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Senat beschließt Siebte Änderung der Infektionsschutzverordnung

Pressemitteilung vom 06.10.2020
 

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Senat beschließt Siebte Änderung der Infektionsschutzverordnung

Aufgrund der zunehmenden Infektionen mit SARS-CoV-2 hat der Senat auf Vorlage der Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kalayci, die siebte Änderung der Infektionsschutzverordnung beschlossen.

Die Infektionsschutzverordnung beinhaltet folgende Änderungen:

Im öffentlichen Raum im Freien wird die Personenzahl in der Zeit zwischen 23 und 6 Uhr auf fünf gleichzeitig anwesende Personen aus unterschiedlichen Haushalten oder Personen aus zwei Haushalten beschränkt.

Private Veranstaltungen und private Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen mit mehr als zehn Personen sind verboten.

Verkaufsstellen im Sinne des Berliner Ladenöffnungsgesetzes sind in dieser Zeit zu schließen, Tankstellen dürfen während dieser Zeit Ersatzteile für Kraftfahrzeuge, soweit dies für die Erhaltung oder Wiederherstellung der Fahrbereitschaft notwendig ist, sowie Betriebsstoffe anbieten.

Apotheken dürfen während dieser Zeit Arzneimittel abgeben und apothekenübliche Waren abgeben.

Die geänderte Infektionsschutzverordnung tritt einen Tag nach der Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes Berlin (am Samstag, den 10. Oktober 2020) in Kraft. Sie finden diese dann auf: berlin.de/corona/

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“Mata Hari” war zu Besuch in der Künstlerkolonie Berlin

Dem Künstlerkolonie-Verein und der Vonovia ist es zu verdanken, dass die Künstlerkolonie nun endlich einen Veranstaltungsraum hat, in dem kleine Kunst- und Theaterveranstaltungen stattfinden können. Ich freue mich sehr darüber und sage vielen vielen Dank!
 
Mit meiner szenischen Lesung zu Mata Hari, habe ich nun eine monatliche szenische Lesereihe begonnen, die weiterhin dort im Kunstraum stattfinden wird!
 
Nadine Assmann
+++
 
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MATA HARI – Die schlechteste Spionin der Welt
 
Heute gab es mal Kultur im Kiez zu genießen, ich glaube, ich habe hier etwas Großartiges entdeckt, ich muss mich dringend mehr mit der Künstlerkolonie Berlin beschäftigen
 
😊
 
Zu meiner großen Freude macht Nadine Aßmann hier nun im “Kulturraum” regelmäßig Lesungen, heute also nach der gestrigen Premiere eine Lesung zu Mata Hari zusammen mit Bardo Böhlefeld grandios in dem kleinen Raum großes Theater sogar mit Tanz. Beginnend mit dem Weg zur Hinrichtung wurde das ganze Leben dieser wagemutigen und frei lebenden Frau, die mutmaßlich unschuldig wegen Spionage hingerichtet wurde, von den beiden vorgetragen, tragisch, teilweise auch absolut amüsant, der Brief ihres Anwaltes kurz vor der Hinrichtung war sehr berührend und hat diese Frau noch einmal wunderbar beschrieben. Danke für diese tolle Lesung und für das Wiedersehen, liebe Nadine – ich freue mich jetzt schon auf die nächste Lesung und mache sehr gern Werbung, nur nicht zuuu viel, damit ich auch noch ein Plätzchen bekomme
 
😉
 
Also vielen Dank für einen großartigen Abend, vielleicht mag ja morgen noch jemand zur Zusatzvorstellung um 16 Uhr gehen, Anmeldungen über veranstaltungen@berlinerkuenstlerkolonie.de
 
Petra Knickmeyer
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Bericht vom 5. Runden Tisch “Mieten und Wohnen” am 24.8.2020

Am 24.8.2020 fand der 5. Runde Tisch zum Thema “Mieten und Wohnen” mit Bezirksbürgermeister Naumann, stellvertretendem Bezirksbürgermeister Herz und Bezirksstadtrat Schruoffeneger und Vertreter*innen der bezirklichen Mieter*innen-Initiativen statt.

Hierbei ging es u.a. um folgende Themen:

1. Zweckentfremdung:
Herr Herz erläutert, dass Wohnraum nur mit Genehmigung des Bezirksamtes zu anderem als zu Wohnzwecken genutzt werden darf. Hierbei richte sich das Bezirksamt nach den jeweiligen Ausführungsvorschriften. Ersatzwohnraum müsse im gleichen Bezirk geschaffen werden.  Insgesamt seien ca. 4000 Bürgerhinweise als Meldungen zum Thema Zweckentfremdung beim Bezirksamt eingegangen. Über 5000 Amtsverfahren seien  zum Thema eingeleitet worden.  Zu konkreten Fällen kann das Bezirksamt Nicht-Betroffenen keine Auskunft geben. Zur Schaffung von mehr Transparenz schlägt Herr Herz die Erstellung einer interaktiven Karte auf Landesebene vor. Dieser Vorschlag wird von den Mieter*innen begrüßt.

2. Gründung einer Stiftung:
Hierzu gibt es bereits einen Bezirksamtsbeschluss.  Von einer Arbeitsfähigkeit der Stiftung bis zum Ende des Jahres wird derzeit ausgegangen.

3. Personalplanung:
Bezirksstadtrat Schruoffeneger erläutert die Personalplanung in Bezug auf eine zu schaffende Transparenzstelle für Bauvorhaben, die Milieuschutzgebiete, altersbedingtes Ausscheiden sowie Wechsel von Personal zu anderen Behörden auf Landes- und Bundesebene.

4. Milieuschutz:
Derzeit starten/laufen Haushaltsbefragungen in 5 Bereichen/Gebieten. In Bezug auf den neu zu gründenden Milieuschutzbeirat gibt es bereits einen BVV-Beschluss. Der Milieuschutzbeirat wird im Oktober eingeladen. Die juristische Begründung für die Gebiete Schlossstraße und Amtsgerichtsplatz werde derzeit durch das Bezirksamt erarbeitet und zeitnah an die Senatsverwaltung versandt. Eine Antwort der Senatsverwaltung wird für Oktober erwartet.

Anmerkung: Interessenten für den in Gründung befindlichen Milieuschutzbeirat können sich bis zum 31.10.2020 bewerben. Nähere Informationen findet ihr hier.

5. Neubaupotentiale im Bezirk:
Zu diesem Thema werden verschiedene Vorschläge, wie z.B. Überbauung von Supermärkten oder Parkplätzen oder die Verlegung von gewerblich genutzten Flächen, die mitten in Wohngebieten liegen, erörtert.  

6.Werbeplanen an Wohngebäuden:
Bei Baugenehmigungen müssen Werbeplanen für 6 Monate genehmigt werden (Ausnahme: bei einem Denkmal).  Wird eine Plane, auch eine schwarze,  als Baustellenschutz angebracht, hat das Bezirksamt keine Einflussmöglichkeit. Hier sind nur individualrechtliche Schritte wie z.B. Mietminderung möglich.

Der nächste Runde Tisch “Mieten und Wohnen” wird im November stattfinden.

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Offizieller Start für KunstRaum in der Künstlerkolonie Berlin

Das künstlerische und kulturelle Leben in der historisch bedeutsamen Wohnsiedlung Berliner Künstlerkolonie in Wilmersdorf ist reich und vielfältig. Was den Bewohnerinnen und Bewohnern aber bisher fehlte, war ein eigener Raum, der für öffentliche Darbietungen, Ausstellungen und Zusammentreffen genutzt werden kann. An der Adresse Breitenbachplatz 1 in den Kolonnaden der Anlage und in direkter Nachbarschaft der „Läden der Künstlerkolonie“ stellt Vonovia nun dauerhaft einen frisch renovierten Raum für vielfältige kulturelle Nutzungen zur Verfügung. Der als „KunstRaum“ getaufte Ort wurde von Bewohnern und kuratiert vom Verein KünstlerKolonie Berlin e.V. bereits in den letzten Monaten intensiv genutzt. Der Tag des offenen Denkmals, bei dem am 13. September 2020 Rundgänge durch die gesamte Künstlerkolonie angeboten werden, stellt nun auch den offiziellen Startschuss für den „KunstRaum“ als Begegnungsort für die Öffentlichkeit dar. Aktuell stellt dort die Künstlerin Sabrin Zaher Gemälde aus, die während des Corona-Lockdowns entstanden sind.

 

„Der KunstRaum am Breitenbachplatz basiert auf einer Idee, die zusammen mit dem Verein Künstlerkolonie e.V. entstanden ist. Dadurch soll die Siedlung lebendiger werden, was im Sinne der Ursprungsidee ist. Auch von Seiten vieler Mieter wurde uns als Vonovia immer wieder der Wunsch entgegengebracht, einen Ort der Begegnung in der Künstlerkolonie zu schaffen, der ganz vielseitig einsetzbar ist, sei es für Ausstellungen, Lesungen, kleine Konzerte, Filmvorführungen oder einfach nur für ein Zusammentreffen und den künstlerischen Austausch“, sagt Jennifer Mathwig, Regionalleiterin Berlin-Mitte bei Vonovia.

 

Christian Sekula, Vorstand des Vereins Künstlerkolonie Berlin e.V. sagt: „Ein interkultureller Treffpunkt für den Kiez um den Breitenbachplatz und Platz für neue künstlerische Kreativität. Ganz in der Tradition der 1927 gegründeten Künstlerkolonie in Berlin Wilmersdorf.“

 

Die erste große Ausstellung mit Bezug zur Gründungsgeschichte der Künstlerkolonie widmet sich ab Mitte September den beiden Erstbewohnern Claire Philipp-Tellier und Geno Ohlischlaeger. Die Malerin und der Komponist zogen 1927 bzw. 1928 noch während der Bauphase in die Künstlerkolonie ein. Die Ausstellung öffnet am 16. September 2020 um 16 Uhr im Beisein der Tochter des Künstlerpaares. Die festen Ausstellungszeiten danach sind immer Mittwochs von 16 bis 19 Uhr.

 

Die geführten Rundgänge durch die Künstlerkolonie im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“ finden am 13. September 2020 um 11 und 14 Uhr statt. Treffpunkt ist das Lateinamerika-Institut in der Rüdesheimer Straße 54.

 

Genauere Informationen zum Veranstaltungsprogramm und zu den Führungen sind unter https://kueko-berlin.de/ zu finden.

 

 

Über Vonovia als Eigentümer der Wohnsiedlung Berliner Künstlerkolonie

 

Vonovia ist seit Mitte der 1990er-Jahre Besitzer der Künstlerkolonie mit insgesamt 551 Wohnungen im Altbau und 138 Einheiten im Neubau. Mit der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und dem Verein Künstlerkolonie e.V. steht Vonovia in regelmäßigem Austausch und ist sich der hohen Verantwortung für diese über die Grenzen Berlins hinaus bedeutsame Wohnhausanlage bewusst. Frei werdende Wohnungen werden vorab der GDBA bei gedeckelter Miete für GDBA-Mitglieder angeboten. Gemeinsam wird das Ziel verfolgt, bei Neuvermietung mehr als 80% der Wohnungen in der Künstlerkolonie mit Künstlern und künstlerisch tätigen Menschen zu belegen. Vonovia sieht sich verpflichtet, aktiv den Zuzug auch von jüngeren Künstlern zu fördern. Damit soll das traditionsreiche künstlerische Flair mit Bewohnern, die an Bühnen und literarisch tätig sind, erneuert und der besondere Charakter der Künstlerkolonie erhalten werden. Vonovia verfolgt in der Künstlerkolonie ein langfristiges Engagement, das durch Partnerschaft mit den Bewohnern und Institutionen geprägt ist.

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100 Jahre Groß-Berlin: Berliner Landeszentrale für politische Bildung veröffentlicht Publikation

Die Berliner Landeszentrale für politische Bildung hat in Kooperation mit dem Stadtmuseum Berlin das Buch “Metropole Berlin – Traum und Realität 1920|2020” herausgegeben. Autoren sind die Historiker Andreas Ludwig und Gernot Schaulinski.

Das Buch beschreibt die Entwicklung der Stadtregion Berlin zu einer modernen Metropole. Es gibt einen Überblick über das Berlin der 1920er Jahre als sozialer Raum und als Handlungsfeld der kommunalen Selbstverwaltung. Welche Probleme waren zu bewältigen? Welche Lösungsstrategien wurden erprobt? Welche Konflikte waren zu lösen? Und welche Zukunftsvorstellungen von Berlin wurden damals entwickelt? Dabei spielen Bereiche wie Bevölkerungsstruktur, die Wohnungssituation, die Verkehrsinfrastruktur und das Thema Schule eine wichtige Rolle. Vergleiche zu heutigen Debatten um Berlin und seine Entwicklung liegen nahe.

Zum 1. Oktober 1920 – also vor rund 100 Jahren – entstand Berlin in seinen heutigen Grenzen durch den Zusammenschluss mit sieben weiteren Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken und wurde damit quasi über Nacht zur damals drittgrößten Metropole der Welt. Unter anderem Charlottenburg, Lichtenberg und Schöneberg gehörten zuvor noch nicht zu Berlin. In den Folgejahren bis Anfang der 1930er Jahre wurden unter schwierigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen wichtige Reformvorhaben geplant und umgesetzt, die teilweise bis heute nachwirken; unter anderem ein umfassender sozialer Wohnungsbau, ein einheitlicher und bezahlbarer öffentlicher Personennahverkehr sowie eine Erneuerung und Demokratisierung von Schule. Berlin sollte zu einer modernen und international konkurrenzfähigen Metropole werden.

Printexemplare sind kostenfrei in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung (Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24 direkt am Bahnhof Zoologischer Garten) erhältlich. Das Besuchszentrum der Landeszentrale hat unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften montags, mittwochs, donnerstags und freitags jeweils von 10-18 Uhr geöffnet. Online ist das gesamte Buch hier verfügbar:

www.berlin.de/politische-bildung/publikationen/suche/?q=&titel=metropole+berlin&autor_in=-+Alles+-&thema=-+Alles+-&neu=-+Alles+-#searchresults/

Eine Buchvorstellung mit den Autoren findet am Dienstag, 12. Mai, um 18.00 Uhr per Livestream aus der Berliner Landeszentrale für politische Bildung statt. Mehr Informationen dazu sind hier abrufbar:

www.berlin.de/politische-bildung/veranstaltungen/veranstaltungen-der-berliner-landeszentrale/metropole-berlin-901644.php/

Rezensionsexemplare des Buchs “Metropole Berlin – Traum und Realität 1920 | 2020” können per

E-Mail unter julia.hasse@senbjf.berlin.de angefordert werden.

Eine Übersicht über weitere Aktivitäten des Landes Berlin und weiterer Akteure zum Thema 100 Jahre Groß-Berlin ist hier zusammengestellt:

www.berlin.de/berlin100/

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Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des Breitenbachplatzes ist ausgeschrieben

Der Senat hat heute den von der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, vorgelegten Bericht zum Stand der Machbarkeitsstudie für den Umbau des Breitenbachplatzes beschlossen.

Das Abgeordnetenhaus hatte in seiner Sitzung am 6. Juni 2019 den Senat aufgefordert, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zu untersuchen, unter welchen städtebaulichen, verkehrlichen, ökologischen und finanziellen Rahmenbedingungen der Rückbau der Stadtstraßenbrücke und die Neugestaltung des Breitenbachplatzes möglich sind.

Der Bericht gibt einen Überblick über den aktuellen Sachstand zur Machbarkeitsstudie. Nach der erforderlichen Umschichtung von Personalressourcen und ersten verwaltungsinternen Abstimmungsrunden zu den Grundlagen und Inhalten der Machbarkeitsstudie, zu den Rahmenbedingungen eines Wettbewerbsverfahrens sowie zum Umfang einer Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgte im März 2020 eine erste Einbeziehung der Öffentlichkeit.

Bei einer Ausstellung wurden städtebauliche Entwürfe der Studenten der Hochschule Bremen in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz präsentiert. Bei der Eröffnung der Ausstellung informierten die Senatsverwaltungen für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie für Stadtentwicklung und Wohnen über die Machbarkeitsstudie und standen der Öffentlichkeit für Fragen zur Verfügung. So wurde erörtert, dass zunächst die „Verkehrs- und Machbarkeitsuntersuchung Breitenbachplatz“ durchgeführt wird, bevor ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren die Ergebnisse der Studie aufgreifen soll, um anschließend ein formelles Planverfahren einleiten zu können.

Die Machbarkeitsuntersuchung soll hierbei städtebauliche, verkehrliche, ökologische und finanzielle Belange bei der Variantenentwicklung und -bewertung integrativ betrachten. Dabei ist eine aktive Beteiligung der Öffentlichkeit von besonderer Bedeutung. Eine Bekanntmachung der Ausschreibung auf der Vergabeplattform des Landes Berlin erfolgte am 30. April 2020. Bei erfolgreicher Ausschreibung kann die Machbarkeitsuntersuchung voraussichtlich im Juli 2020 starten

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Die Jugendkunstschule nimmt ihr Kursprogramm wieder auf

Das Kursprogramm der Jugendkunstschule (JKS) Charlottenburg-Wilmersdorf wird ab heute, dem 15.05.2020, – unter Einhaltung der notwendigen Hygiene-Vorschriften – in kleineren oder geteilten Gruppen wieder in den Ateliers und Werkstätten zu etwas veränderten Zeiten fortgesetzt. Schulklassenprojekttage sind bis zu den Sommerferien nicht möglich.

Während der vergangenen Schließzeit hat die Jugendkunstschule digitale Angebote entwickelt, die über die Homepage (www.jugendkunstschule-charlottenburg-wilmersdorf.de) auch weiterhin gebucht werden können.

An den nächsten Samstagen können Kinder und ihre Eltern künstlerisch im Projekt „Schlossgarten to go“ mit Materialien aus der JKS tätig werden und allen Teilnehmer*innen und den anleitenden Künstler*innen die Ergebnisse im Netz präsentieren. Die Materialpakete werden zugeschickt oder können vormittags abgeholt werden, sodass eine Anmeldung auch kurzfristig möglich ist

Im Juni wird das Projekt „Stadtkunstspiel“ Kindern und ihren Eltern, jeweils samstags, den Zugang in die Welt der Plakate geben (Anmeldung über die Homepage).

In den Sommerferien wird die Jugendkunstschule CW ein breites, kostenloses Angebot künstlerischer Wochenkurse anbieten. Ende der nächsten Woche finden Sie auf der Homepage unter www.jugendkunstschule-charlottenburg-wilmersdorf.de nähere Informationen zu den Themen und Zeiten.

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In Memoriam Luis Sepúlveda – Schriftsteller und Aktivist (1949-2020)

Liebe Freundinnen und Freunde,

vergangenen Donnerstag erreichte uns die traurige Nachricht, dass der Schriftsteller und Aktivist Luis Sepúlveda am 16. April 2020 an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung in Oviedo in Nordspanien gestorben ist. Wir erinnern an einen großen Compañero.

Luis Sepúlveda wurde am 4. Oktober 1949 in Ovalle im Norden Chiles geboren. Sein Vater war Restaurantbesitzer und Mitglied der Kommunistischen Partei, seine Mutter Krankenschwester und Angehörige der Mapuche, die 300 Jahre lang die spanische Kolonisation bekämpft hatten, sein Großvater ein exilierter andalusischer Anarchist. Eine Familientradition, die prägte.

Der junge Sepúlveda schließt sich zunächst der Kommunistischen Jugend an. Früh beginnt er zu schreiben, für seinen ersten Erzählungen-Band »Crónica de Pedro Nadie« wird ihm ein Preis des kubanischen Kulturinstituts Casa de las Américas verliehen. Im Anschluss bekommt er ein Stipendium an der Lomonossow-Universität in Moskau, wird aber schon nach ein paar Monaten nach Hause geschickt, weil er gegen »die proletarische Moral« verstoßen habe, und aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Er wird nun Mitglied bei den Sozialisten, betätigt sich weiter als Schriftsteller, studiert an der Theaterschule. Ende der 1960er-Jahre lernt er seine erste Frau Carmen Yañez kennen, 1971 heiraten die beiden, kurz darauf wird ihr Sohn Carlos geboren.

Erst spät wird bekannt, dass Luis Sepúlveda zwischenzeitlich in den Reihen der bolivianischen ELN aktiv war, die sich nach dem Tod Che Guevaras reorganisierte und 1970 einen tragisch gescheiterten Versuch unternahm, einen neuen Guerillafokus in Teoponte, nördlich von La Paz, zu installieren. Zurück in Chile beteiligt er sich am Versuch der Unidad Popular, auf friedlichem Weg den Sozialismus aufzubauen. Luis Sepúlveda wird diese Phase später als die beste Zeit seines Lebens bezeichnen und es als Privileg empfinden, an diesem gelebten »schönen Traum« teilgehabt zu haben. Er gehört zum Kreis der GAP (Grupo de Amigos Personales), die die Leibgarde Salvador Allendes bildet. Durch den maßgeblich von der USA unterstützten Militärputsch Pinochets wird dieses Experiment einer solidarischen Gesellschaft 1973 in Blut erstickt. Luis Sepúlveda wird verhaftet und schwer misshandelt. Auf internationalen Druck kom mt er nach sieben Monaten frei, geht in den Untergrund, wird ein zweites Mal verhaftet und zu lebenslänglich verurteilt. Nach zwei Jahren Haft wird seine Strafe 1977 aufgrund erneuten Einsatzes von Amnesty International in acht Jahre Zwangsexil umgewandelt.

Schweden hatte ihm Asyl angeboten, doch bereits beim ersten Zwischenstopp des Flugzeugs in Buenos Aires durchkreuzt Luis Sepúlveda den Reiseplan und hält sich in der Folge in mehreren Ländern des Cono Sur auf. Schließlich landet er in Ecuador, wo er seine Theaterarbeit wieder aufnimmt. Eine Zeit lang lebt er hier unter den Shuar-Indígenas im Amazonasgebiet, eine Erfahrung, die später in seinen erfolgreichsten Roman »Der Alte, der Liebesromane las« einfließen wird. Ende 1978 schließt er sich der internationalen Brigade Simón Bolívar an und kämpft in Nicaragua gegen die Diktatur Somozas. Nach dem Sieg der Revolution verlässt er aufgrund von Differenzen mit der sandinistischen Führung das Land und lässt sich in Deutschland nieder. Hier lernt er seine zweite Frau Margarita Seven kennen, mit der er drei Kinder haben wird.

In den 1980er-Jahren lebt Luis Sepúlveda in Hamburg, arbeitet als Journalist u.a. für den »Spiegel« und entdeckt mit dem Umweltschutz das zweite große Thema seines Lebens. Er ist auf Schiffen von Greenpeace unterwegs und engagiert sich als Öko-Aktivist gegen den Walfang. Nach der Trennung von seiner zweiten Frau, mit der ihn Zeit seines Lebens weiter eine innige Freundschaft verbinden wird, verbringt er zwei Jahre in Paris. 1996 siedelt er schließlich nach Asturien in Nordspanien über, wo er seither mit Carmen Yáñez zusammenlebt, zu der er den Kontakt wieder aufgenommen hatte. Er heiratet Carmen, eine Überlebende der Pinochet-Diktatur wie er und längst eine anerkannte Dichterin, ein zweites Mal. Ein Liebesgeschichte, die selbst ein Roman ist. In Gijón ist er Gründer und Organisator des Salón del Libro Iberoamericano und beteiligt sich an dem von Paco Ignacio Taibo II alljährlich organisierten Literaturfestival Semana Negra in Gijón.

Sein Werk wurde in ca. fünfzig Sprachen übersetzt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören neben »Der Alte, der Liebesromane las«, »Die Welt am Ende der Welt«, »Patagonia Express« und das Jugendbuch »Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte«. Bei Assoziation A erschien von ihm »Die Spur nach Feuerland« (Nombre de Torero; https://www.assoziation-a.de/buch/Die_Spur_nach_Feuerland). Hauptfigur des Romans ist der chilenische Ex-Guerillero Juan Belmonte, ein Alter Ego des Schriftstellers.

Von Luis bleibt mir neben seinem Werk die Erinnerung an eine begeisternde Woche, die wir mit vielen Genossinnen und Genossen gemeinsam im Rahmen der Semana Negra verbrachten. Es war ein einmaliger Mikrokosmos von Überlebenden der lateinamerikanischen Militärdiktaturen, dissidenten Kubanern und Kriminal-schriftstellern, die ihr Werk als kritische Röntgenaufnahme der Gesellschaft verstanden. Paco, Paloma und Marina Taibo; der Tupamaro Mauricio Rosencof; Justo Vasco, Leonardo Padura, Daniel Chavarría und Humberto Solás aus Kuba; Volker Alberts aus Bremen – sie alle waren dabei. Wir haben gesungen, gelacht und Wein getrunken. Es war seine Welt.

Die Literatur hat Luis Sepúlveda ganz im Sinne Walter Benjamins den Verlierern der Geschichte gewidmet. »Wir Schriftsteller müssen die Stimme der Vergessenen sein«, war sein Motto. Er war ein Kosmopolit und leidenschaftlicher Reisender, dem das Wort »Vaterland« nichts bedeutete. Er sei »rot bis auf die Knochen«, hat er einmal von sich gesagt. Dabei war er von einer anarchischen Unabhängigkeit des Denkens. Seinen politischen Zielen blieb er immer treu und hat den Traum von einer besseren Welt nie aufgegeben. Ihr galt wie der Liebe seine ganze Hingabe.

Um mit seinen Worten zu schließen:

 

»Cada uno
tiene en la memoria
un álbum privado
De recuerdos felices,
De esos días en los que
Lo hemos dado todo…
Y nos pareció
dar muy poco.«

»Jeder von uns
hat in seinem Gedächtnis
ein privates Album
glücklicher Erinnerungen
an jene Tage, in denen
wir alles gegeben haben,
und es uns schien,
als gäben wir nur sehr wenig.«

Adiós compañero!

© Theo Bruns

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