlerkolonie, wie anderwärtigen Freunden/innen einzuwerben, woraus es möglich wurde,  in Zusammenarbeit mit unserem Kulturamt, die alte Tradition aus unserer Künstlerkolonie wieder aufzunehmen, Künstler/innen mit möglichst vielen Nachbarn persönlich zusammen zu bringen/miteinander bekannt zu machen, damit „man sich kennen lernt“ und zueinander eine möglichst friedliches nachbarschaftliches Leben zu suchen.

Holger Münzer war eine sehr interessante Persönlichkeit, sowie ein unermüdlicher und engagierter Kämpfer zum Erhalt unserer Künstlerkolonie, wie auch zum Aufbau unserer historischen Berichterstattung zu dieser.

Die daraus entstammende Tradition Künstler/innen (damals aus ganz West-Berlin) nachbarschaftlich mit möglichst vielen weiteren Nachbarn/Anwohnern zusammen zu bringen setzte er mit großem Engagement um und etablierte unsere sehr gute Zusammenarbeit mit unserem kommunalen Kulturamt, dass uns dazu dankenswerter Weise unterstütze. Über lange Jahre gelang es ihm über unseren Verein KünstlerKolonie Berlin e.V. nicht nur viele Bewohner/innen einzubeziehen, sondern auch immer wieder Mitstreiter/innen einzuwerben, – womit er u.a. unsere freundschaftliche Zusammenarbeit mit und zur GDBA, der Deutsch-jüdischen-Gesellschaft, wie der Ernst-Busch-Gesellschaft uns vielen anderen etablierte. Hierzu gilt es ihm sowohl unsere Anerkennung, wie Achtung auszusprechen.

Wir danken ihm für sein grosses Engagement und Gedenken seinen Erfolgen.

Alwin Schütze