Nach wochenlangen Debatten und einem Verhandlungsmarathon am Freitag hat der Koalitionsausschuss einen Kompromiss beim Mietendeckel gefunden. Die Mieten sollen für fünf Jahre eingefroren werden – Mietsenkungen sind nur unter gewissen Umständen möglich.
In Berlin sollen die zuletzt stark gestiegenen Mieten fünf Jahre lang eingefroren werden. Darauf hat sich der Koalitionsausschuss bei seiner rund sechsstündigen Sitzung am Freitagabend verständigt. „Grünes Licht im Roten Rathaus, habemus #Mietendeckel!“, twitterte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis90/Die Grünen).
Das Gesetz soll die Mieten für rund 1,5 Millionen Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, deckeln. Anfang 2020 soll es rückwirkend zum 18. Juni 2019 in Kraft treten – dem Tag, an dem der Senat erste Eckpunkte dazu beschlossen hatte. Geplant sind neben dem eigentlichen Mietenstopp weitere Maßnahmen.
Mietsenkung soll kommen – ohne Einkommensbindung
Neben der in Berlin geplanten Deckelung der Bestandsmieten sind bei Neuvermietungen auch Obergrenzen abhängig von Baujahr und Lage der Wohnung vorgesehen. Mieter sollen in bestimmten Fällen zudem die Möglichkeit haben, die Wohnkosten auf diese Obergrenzen zu senken. Das teilten der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie Vertreter von Linken und Grünen nach der Einigung im Koalitionsausschuss mit.
Stattdessen können Mieten dann gesenkt werden, wenn sie die in der Miettabelle stehenden Grenzen übersteigen. Die Miete darf maximal 20 Prozent über der Obergrenze liegen, alles darüber gilt als Wucher. Dabei soll die Lage des Gebäudes berücksichtigt werden.
Maßnahmen zur Modernisierung sollen weiterhin möglich sein, dürfen allerdings ohne Genehmigung nur in Höhe von einem Euro pro Quadratmeter umgelegt werden. Für darüber hinausgehende Kosten sollen Förderprogramme genutzt werden.
Besonders niedrige Mieten können auf maximal fünf Euro je Quadratmeter angehoben werden. Ab dem Jahr 2022 soll zudem ein Inflationsausgleich von 1,3 Prozent pro Jahr möglich sein.
Mietgesetz kann erst mit Senatsbeschluss in Kraft treten
Zunächst muss der Senat den Gesetzentwurf allerdings noch beschließen. Danach muss noch das Abgeordnetenhaus darüber abstimmen. Auch für andere Großstädte in Deutschland könnte das Modell, mit dem Berlin rechtliches Neuland betritt, interessant sein.
Wochenlang schienen die Positionen zum geplanten Mietendeckel-Gesetz innerhalb des rot-rot-grünen Regierungsbündnisses unvereinbar. Auch ein mehr als sechsstündiges Ausschusstreffen am Donnerstag brachte keinen Durchbruch. Schwierig war es bis zuletzt: Der Koalitionsausschuss am Freitag wurde mehrfach für interne Beratungen unterbrochen. Nun ist der Kompromiss gefunden.
Senat wollte Mietendeckel bereits Mitte Oktober beschließen
Ursprünglich hatte der Senat bereits am 15. Oktober das neue, von der Wohnungswirtschaft viel kritisierte Mietendeckel-Gesetz beschließen wollen. Doch das Feilen an den Details zog sich deutlich länger hin als zunächst erwartet und drohte zur ernsten Belastungsprobe für Rot-Rot-Grün zu werden. Der Beschluss nach der Einigung im Koalitionsausschuss könnte nun am kommenden Dienstag (22. Oktober) gefasst werden.
Hintergrund für die Mietendeckel-Pläne ist der angespannte Wohnungsmarkt in der Hauptstadt. In manchen Stadtteilen haben Normalverdiener kaum noch eine Chance, eine bezahlbare Bleibe zu finden.
Die Autobahnbrücke zwischen den Stadtteilen Steglitz, Wilmersdorf und Zehlendorf soll abgerissen werden. Nun gibt es offenbar einen Zeitplan.
Abgesang auf die Brücke am Breitenbachplatz
Carolin Brühl und Katrin Lange
Nach einer Bauwerkuntersuchung im Jahr 2016 hieß es, die Brücke am Breitenbachplatz sei nur noch fünf Jahre verkehrssicher Foto: Carolin Brühl
Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Abgesang ist schon geplant: Im nächsten Jahr gibt es die Autobahnbrücke am Breitenbachplatz seit 40 Jahren. „Zum Brückenjubiläum machen wir ein Fest“, sagte Ulrich Rosenbaum von der Bürgerinitiative (BI) Breitenbachplatz in einer Veranstaltung, zu der die Bezirksverordneten der Grünen aus Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf ins Theater Jaro an der Schlangenbader Straße eingeladen hatten. Ein letztes Fest für die Brücke, denn das Bauwerk soll abgerissen werden. Das haben nicht nur die Bezirksverordneten beider Bezirke beschlossen, auch das Abgeordnetenhaus hat zugestimmt, eine Machbarkeitsstudie für den Abriss erstellen zu lassen.
Machbarkeitsstudie zum Breitenbachplatz erst Ende 2020
Schlechte Nachrichten brachte allerdings Benedikt Lux (Grüne) aus dem Abgeordnetenhaus mit: „Die Machbarkeitsstudie soll nicht vor Ende 2020 in Auftrag gegeben werden“, so Lux. Geld für die Studie sei da, aber nicht das Personal, um die Ausschreibung vorzubereiten. Immerhin sollen aber in einem nächsten Schritt bis Mai 2020 verschiedene Modelle der künftigen Platznutzung und der Verkehrsführung nach dem Abriss erarbeitet und dann im Verkehrsausschuss diskutiert werden.
Brücke nur noch fünf Jahre verkehrssicher
Die Zeit drängt. Denn bei der vergangenen Bauwerkuntersuchung im Jahr 2016 wurde festgestellt, dass die Brücke nur noch fünf Jahre verkehrssicher ist. „Das heißt, dass sich der Zustand bis heute schon weiter verschlechtert hat“, sagt Lux. Abriss, Sanierung Neubau – das sind die Optionen nach Ablauf der Frist. Wobei das nicht mehr die Frage ist. „Es ist ein gutes Zeitfenster, um den Abriss durchzusetzen“, so Lux. Der breite parteiübergreifende Konsens zeige schließlich, dass der Rückbau der Brücke sachlich begründet ist. Nun sei es wichtig, dranzubleiben.
Bürgerinitiative hat Ideen gesammelt
Das ist keine Frage für die Bürgerinitiative. Das Relikt aus der Zeit, als eine autogerechte Stadt das Thema war, soll weg. Für die Gestaltung des Platzes wurden schon viele Ideen entwickelt. Der motorisierte Verkehr soll künftig ebenerdig geführt werden, auf der frei werdenden Fläche mit einer Randbebauung die städtebauliche Fassung des Stadtplatzes nördlich und nordöstlich der Schildhornstraße wiederhergestellt werden. Dabei soll der Schaffung von Wohnraum Vorrang eingeräumt werden, darunter auch für Studenten.
Eine Idee für die künftige Gestaltung des Breitenbachplatzes von Oliver Kraatz Foto: Carolin Brühl
Eine Reduzierung des motorisierten Durchgangsverkehrs erhofft sich die BI durch die Einrichtung einer Tempo-30-Zone rund um den Platz sowie in der gesamten Schildhornstraße sowie besserer Querungsmöglichkeiten für den Rad- und Fußverkehr. „Damit können wir den Platz für die Menschen zurückgewinnen“, sagt Rosenbaum. Geben soll es auch Fahrrad-Angebotsstreifen wie es sie bereits rund um den Breitenbachplatz, den Südwestkorso und auf der Englerallee gibt. Der Verkehr soll Rosenbaum zufolge abgesehen von den Abbiegungen auf je eine Fahrbahn reduziert werden.
Derzeit beschäftigen sich sogar Studenten der Universität Bordeaux und der Hochschule Bremen mit dem Breitenbachplatz. Sie präsentieren ihre Ergebnisse am Montag, 14. Oktober, 10 Uhr, in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Studenten aus Bremen werden sich dann noch bis Januar 2020 mit der Thematik auseinandersetzen.
Erfolgreiche Umgestaltung in anderen Städten
Wie sehr Umgestaltungen Städte oder Stadtteile verändern und den Einwohnern wieder Flächen zur Nutzung zurückgeben können, weiß Uta Bauer. Die Geografin vom Deutschen Institut für Urbanistik hat Beispiele in anderen Städten gesammelt, die eine solche Veränderungen zeigen.
Ludwigshafen baut die Hochstraße Nord auf einer Länge von knapp einem Kilometer zurück. Die Straße führt über den Rhein nach Mannheim und ist Bauer zufolge in etwa mit der Rudolf-Wissell-Brücke in Charlottenburg vergleichbar. „Interessant ist, dass bei der Neuplanung der Abriss der Hochstraße und eine ebenerdige Führung der Straße bis zur Rheinbrücke die wirtschaftlichste Variante war“, sagt Bauer. Die frei werdenden Fläche stelle die Stadt für Wohnungsneubau zur Verfügung. Der Abriss beginne Ende dieses Jahres, abgeschlossen sein soll das Projekt mit dem Umbau in etwa neun Jahren.
In Siegen hat die Stadt unter dem Motto „Auf zu neuen Ufern“ eine Parkfläche mit 230 Stellplätzen, mit der man in den 60er-Jahren den Fluss überdeckelt hatte, wieder abgerissen und die Uferbereiche gemeinsam mit der Innenstadt, die sich nun zur Sieg hin öffnet, neu gestaltet. Nach der Beobachtung der Urbanistik-Expertin hat die Maßnahme dazu geführt, dass der Einzelhandel, aber auch das öffentliche Leben wieder aufgeblüht sind.
In Stuttgart gibt es den Österreichischen Platz, der er unter einem aufgestelzten Kreisverkehr verschwunden ist. Bist zum Frühjahr 2018 war unter der Paulinenbrücke ein Parkplatz, auf dem sich nun ein Experimentierfeld für die Zukunft städtischen Zusammenlebens befindet. Dort finden Flohmärkte, Kinoabende, Kulturevents, gemeinsame Essen und Sportveranstaltungen statt. „Das ist eine richtige Erfolgsgeschichte geworden“, sagt Uta Bauer.
Grüne regen zum Umdenken an: Der Abriss des Betonbrückenmonsters am Breitenbachplatz könnte ein Modell für die Stadt sein
Veröffentlicht am 03.10.2019 von Boris Buchholz
Der Berliner Verleger Wolf Jobst Siedler schrieb in seinem Buch „Die gemordete Stadt“ über den von der Autobahnbrücke geteilten Breitenbachplatz, dass hier „kein Planungsfehler, sondern die Abwesenheit von Planung“ vorliegen würde. Seit Jahren kämpfen Anwohner in der Bürgerinitiative Breitenbachplatz für den Abriss des Betonkonstrukts und den Wiederaufbau des einst schönen Stadtplatzes. Die Bezirksverordnetenversammlungen von Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf fordern den Rückbau der Autobahnbrücke, das Abgeordnetenhaus hat den Senat in die Pflicht genommen: Die Verwaltung soll eine Machbarkeitsstudie zum Rückbau der Brücke erstellen, die am 11. Juni 1980 feierlich eingeweiht worden ist.
Die Brücke als Relikt des Konzepts der autogerechten Stadt jetzt abzureißen,würde ein „exemplarisches Beispiel“ setzen, erklärte Christoph Wapler, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Umgang mit der Brücke könnte zu einem Modell für Berlin werden, denn vielerorts seien ähnliche Bausünden in den 1960er und 1970er Jahren in der Stadt begangen worden. Gleich zu Beginn der Veranstaltung „Den Breitenbachplatz wiedergewinnen!“, zu der die grünen Fraktionen aus Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf am Dienstagabend ins Theater Jaro in der Schlangenbader Straße eingeladen hatten, wurde klar: Hier geht es um mehr als nur um eine Autobahnbrücke. Wie wollen wir leben? Wie dominant darf der Autoverkehr heute sein? Wie können lebenswerte Stadträume gewonnen werden? Etwa achtzig Interessierte (und ein Hund) waren gekommen, um Antworten auf diese Fragen zu hören.
Viele gelungene Beispiele aus aller Welt, wie Orte aus Beton wieder zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt werden können, hatte Uta Bauer vom Deutschen Institut für Urbanistik im Gepäck. In Ludwigshafen wird seit 2011 um den Rückbau der Hochstraße Nord gestritten, einem Bauwerk ähnlich der Rudolf-Wissell-Brücke. „Der Abriss der ganzen Brücke und eine ebenerdige Straßenführung war die wirtschaftlichste Variente“, berichtet die Stadtforscherin. Auf der gewonnenen Fläche sollen Wohnungen gebaut werden, Busse und Bahnen werde auf der neuen ebenerdigen Straße Vorrang eingeräumt, Fußgänger würden viel „neue Fläche“ erhalten und der Radverkehr werde aufgewertet. Allerdings braucht all das Zeit: Erst 2029 soll das Projekt abgeschlossen sein. Auch die Stadt Siegen hat ihre Erfahrung mit der Autos-First-Strategie der Vergangenheit: Der Fluss Sieg wurde „überdeckelt und 230 Parkplätze wurden draufgeknallt“, erzählt Uta Bauer. Dieser Fehler wurde ab 2015 rückgängig gemacht, das freigelegte Ufer sorge heute für eine Revitalisierung der Innenstadt, „der Prozess ist abgeschlossen“.
Anderes Beispiel, andere Stadt – Stuttgart: Der Österreichische Platz war bis 2018 nur ein Kreisverkehr auf verschiedenen Ebenen, unten parkten Autos. Seitdem zeigt eine Bürgerinitiative mit Unterstützung der Stadt, was alles möglich ist, wenn man Plätze neu denkt und die Autos nicht mehr den Ton angeben. Ein Roller- und Skaterevent auf den Straßen des „Platzes“, ein BlöckleBattle, Open-Air-Cafés, Sommerkino unter der Paulinenbrücke, ein Kultur-Festival, eine „österreichischen Brettljause“, also ein Bürgerpicknick mit „heuriger Musik“ – fast jeden Tag findet etwas auf dem wiedergewonnenen Platz statt. Ende 2019 wird entschieden, ob die Stadt den alten Parkplatz und Verkehrsplatz wiederhaben möchte, oder man lieber den Österreichischen Platz weiter als Kieztreffpunkt fördern möchte. Uta Bauer warf Bilder von weiteren Projekten an die Wand: Utrecht, New York, es gebe unzählige weitere.
Es wird lange dauern. „Man muss viel Geduld bei solchen Rückbau-Projekten mitbringen“, sagte Uta Bauer dem Publikum am Breitenbachplatz. „Ich hoffe, dass es nicht so lange dauert wie in Ludwigshafen“, erwiderte der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux. Allerdings berichtete er, dass in der grün-geführten Senatsverkehrsverwaltung erst Ende 2020 mit der Ausschreibung und Durchführung der Machbarkeitsstudie zur Autobahnbrücke begonnen werden könne, es sei zu wenig Personal da. „Wir können schneller sein, wenn es entsprechend Druck der Abgeordneten und Bürger gibt“, machte er Hoffnung. Die Tatsache, dass es bis auf die AfD einen breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens pro Abbau der Brücke gebe, nannte er „ein Riesengeschenk“.
Sehr viel Zeit haben die Rückbau-Befürworter nicht. Denn die Debatte wird davon beflügelt, dass die Brücke seitens der Verwaltung noch für etwa fünf Jahre als verkehrs- und standsicher eingeschätzt wird. In dieser Zeit muss etwas geschehen. Der grüne Abgeordnete beschreibt das Worst-Case-Szenario: „Jemand versucht das Ding instandzusetzen.“ Werde erst in eine Sanierung investiert, stünden die Chancen auf einen Rückbau schlecht. Positiv sei allerdings, so Lux, dass die Verantwortung für die Autobahn komplett beim Land Berlin liege; das betroffene Teilstück sei bis zum Anschluss an den Stadtring keine Bundesautobahn. Eine Verzögerung durch die Bundesregierung als weiteren Gesprächspartner werde es daher nicht geben.
Neubau, sanieren, abreißen – für Ulrich Rosenbaum von der Bürgerinitiative Breitenbachplatz ist allein der Abriss der Brücke eine Option. Es gehe vor allem darum, den durch den Betonbau zerrissenen Ort wieder zu einem lebendigen Stadtplatz zu machen und ihn städtebaulich zu vollenden. „Wir wollen den Verkehr vergrämen!“, rief er dem Publikum zu. Über achtzig Prozent des Brückenverkehrs „geht über die Schloßstraße hinweg und verteilt sich nach Lankwitz“, sagte Rosenbaum. Dorthin könnten die Autofahrer auch über das Schöneberger Kreuz gelangen. Statt der breiten Brücke und dem Straßengeflecht setzt die Bürgerinitiative auf eine ebenerdige Lösung. Entlang der Schildhornstraße würde Platz für neue Wohnhäuser entstehen – „es wäre nicht schlecht, wenn Wohnungsbaugenossenschaften zum Zuge kommen würden“ – auch im Norden des Breitenbachplatzes könnte neue Bebauung entstehen und den Platz stadtplanerisch einfassen.
Das Platz-Problem hat das Interesse nationaler und internationaler Nachwuchswissenschaftler geweckt: Im Oktober kommen Studierende der Hochschule Bremen und der Université Bordeaux Montaigne nach Berlin und entwickeln Ideen für die Zukunft des Breitenbachplatzes. Sie präsentieren ihre Ergebnisse am Montag, 13. Oktober, um 10 Uhr in den Räumen der Stadtwerkstatt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (Karl-Liebknecht-Straße 11). Die Studenten und Studentinnen des Lehrstuhls Städtebau und Entwerfen aus Bremen haben noch mehr vor: Unter der Federführung von Hochschullehrer Klaus Schäfer werden sie bis Ende Januar 2020 an Konzepten für den zukünftigen Stadtplatz arbeiten. Geplant ist, dass ihre Ergebnisse in einer Ausstellung zusammengefasst werden, die in beiden Bezirken, in denen sich der Breitenbachplatz befindet, gezeigt werden soll.
Zusammen politischen Druck erzeugen. Während sich die Bürgerinititaive Breitenbachplatz schon längst im Netzwerk „Menschengerechte Stadt“ mit gleichgesinnten Initiativen zusammengeschlossen hat, scheint die Politik noch Netzwerk-Probleme zu haben. „Vernetzt euch auf der Parteiebene“, riet ein engagierter Wilmersdorfer Bürger den Grünen aus den zwei Bezirken. Dadurch, dass sich Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf die Zuständigekit für den Platz teilen, ist auch das Werben für den Abriss zweigeteilt – und in der Folge geschwächt. Die Veranstaltung der beiden Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen könnte ein erster Schritt zu einer überbezirklichen Initiative gewesen sein.
Das gab es noch nie. Brecht in echt zeigt alles, was Brecht selbst im Film realisiert oder initiiert hat: Klassiker wie Kuhle Wampe (1932), Hangmen Also Die (1942), Die Dreigroschenoper (1931) und Puntila(1955), die zahlreichen Theaterdokumentationen von Mann ist Mann(1931), Galileo (1947), Urfaust (1952), Die Gewehre der Frau Carrar (1953), Katzgraben (1957), Die Mutter (1958), Mutter Courage und ihre Kinder (1961) und einiges mehr, darunter nie gezeigtes Stummfilmmaterial (teilweise mit Live-Musik), private Filmaufnahmen, Ausschnitte aus Wochenschauen und das berüchtigte Verhör vor dem House Committee on Un-American Activities.
Erstmals wird im Rahmen dieses Festivals Brechts Filmerbe öffentlich zugänglich gemacht. Es wurde von der Akademie der Künste und der Stiftung Deutsche Kinemathek durch die Förderung der Lotto-Stiftung Berlin und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gesichert und digitalisiert.
Programmhöhepunkte bilden die Premiere eines Reenactments von Brechts legendärer Hofmeister-Inszenierung (1950) durch Jürgen Kuttner und Tom Kühnel mit Samuel Finzi, Kathleen Morgeneyer und Peter-René Lüdecke (4.10., 19:30 Uhr), die von Brechts Meisterschüler B. K. Tragelehn und von dem Regisseur und Schriftsteller Holger Teschke kommentierten Aufzeichnungen früher Inszenierungen sowie die Aufführung von Volker Schlöndorffs Baal-Verfilmung (1969) mit Rainer Werner Fassbinder, gefolgt von einem Gespräch mit dem Regisseur, moderiert von Knut Elstermann (5.10., 20:15 Uhr).
Das Literaturforum im Brecht-Haus und das Bertolt-Brecht-Archiv bieten Einführungen und Gespräche an: mit Martin Brady (King’s College London), Anja-Christin Remmert (Akademie der Künste) und Erdmut Wizisla (Akademie der Künste, Bertolt-Brecht-Archiv). Ein ganzes Wochenende in allen Sälen: Brechts Inszenierungen, seine Filmprojekte, was andere daraus machten, dazu Brecht öffentlich und so privat, dass man ihm über die Schulter schauen kann: Brecht in echt.
Es kooperieren: Babylon, Literaturforum im Brecht-Haus, Akademie der Künste (Bertolt-Brecht-Archiv), Suhrkamp Verlag und Brechtfestival Augsburg.
Liebe Freundinnen und Freunde eines schöneren Breitenbachplatzes,
nach dem Beschluss des Abgeordnetenhauses, eine Machbarkeitsstudie mit dem Ziel des Abrisses der Breitenbachplatzbrücke anzufordern, geht es nun darum, zu einer unverrückbaren Entscheidung zu kommen. Wir freuen uns deshalb, dass die Parteien unter Beteiligung unserer Bürgerinitiative über die konkrete Ausgestaltung diskutieren.
Den Anfang machen die Grünen, die bezirksübergreifend zu einer Diskussion am 1. Oktober um 19 Uhr ins Theater Jaro an der Schlangenbader Straße einladen. Einzelheiten entnehmen Sie bitte einem Zeitungsartikel ogy.de/g04h .
Es folgt die SPD, die am 4. November um 19 Uhr ins Wahlkreisbüro Dörstelmann am Rüdesheimer Platz (Landauer Str. 8) einlädt. Mit dabei: Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann.
Wenn Sie sich schon immer mal gefragt haben, ob der Spielplatz auf dem Breitenbachplatz kindgerecht ist, kommen Sie doch am 10. 10. um 10 Uhr vor Ort, um mit der Steglitz-Zehlendorfer Jugendstadträtin Carolina Böhm (SPD) darüber zu reden.
Übrigens: Auch die Dahlemer CDU plant einen Abend zum Thema Breitenbachplatz. Wenn der Termin feststeht, informieren wir auch darüber.
Wir bereiten uns als Bürgerinitiative darauf vor, im Sinne des Abgeordnetenhaus-Beschlusses zum Bürgerdialog im Rahmen der Machbarkeitsstudie beizutragen. Wir wollen auch selber Expertisen bei Fachleuten beauftragen, professionelle Zeichnungen erstellen lassen, Gedrucktes anbieten und Räume für Anwohnerversammlungen anmieten. Das alles geht nicht ohne finanzielle Ressourcen. Wir haben deshalb über den Umweg eines Fördervereins einen rechtsförmlichen Hintergrund geschaffen und ein Konto einrichten können, auf das Spenden eingezahlt werden können. Wir würden uns deshalb über jede finanzielle Unterstützung freuen. Hier die Kontodaten:
Konto Nr. DE43 1005 0000 0190 8717 09 bei der Sparkasse Berlin (BIC: BELADEBE) Kontoinhaber: Verein Initiative Breitenbachplatz
Wie immer noch Neues vom Platz. Wer schon eine böse Ahnung hatte, sieht sich bestätigt: Das historische Café Breitenbach an der Ecke zur Dillenburger Straße ist nach wenigen Monaten wieder geschlossen. Aus „technischen Gründen“. Das zuletzt von einer aserbeidschanischen Gesellschaft betriebene Lokal nannte sich auf einmal „Restaurant Flame Towers Baku“ und bot sich Wasserpfeifenrauchern an. „Die Wasserpfeifen stinken die Gegend voll, Gäste sieht man in dem Laden nicht. Wir warten auf den nächsten Betreiber“, schrieb ein Gast bei Google-Rezensionen. Auch beim offenbar mit den Restaurantbetreibern verbundenen und lange Zeit angekündigten Hörgeräte-Geschäft links neben der Zwilling-Apotheke hat sich nichts mehr gerührt. Um so erfreulicher, dass sich das Heurigen-Lokal „Nussbaumerin“ rechts neben dem Santa Café (dem die Konkurrenz übrigens nicht schadet) großen Zuspruchs erfreut. So kommt Leben auf den Platz.
Ulrich Rosenbaum Verein zur Unterstützung der Initiative Breitenbachplatz e.V. breitenbachplatz.de
Frische Banjos, Klangschalen und Regenhölzer – die Instrumentenausleihe im Musikbereich der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
Möchten Sie einmal ein Instrument ganz in Ruhe und unverbindlich ausprobieren? Der Musikbereich hat sein Angebot an Instrumenten zum Ausleihen für das Spielen zu Hause oder für die musikalische Arbeit an Schulen und in Kindergruppen erweitert. Für Kundinnen und Kunden mit einem Bibliotheksausweis des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) liegen mit einer Ausleihzeit von 28 Tagen neben Ukulelen, Cajons, Tambourins, Orff-Sets, Boomwhackers, Djemben oder Gitarren nun Banjos, Klangschalen und Regenhölzer zur Ausleihe bereit. Die Ausleihzeit kann zweimal verlängert werden. Das komplette Instrumentenangebot ist im Bibliothekskatalog unter www.voebb.de mit der Sucheingabe „Musikinstrument zum Ausleihen“ auffindbar. Als Ort des Ausprobierens, des Teilens und der Teilhabe bietet der Musikbereich der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek zudem kostenfrei zwei E-Pianos zum Üben und Musikkisten mit musikpädagogischen Materialien, Orff-Instrumenten und weiteren Materialien wie Handpuppen oder Tiermasken an.
Termin: ab sofort Weitere Informationen unter (030) 90299 -2410 Ort: Ingeborg-Drewitz-Bibliothek / Musikbereich, Grunewaldstr. 3, 12165 Berlin, 3. Etage, barrierefrei
Kuratorin: Dr. Brigitte Hausmann, Leitung Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf Um 19:30 Uhr findet ein Ausstellungsgespräch mit Jens Schubert statt.
Die Ausstellung ist von Fr, 11.10. bis Di, 17.12.2019 von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, Schließtage am Di, 5.11. und 3.12.2019.
Die Bilder von Jens Schubert offenbaren dunkle Welten, Szenarien und Stimmungen. Sie erzählen von alten Geschichten, berühren Dinge, die im Verborgenen liegen, beschreiben Figuren, welche aus dem Schatten treten. Das alles erscheint im ersten Moment merkwürdig vertraut und bleibt doch fremd und neu. Jens Schubert interessiert sich für die unterschiedlichen Erscheinungen, Ausformungen und Abbilder von Symbolen, Zeichen sowie archetypischen Figuren als Träger von Geschichte und geheimen Wissen – nicht nur zwischen unterschiedlichen Kulturen, sondern auch zwischen Generationen. Dabei bearbeitet er ein weites Feld: Von der Natur zur Hoch- und Popkultur, von Architektur, Design und Mode bis hin zu Zeichentrickfilmen, Comics, Computerspielen und Fantasy. In seinen Werken sammelt, kombiniert oder variiert Schubert diese Symbole und entwickelt daraus eigene Darstellungen oder leitet neue Figuren aus ihnen ab. Die Arbeiten schöpfen ihre Kraft aus einem Spiel mit unterbewussten Analogien, latenter Erinnerung und emotionalen Reflexen.
AM ENDEDERWELTSTEHTEINWALDAUSSTEIN ist ein neuer, für das Gutshaus Steglitz entstandener Zyklus von mehr als 30 Werken. In ihnen setzt sich der Künstler nicht nur inhaltlich mit der Erscheinung der Welt auseinander, sondern auch formal. Aus der Verbindung von Zeichnung und einem darunter liegenden Siebdruckraster aus roten, grünen und blauen Streifen wird die Wahrnehmung von Farbe, Räumlichkeit und optische „Bewegtheit“ untersucht. Die Bilder verändern sich, je nach Standpunkt, Licht und Blickwinkel. Es scheint keinen absoluten Punkt zu geben, von dem aus sie ihre „wahre“ Gestalt zeigen.
Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch im Lubok-Verlag, Leipzig.
Jens Schubert wurde 1983 in Schwarzenberg/Erzgebirge geboren und lebt und arbeitet in Leipzig. Er studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Annette Schröter, deren Meisterschüler er im Anschluss war. Seit 2016 hat Jens Schubert einen Lehrauftrag an der Hochschule für Künste Bremen. Jens Schubert hatte etliche Einzelausstellungen, u.a. »AURORA«, Verein Junge Kunst, Wolfsburg 2019, »SCHAUM«, Galerie Leuenroth, Frankfurt a.M. 2018, »ARBREDEMARBRE«, Super+Centercourt, München 2016, »PERSPEKTIVEN DERGEGENWART – JENSSCHUBERT«, Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main 2015, »PROMETHIUM«, Museum Gunzenhauser, Chemnitz 2015, »BLACKMAGICKPARTY«, MEWO-Kunsthalle, Memmingen 2013.
Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Ausstellungsfonds für die Kommunalen Galerien der Berliner Bezirke und des Bezirkskulturfonds, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und des Kulturamtes der Stadt Leipzig. Unterstützt durch Junge Kunst e. V. Wolfsburg, Galerie Leuenroth, Frankfurt am Main und Privatpersonen.
Soeben ist die 18. Ausgabe des Bezirksmagazins “Charlottenburg-Wilmersdorf – Ein Bezirk mit Zukunft” erschienen. Das Magazin im DIN-A-4-Format umfasst 96 Seiten. Es wurde von der Euramedia Werbung Berlin Gabriele Jahn durch Anzeigen finanziert, in Zusammenarbeit mit der Pressestelle des Bezirksamtes herausgegeben und in einer Auflage von 50.000 Exemplaren gedruckt. Es liegt kostenlos im Rathaus Charlottenburg, in den Bürgerämtern und demnächst auch in den Stadtbibliotheken und in allen anderen bezirklichen Einrichtungen aus. Darüber hinaus wird es über viele Geschäfte des Bezirks verteilt, in Arztpraxen, Senioreneinrichtungen und -clubs, Krankenhäuser, Kirchengemeinden, u.a. sowie über den Lesezirkel, solange der Vorrat reicht.
Über kaum einen politischen Begriff wurde in den vergangenen Jahren so intensiv diskutiert, wie über den Heimatbegriff. Sogar ein Bundesministerium wurde ihm gewidmet. Dabei ist keineswegs eindeutig, worauf sich der Begriff überhaupt bezieht: Ist Heimat ein Ort, ein Gefühl oder ein „Raum aus Zeit“, wie der Filmemacher Thomas Heise vor kurzem poetisch in einem Filmtitel behauptet hat? Klar ist: Im globalen Maßstab hat das Konzept eine überaus prekäre Konnotation. Denn allein im Jahr 2018 waren rund 70 Millionen Menschen auf der Flucht, mussten also ihre Heimat verlassen.
Warum wird der Begriff also gerade heute so exzessiv bemüht? Benötigen Menschen eine Vorstellung von Heimat für ihre persönliche Identität? Und gilt dies möglicherweise ganz besonders in Zeiten globaler Migrationsbewegungen und eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels? Schafft die Vorstellung einer gemeinsamen Heimat gar gesellschaftlichen Zusammenhalt? Oder befördert sie vielmehr Abgrenzung, Ausgrenzung und gegenseitiges Misstrauen? Was bedeutet Heimat denjenigen, die sie verlassen mussten? Und ist es möglich, sich an mehreren Orten heimisch zu fühlen?
Die fünf Debattenbeiträge im PDF-Format können Sie hier downloaden.
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