Buchempfehlungen

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Das zertretene Angelspiel
Eine Berliner Kindheit nach 1945
Klartext-Verlag, Essen 2003

 

Dirk Cornelsen beschreibt die Folgen eines tragischen und dramatischen Kinderschicksals bei Kriegsende die er auch als Bewohner der Berliner Künstlerkolonie gemacht hat und erzählt sehr persönlich und trotz zum Teil tragischer Erlebnisse oft witzig von einer Berliner Kindheit und Jugend in den Jahren 1946 bis 1955.


 

Der Kaiser vom Alexanderplatz
Bäßler Verlag, 2015

Horst Pillau erzählt die Geschichte des Kneipenwirts Wilhlem Kaiser, genannt Kaiser Wilhelm, dessen Einsatz und Erfindungsgeist in den letzten Kriegswochen 1945 unter Beweis stellen, dass man auch in schweren Zeiten das Leben mit Humor meistern kann. Den Gästen seiner ‘Kaiserstuben’ und seinen Freunden steht er mit Rat und Tat zur Seite und versorgt sie in kargen Zeiten mit Waren des Schwarzmarktes. Auch den Menschen, mit denen er nicht befreundet ist, hilft er, wobei sich die Hilfe später als ganz anders erweist als sie sich vorgestellt haben.

 


Künstlerkolonie Wilmersdorf: Berliner Orte
be.bra Verlag, 2016

Die Künstlerkolonie in der Nähe des Breitenbachplatzes ist seit den 1920er¬Jahren Heimstatt für viele Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle. Der Liedermacher Manfred Maurenbrecher wohnt dort seit Jahrzehnten begibt sich in diesem Buch auf eine historische Spurensuche, die viel über das Zusammenleben der Bewohner und den Zusammenhang zwischen Architektur und Lebensform verrät. Der Spaziergang durch die Geschichte der Künstlerkolonie ist dabei zugleich ein Streifzug durch das bürgerliche West-Berlin.


Künstlerkolonien

Ein Führer durch Deutschland, die Schweiz, Polen und Litauen

Nicole Bröhan, parthas Verlag Berlin, 2017

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden als Reaktion auf die Industrialisierung der Städte zahlreiche Künstlerkolonien auf dem Lande. Für die Anziehungskraft, die diese Orte auf viele Künstler ausübten, gab es eine Reihe von Gründen: Hier war es weit billiger, neben den Wohnräumen noch ein Atelier zu unterhalten, und auch die Lebenshaltungskosten waren niedriger, da man bei den benachbarten Bauern Lebensmittel erwerben konnte. Zudem war es möglich, einer etwas freieren und unkonventionellen Lebensweise nachzugehen, da man weniger unter Beobachtung stand. Dazu kam die Möglichkeit des regelmäßigen Austauschs mit Gleichgesinnten und die besseren Voraussetzungen, wenn man sich als Gruppe oder stilbildende Richtung gemeinsam vermarktete. Nicht selten entstanden so aus einer gemeinsamen Planung Gruppenausstellungen. Man denke nur an das bayerische Murnau und den Kreis um Gabriele Münter, Wassily Kandinsky und Frank Marc, die mit der Künstlergemeinschaft »Blauer Reiter« für Furore im Kunstbetrieb sorgten.

Nicole Bröhan präsentiert anschaulich und informativ alle sehens- und besuchenswerten Künstlerkolonien im deutschsprachigen Raum, von Ahrenshoop im östlichen Norden bis Sils Maria in den Schweizer Bergen.


Am Anfang war Gewalt:
Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik
Mark Jones, Propyläen Verlag; 2017

Der Historiker Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabubrüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozialdemokratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend – bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes.
 
Anhand neu erschlossener Archivquellen, darunter zahlreiche Berichte von Zeitzeugen, führt Mark Jones den Leser an die Orte der staatlich legitimierten und ausgelösten Gewaltexzesse dieser Zeit und lässt die Stimmen der Täter, ihrer Opfer und deren Familien lebendig werden.


Revolution und Fotografie Berlin 1918/19 

Verlag Dirk Nishen. 1989


Die Revolution von 1918/19:
Der wahre Beginn unserer Demokratie

Wolfgang Niess, Europa Verlag, 2017

Der Aufstand beginnt bei der deutschen Hochseeflotte, als Matrosen sich weigern, trotz der bereits feststehenden Kriegsniederlage zu einem letzten Gefecht gegen die britische Royal Navy auszulaufen. Er verbreitet sich in wenigen Tagen über das ganze Deutsche Reich und erreicht am 9. November 1918 Berlin. Hunderttausende Arbeiter demonstrieren, die Garnisonen schließen sich an, der Reichskanzler gibt die Abdankung des Kaisers bekannt, die Monarchie bricht zusammen, die Republik wird ausgerufen. Ziel der Revolutionsbewegung ist nicht die Diktatur des Proletariats. Sie will den preußischen Militarismus und die Reste des Kaiserreichs in Verwaltung, Justiz, Schulen und Universitäten beseitigen und eine von Grund auf demokratische Gesellschaft schaffen. Die Angst vor einer bolschewistischen Weltrevolution verhindert schließlich, dass der vorhandene Spielraum zu einer wirklichen Entmachtung der etablierten Kräfte genutzt wird, aber die erste Demokratie in Deutschland ist erfolgreich installiert. Wolfgang Niess schildert so lebendig wie sachkundig die friedliche und erfolgreiche Revolution, der wir die erste deutsche Republik verdanken. Zudem macht er deutlich, warum sie bis heute weitgehend verkannt, instrumentalisiert oder vergessen wurde. Die Zeit ist reif, sie als größte Massenbewegung in der deutschen Geschichte zu würdigen.


Meine Geschichte der DDR
Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2008

Wolfgang Leonhard, ehemaliger Bewohner der Berliner Künstlerkolonie und Autor des Bestsellers «Die Revolution entlässt ihre Kinder», ist der letzte Überlebende der legendären «Gruppe Ulbricht». Mit ihr kehrte er 1945 aus dem Moskauer Exil in die spätere DDR zurück, um den Sozialismus aufzubauen. Vier Jahre später floh er jedoch enttäuscht in den Westen. In diesem Buch beschreibt er auf ganz persönliche Weise den Aufstieg und Fall eines Staates. Zugleich zeichnet er ein authentisches Bild führender DDR-Persönlichkeiten, mit denen er gut bekannt war, unter ihnen Wilhelm Pieck, Walter Ulricht, Erich Honecker und Markus Wolf. Ein lebendiger Bericht eines Zeitzeugen, der Geschichte geschrieben hat.


Nur der junge König Lear hat noch was zu lachen…
Aus dem Innenleben der Theater- und Bühnenwelt

von Gerta Stecher (Autor), Cleo P Kurze (Illustrator), 
Gabriele Lattke (Illustrator), Burkhard Baltzer, trafo, 2007

Die in diesem Band veröffentlichten Texte sind Arbeiten aus den letzten fünf Jahren, sie spiegeln den Werdegang in den jeweiligen Kunstinstitutionen deutschlandweit wieder. Es sind Reportagen, Prosatexte, Features und Interviews, die ich für die Zeitschrift Kunst & Kultur, die nmz (Neue Musikzeitung) und für Rundfunksender wie DeutschlandRadio Berlin produziert habe. In diesem Journalistenberuf, zumal als ‘Freie’, kann man sich das Privileg leisten, Themen zu bearbeiten, denen man sich auch außerhalb der Arbeitszeit mit Hingabe widmet. So steht für mich der Kunstbereich, und hier besonders die Welt von Theater und Bühne, ganz vorn an (gefolgt von der Welt Lateinamerikas sowie der des Landes Brandenburg).

Die (entfachte) Wissbegier des neugierigen, theater- und konzertliebenden Lesers hoffe die Autoren fürs erste stillen zu können!


“Fremd ist die Stadt und leer…”: Fünf deutsche und österreichische Schriftsteller im Londoner Exil 1933-1945.

Robert Neumann, Stefan Zweig, Alfred Kerr, Karl Otten, Max Herrmann-Neisse
von Richard Dove (Autor), Hellmut Roemer, Parthas Verlag, 2007

Unter den 70 000 Flüchtlingen, die in Großbritannien vor dem Naziterror Zuflucht suchten, waren bedeutende Repräsentanten der deutschen Literatur die auch ehemalige Bewohner der Berliner Künstlerkolonie gewesen sind. Richard Dove, Professor für deutsche Literatur in London, hat fünf von ihnen genauer betrachtet: den international erfolgreichen Schriftsteller Stefan Zweig, den berühmten Berliner Theaterkritiker und Essayisten Alfred Kerr, den Lyriker und Schriftsteller Max Herrmann-Neiße, den radikal pazifistischen Journalisten und Romancier Karl Otten und den Wiener Romancier und literarischen Parodisten Robert Neumann.

Die fremde Sprache, die die Emigranten nur allmählich (manche nie wirklich) zu beherrschen lernten, und die tief greifenden Unterschiede zwischen dem politisch-kulturellen Klima in Großbritannien und dem Kontinent waren die Hauptursachen für das ständige Gefühl des Verlorenseins. Der Autor arbeitet diese Unterschiede sehr eindrücklich heraus: den Isolationismus der Briten, ihre einseitige Bevorzugung englischsprachiger Literatur, ihre Ablehnung der experimentellen Moderne. Und schließlich ließ auch das alltägliche Umfeld, die fremde Riesenstadt London, die reservierte, als kalt empfundene Höflichkeit ihrer Einwohner, die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat immer wieder aufbrechen und brachte ergreifende literarische Zeugnisse hervor: “Fremd ist die Stadt und leer.”.

Wie die fünf Autoren unter diesen Umständen überlebten – oder daran zerbrachen, was sie schrieben, wie sie sich nach Ausbruch des Krieges am Kampf gegen den Faschismus beteiligten und wie die Überlebenden auch nach Kriegsende dem Exil nicht wirklich entkamen, das hat der Verfasser zu einer materialreichen, interessanten und einfühlsamen “kollektiven Biographie” verwoben, die man mit Spannung liest und nicht ohne Erschütterung aus der Hand legt.



Steffie Spira, Kore Verlag, 1998
 

Der wahrscheinlich wichtigste Auftritt ihres Lebens war nicht auf der Bühne, sondern auf einer Tribüne. Am 4. November 1989 sprach Steffie Spira auf dem Berliner Alexanderplatz für eine bessere, eine demokratische DDR. „Den Kohl“, erklärt sie unumwunden, „hatte ich mir damals nicht vorgestellt“. Aber, sagt sie auch, „die Menschen haben sich das selber ausgesucht.“

Heute wird die engagierte Schauspielerin 85 Jahre alt. Zwar ist fast in Erfüllung gegangen, was die Jubilarin damals unter Beifall vorschlug: Aus Wandlitz machen wir ein Altersheim (ein Rehabilitations-Zentrum ist schließlich auch nicht schlecht). Aber der allgemeine politische Drive in Deutschland hat dazu geführt, daß Steffie Spira ihr Engagement „zurückschraubt“. Wer soll das einer Seniorin ihres Alters auch verdenken. ‘Ihre Ideale aber hat sie nicht aufgegeben. Der Kommunismus, meint sie, „ist immer noch die beste Idee.“ So läßt sie es sich auch nicht nehmen, ein „stilles“ Mitglied der PDS zu sein.

Die in Wien Geborene hatte ihr erstes Engagement am Berliner Hebbel-Theater. Ab 1931 arbeitete sie in der antifaschistischen . Schauspieler-Truppe Gustav von Wangenheims. 1933 mußte sie emigrieren. Zunächst ging sie nach Paris, 1939 über Marseille nach Mexiko. Auch im Exil war sie schauspielerisch tätig. Als sie 1947 zurückkehrte, engagierte sie Fritz Wisten, der Intendant des Theaters am Schiffbauerdamm. Sie spielte, ab 1954 unter Wisten dann auch an der Volksbühne, unter anderem die Mutter Wolffen in Hauptmanns „Biberpelz“ (1947), die Polina in Gorkis „Feinde“ (1952), Frau Hassenreuter in Hauptmanns „Ratten“ (1956). Ihre Figuren prägte sie stets mit der ihr eigenen gewinnenden Herzhaftigkeit, einer originären Mischung von Wiener Charme und Berliner Witz.

In ihrer Autobiographie „Trab der Schaukelpferde“ aus dem Jahre 1988 hat sie die Stationen ihres Lebensweges festgehalten. Jetzt hat sie sich wieder zu Wort gemeldet. Unter dem Titel „Rote Fahne mit Trauerflor“ veröffentlichte sie Tagebuchnotizen aus den Jahren 1954/71 und 1988/90. Die Begegnung mit Erfahrung und Erkenntnis eines betagten Menschen, der sich auch in schicksalhaften Zeiten treu blieb und bleibt, tut gut.

GERHARD EBERT, 1993, Neues Deutschland


Hans-Rainer John, Aufbau Verlag, Berlin 1984

Das kleine Buch “Trab der Schaukelpferde” von Steffie Spira-Ruschin strömt viel Kraft aus. Es ist ganz persönlich gehalten und von solch heiterer Aufrichtigkeit, daß man wähnt, der Schreiberin gegenüberzusitzen: der Schauspielerin Steffie Spira-Ruschin. Die Liste der antifaschistischen Künstler, die Steffie Spiras weg gekreuzt haben, ist lang: Hans Rodenberg, Alfred Kurella, Friedrich Wolf, Helene Weigel und Bertold Brecht, Henryk Keisch, Egon Erwin Kisch, Bodo Uhse, um nur einige zu nennen. Im Exil in Mexiko-Stadt lebte sie fast Tür an Tür – wie Jahrzehnte später dann in Berlin-Adlershof – mit Anna Seghers. Steffie Spira hat in der langen Zeit der Emigration zu einer Kunst beigesteuert, die Zeugnis gab von einem anderen Deutschland: ob 1937 in Paris, als sie bei der Uraufführung von Brechts “Die Gewehre der Frau Carrar” mitwirkte, oder im Heinrich-Heine-Klub in Mexiko-Stadt, wo sie mit großem Erfolg Egon Erwin Kischs “Galgentoni” auf einem Quadratmeter-Bühnchen spielte. Ihr Buch schließt 1947.


Berliner Wohnungsbau 1933–1945: Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen und Siedlungsvorhaben (Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin / Beihefte) 

Michael Haben, Gebrüder Mann Verlag, 2017

Michael Haben dokumentiert Planung und Bau von Berliner Wohnanlagen und Siedlungen (1933–1945) auf Grundlage einer nahezu flächendeckenden Bestandsaufnahme. Zudem zeigt das Buch diese Bautätigkeit vor dem Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen während des Nationalsozialismus auf. Dazu gehören die Wohnungspolitik der Berliner Stadtverwaltung, einzelne Bauprogramme, Zielsetzungen in der Stadtentwicklung und Konsequenzen der Planung zur Neugestaltung der »Reichshauptstadt« sowie die Wirtschafts- und Sozialpolitik auf Reichsebene. Unter Kostendruck und Mangelwirtschaft kristallisierte sich eine Alltagsarchitektur mit gleichförmigen, standardisierten Stilmerkmalen heraus, die häufig ohne Bauschmuck auskam. Anfang der 1950er Jahre wurde sie vielerorts nahtlos fortgesetzt.


 

Ernst und Günther Paulus 1868-1936 und 1898-1976
Architekten: Mit einem Katalog ihrer Werke

Bettina Held (Autor), Jörg Haspel, Arenhövel Verlag, 2010

Ein kleiner Einlick in die architektonischen Werke der Erbauer der Berliner Künstlerkolonie. Ernst Paulus (1868-1936) und seine zeitweiligen Partner Georg August Dinklage (1849-vor 1928) und Olaf Lilloe (1872-1943) sowie sein Sohn Günther Paulus (1898-1976) haben innerhalb von fast 70 Jahren ein Œuvre von über 200 Bauten – auch An- und Umbauten – geschaffen: Kirchen (darunter als Hauptwerk die Kreuzkirche in Berlin-Schmargendorf), Kapellen und Gemeindehäuser, Kreishäuser und -villen, Landhäuser und Schlösser, vor allem aber Einzel- und Mehrfamilienhäuser sowie Siedlungen. 

Das Tätigkeitsgebiet bis 1944 war überwiegend Berlin und die ehemalige Provinz Brandenburg (hier auch die Neumark, die heute zu Polen gehört), vereinzelt auch beispielsweise Mecklenburg, Dänemark und Österreich. Es umfaßt die Zeit des ausgehenden Kaiserreichs mit dem Ersten Weltkrieg, der Weimarer Republik und des “Dritten Reichs” mit dem Zweiten Weltkrieg, eine Zeit, in der in der Architektur und in der Politik umwälzende Veränderungen eingetreten sind.

Nach 1947 hat Günther Paulus – nach seiner Auswanderung nach Brasilien – ab 1949 noch rund 20 Bauten errichtet.


Ich war die Dame von Lil Dagover,
Schneekluth Verlag, 1982

 

Mit einer ausführlichen Filmographie. – Lil Dagover (eigentliche Martha Seubert, 1887-1980), bedeutende deutsche Theater- und Filmschauspielerin. Sie gab ihr Filmdebüt 1913 und wurde in Stummfilmen von Robert Wiene, Fritz Lang und F. W. Murnau besetzt. Seit 1920 arbeitete sie auch am Theater, u. a. wurde sie von Max Reinhardt an die Salzburger Festspiele und an das Theater an der Josefstadt engagiert. 1931 holte sie Michael Curtiz für die Rolle in »Die Frau aus Monte Carlo« nach Hollywood. Zurück in Deutschland, war sie in zahlreichen Filmen zu sehen, u. a. im ersten deutschen Farb(kurz)film »Das Schönheitsfleckchen«. Während des Krieges war sie für die Truppenbetreuung tätig. Nach Kriegsende war sie eine der ersten, die wieder in Theateraufführungen auftrat, ab 1948 nahm sie auch die Filmarbeit wieder auf. In ihren zahlreichen Film- und Fernsehrollen verkörperte sie immer den Typ der »Grand Dame«, womit sie in die Filmgeschichte einging


 

Das Renaissance-Theater
von den Zwanzigerjahren bis heute
Die Biografie einer Berliner Bühne

von Steffie Recknagel, 2002, Henschel Verlag


 

Biographie eines Theaters. 
Ein halbes Jahrhundert Schloßpark- Theater Berlin

von Boleslaw Barlog (Herausgeber), Albert Bessler (Herausgeber), Thilo. Koch (Herausgeber)
1982, Rembrandt Verlag


 

„Berlin lebt auf!“. Die Fotojournalistin Eva Kemlein (1909–2004) von Anna Fischer und Chana Schütz, Hentrich und Hentrich Verlag Berlin, 2016

 

Eva Kemlein (1909–2004) war die Chronistin des Berliner Nachkriegs und des Berliner Theaterlebens. Als Bildjournalistin für die „Berliner Zeitung“, deren erste Ausgabe 1945 die Überschrift trug: „Berlin lebt auf!“, prägten ihre Bilder von Überlebenden – sie selbst hatte die Nazizeit als Jüdin versteckt überstanden – das Gedächtnis der Nachkriegszeit. Immer Grenzgängerin zwischen den Welten, fotografierte sie an den Bühnen Ost-Berlins und lebte im Westen der Stadt. So entstand in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin die Schau eines außergewöhnlichen Lebens zwischen Ost und West.


Königin … das Leben ist doch schön! Aus dem Leben eines alten Komödianten, von Gustav Rickelt, 1930


Theater in Deutschland 1887-1945: Seine Ereignisse – seine Menschen, von Dr. Günther Rühle, 2007 im S. Fischer Verlag

 

Dieses Buch enthält die lebendig geschriebene Geschichte des Theaters in Deutschland von den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts, vom jungen Kaiserreich über die Republik bis zum Ende der Hitler-Diktatur 1945. Es spricht von seinen prägenden Personen, von Dramatikern, Regisseuren und Schauspielern, zeigt die Entwicklung führender Theater. Es behandelt den Wandel der Themen, der Stile, der Arbeitsmethoden, gibt also Bericht von einem großen Aufbruch in die Weltgeltung, aber auch von der Spaltung und Zerstörung dieses bedeutenden Kunstbetriebes und von den Bemühungen um die Rettung seiner Substanz. Das Buch macht Zusammenhänge sichtbar zwischen der künstlerischen Arbeit und der Politik, dem Zeitgeist und den gesellschaftlichen Kräften. Günther Rühle nennt es: »Eine Biographie des Theaters«.


Er rührte an den Schlaf der Welt. Ernst Busch: Die Biographie

Jochen Voit, Aufbau Verlag, 2010

Ernst Busch (1900–1980) war einer der schillerndsten Bühnenstars, die Deutschland im 20. Jahrhundert zu bieten hatte. Einer, dem der Ruch der Revolte anhaftete. Eine Ikone der Linken. Berühmt wurde er 1930 als Moritatensänger in der Verfilmung der „Dreigroschenoper“, legendär als singender Truppenbetreuer im Spanischen Bürgerkrieg und berüchtigt durch die Hymne „Die Partei hat immer recht“. Propaganda-Parolen und Shakespeare, Kästner-Gedichte und Chansons von Tucholsky/Eisler – was er sang, sprach und spielte, geriet stets zur Gratwanderung zwischen Kunst und Politik, zwischen Ideologie und Entertainment. Sein Publikum berauschte sich am Klang seiner metallenen Stimme, schmückte ihn mit Beinamen wie „Barrikaden-Caruso“, „Rote Nachtigall“ und „singendes Herz der Arbeiterklasse“.

Ernst Busch war

  • Werftarbeiter in der Kaiserzeit in Kiel
  • Theaterschauspieler bei Piscator in Berlin
  • Kabarett-, Kino- und Schallplattenstar der späten Weimarer Republik
  • Rhapsode des antifaschistischen Widerstands im Exil
  • Gefangener des Naziregimes
  • Gründer der ersten und einzigen Schallplattenfirma der DDR
  • international gefeierter Brecht-Schauspieler
  • Kapitalist
  • Stalinist
  • Querulant im SED-Staat
  • populärster deutscher Künstler in der Sowjetunion
  • Kultfigur der westdeutschen 68er.

Die Liste seiner Fans reicht von Heinrich Mann über Pete Seeger bis zu den Punks der Hamburger Hausbesetzerszene.

Jochen Voit erschließt in seiner grandios erzählten Biographie eine Jahrhundertgestalt und ihre Epoche.