image_print
Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Neues vom Breitenbachplatz

Liebe Freundinnen und Freunde des Breitenbachplatzes,

 
es gibt Neues zu berichten:
 
– 60 Master-Studierende der Architektur und der Stadtplanung aus Bremen und Bordeaux haben sich mehrere Tage mit Zukunftsideen für den Platz und seine Umgebung befasst. Die Ergebnisse haben wir zusammengefasst. Link: ogy.de/kw4s
 
– Nach den Grünen Steglitz-Zehlendorf/CharlottenburgWilmersdorf haben sich auch die Wilmersdorfer Sozialdemokraten in Form eines Gesprächs mit Bürgermeister Reinhard Naumann und BI-Sprecher Ulrich Rosenbaum mit der Zukunft des Breitenbachplatzes befasst. Die Mehrheitsmeinung der sehr gut besuchten Versammlungen war jedes Mal eindeutig für einen Abriss der Brücke und eine Neugestaltung des Areals. 
 
– Als dritte Partei lädt nun die CDU zum öffentlichen Gespräch unter dem Motto „Von der auto- zur menschengerechten Stadt“, und dieses Mal verspricht es besonders munter zu werden, weil neben BI-Sprecher Ulrich Rosenbaum vor allem der ehemalige Senatsbaudirektor Hans Stimmann zu Wort kommt, der über das Monster Schlangenbader Straße promoviert hat und heute so weit gehen würde, den Abzweig Schmargendorf an der A 100 zu schließen. Termin: 28. November um 19 Uhr im Theater Jaro, Schlangenbader Straße 30. Einladender ist der CDU-Ortsverband Dahlem.
 
– Bei dieser Gelegenheit sei der Hinweis erlaubt, dass uns vorgeworfen wird, wir würden die Verkehrszahlen verschweigen. Das Gegenteil ist richtig. Seit sechs Jahren hat ein Kartenausschnitt mit den Zahlen des Verkehrsaufkommens von 2009 seinen festen Platz ganz vorne auf unserer Internetseite. Nur: Die Zahlen sind kein Argument, vor dem Ist-Zustand zu kapitulieren. Die Senatsbauverwaltung hat vom Abgeordnetenhaus den Auftrag bekommen, sich darüber Gedanken zu machen.
 
– Kennen Sie das Geheimnis der sieben Säulen, die derzeit neben dem zentralen U-Bahn-Zugang auf dem Breitenbachplatz stehen? Dann schauen Sie mal auf www.breitenbachplatz.de
 
– Sorgen macht uns der Zustand des schon wieder geschlossenen Restaurant—Cafés Breitenbachplatz/Ecke Dillenburger Straße, das als einstiges Café Telschow seit 1930 den Platz prägt. Wie wir hören, bietet der Eigentümer die Räume zum Kauf oder zur Miete auch für eine Verwendung an, die nichts mehr mit Gastronomie zu tun hat. So zum Beispiel für eine Physiotherapie-Praxis. Das würde den Charakter der Ecke grundlegend verändern.
 
– Noch einmal die Bitte: Damit wir effektiv arbeiten können, sind wir auf Spenden angewiesen. Konto Nr. DE43 1005 0000 0190 8717 09 bei der Sparkasse Berlin (BIC: BELADEBE), Kontoinhaber: Verein Initiative Breitenbachplatz.
 
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Initiative Breitenbachplatz
logo bib 198.jpg
Verein zur Förderung der Initiative Breitenbachplatz e.V.
Ulrich Rosenbaum – Lutz Pietschker – Angelika Biermann – Irene Liebau
Please follow and like us:
error

Aufrufe: 3

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Diskussion zum Breitenbachplatz


Bericht in der Berliner Morgenpost

STADTREPARATUR

Die Autobahnbrücke zwischen den Stadtteilen Steglitz, Wilmersdorf und Zehlendorf soll abgerissen werden. Nun gibt es offenbar einen Zeitplan.

Abgesang auf die Brücke am Breitenbachplatz

Carolin Brühl und Katrin Lange
Nach einer Bauwerkuntersuchung im Jahr 2016 hieß es, die Brücke am Breitenbachplatz sei nur noch fünf Jahre verkehrssicher Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Abgesang ist schon geplant: Im nächsten Jahr gibt es die Autobahnbrücke am Breitenbachplatz seit 40 Jahren. „Zum Brückenjubiläum machen wir ein Fest“, sagte Ulrich Rosenbaum von der Bürgerinitiative (BI) Breitenbachplatz in einer Veranstaltung, zu der die Bezirksverordneten der Grünen aus Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf ins Theater Jaro an der Schlangenbader Straße eingeladen hatten. Ein letztes Fest für die Brücke, denn das Bauwerk soll abgerissen werden. Das haben nicht nur die Bezirksverordneten beider Bezirke beschlossen, auch das Abgeordnetenhaus hat zugestimmt, eine Machbarkeitsstudie für den Abriss erstellen zu lassen.

Machbarkeitsstudie zum Breitenbachplatz erst Ende 2020

Schlechte Nachrichten brachte allerdings Benedikt Lux (Grüne) aus dem Abgeordnetenhaus mit: „Die Machbarkeitsstudie soll nicht vor Ende 2020 in Auftrag gegeben werden“, so Lux. Geld für die Studie sei da, aber nicht das Personal, um die Ausschreibung vorzubereiten. Immerhin sollen aber in einem nächsten Schritt bis Mai 2020 verschiedene Modelle der künftigen Platznutzung und der Verkehrsführung nach dem Abriss erarbeitet und dann im Verkehrsausschuss diskutiert werden.

Brücke nur noch fünf Jahre verkehrssicher

Die Zeit drängt. Denn bei der vergangenen Bauwerkuntersuchung im Jahr 2016 wurde festgestellt, dass die Brücke nur noch fünf Jahre verkehrssicher ist. „Das heißt, dass sich der Zustand bis heute schon weiter verschlechtert hat“, sagt Lux. Abriss, Sanierung Neubau – das sind die Optionen nach Ablauf der Frist. Wobei das nicht mehr die Frage ist. „Es ist ein gutes Zeitfenster, um den Abriss durchzusetzen“, so Lux. Der breite parteiübergreifende Konsens zeige schließlich, dass der Rückbau der Brücke sachlich begründet ist. Nun sei es wichtig, dranzubleiben.

Bürgerinitiative hat Ideen gesammelt

Das ist keine Frage für die Bürgerinitiative. Das Relikt aus der Zeit, als eine autogerechte Stadt das Thema war, soll weg. Für die Gestaltung des Platzes wurden schon viele Ideen entwickelt. Der motorisierte Verkehr soll künftig ebenerdig geführt werden, auf der frei werdenden Fläche mit einer Randbebauung die städtebauliche Fassung des Stadtplatzes nördlich und nordöstlich der Schildhornstraße wiederhergestellt werden. Dabei soll der Schaffung von Wohnraum Vorrang eingeräumt werden, darunter auch für Studenten.

© Berliner Morgenpost


Grüne regen zum Umdenken an: Der Abriss des Betonbrückenmonsters am Breitenbachplatz könnte ein Modell für die Stadt sein

Veröffentlicht am 03.10.2019 von Boris Buchholz

 

Der Berliner Verleger Wolf Jobst Siedler schrieb in seinem Buch „Die gemordete Stadt“ über den von der Autobahnbrücke geteilten Breitenbachplatz, dass hier „kein Planungsfehler, sondern die Abwesenheit von Planung“ vorliegen würde. Seit Jahren kämpfen Anwohner in der Bürgerinitiative Breitenbachplatz für den Abriss des Betonkonstrukts und den Wiederaufbau des einst schönen Stadtplatzes. Die Bezirksverordnetenversammlungen von Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf fordern den Rückbau der Autobahnbrücke, das Abgeordnetenhaus hat den Senat in die Pflicht genommen: Die Verwaltung soll eine Machbarkeitsstudie zum Rückbau der Brücke erstellen, die am 11. Juni 1980 feierlich eingeweiht worden ist.

Die Brücke als Relikt des Konzepts der autogerechten Stadt jetzt abzureißen,würde ein „exemplarisches Beispiel“ setzen, erklärte Christoph Wapler, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Umgang mit der Brücke könnte zu einem Modell für Berlin werden, denn vielerorts seien ähnliche Bausünden in den 1960er und 1970er Jahren in der Stadt begangen worden. Gleich zu Beginn der Veranstaltung „Den Breitenbachplatz wiedergewinnen!“, zu der die grünen Fraktionen aus Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf am Dienstagabend ins Theater Jaro in der Schlangenbader Straße eingeladen hatten, wurde klar: Hier geht es um mehr als nur um eine Autobahnbrücke. Wie wollen wir leben? Wie dominant darf der Autoverkehr heute sein? Wie können lebenswerte Stadträume gewonnen werden? Etwa achtzig Interessierte (und ein Hund) waren gekommen, um Antworten auf diese Fragen zu hören.

Viele gelungene Beispiele aus aller Welt, wie Orte aus Beton wieder zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt werden können, hatte Uta Bauer vom Deutschen Institut für Urbanistik im Gepäck. In Ludwigshafen wird seit 2011 um den Rückbau der Hochstraße Nord gestritten, einem Bauwerk ähnlich der Rudolf-Wissell-Brücke. „Der Abriss der ganzen Brücke und eine ebenerdige Straßenführung war die wirtschaftlichste Variente“, berichtet die Stadtforscherin. Auf der gewonnenen Fläche sollen Wohnungen gebaut werden, Busse und Bahnen werde auf der neuen ebenerdigen Straße Vorrang eingeräumt, Fußgänger würden viel „neue Fläche“ erhalten und der Radverkehr werde aufgewertet. Allerdings braucht all das Zeit: Erst 2029 soll das Projekt abgeschlossen sein. Auch die Stadt Siegen hat ihre Erfahrung mit der Autos-First-Strategie der Vergangenheit: Der Fluss Sieg wurde „überdeckelt und 230 Parkplätze wurden draufgeknallt“, erzählt Uta Bauer. Dieser Fehler wurde ab 2015 rückgängig gemacht, das freigelegte Ufer sorge heute für eine Revitalisierung der Innenstadt, „der Prozess ist abgeschlossen“.

Anderes Beispiel, andere Stadt – Stuttgart: Der Österreichische Platz war bis 2018 nur ein Kreisverkehr auf verschiedenen Ebenen, unten parkten Autos. Seitdem zeigt eine Bürgerinitiative mit Unterstützung der Stadt, was alles möglich ist, wenn man Plätze neu denkt und die Autos nicht mehr den Ton angeben. Ein Roller- und Skaterevent auf den Straßen des „Platzes“, ein BlöckleBattle, Open-Air-Cafés, Sommerkino unter der Paulinenbrücke, ein Kultur-Festival, eine „österreichischen Brettljause“, also ein Bürgerpicknick mit „heuriger Musik“ – fast jeden Tag findet etwas auf dem wiedergewonnenen Platz statt. Ende 2019 wird entschieden, ob die Stadt den alten Parkplatz und Verkehrsplatz wiederhaben möchte, oder man lieber den Österreichischen Platz weiter als Kieztreffpunkt fördern möchte. Uta Bauer warf Bilder von weiteren Projekten an die Wand: Utrecht, New York, es gebe unzählige weitere.

Es wird lange dauern. „Man muss viel Geduld bei solchen Rückbau-Projekten mitbringen“, sagte Uta Bauer dem Publikum am Breitenbachplatz. „Ich hoffe, dass es nicht so lange dauert wie in Ludwigshafen“, erwiderte der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux. Allerdings berichtete er, dass in der grün-geführten Senatsverkehrsverwaltung erst Ende 2020 mit der Ausschreibung und Durchführung der Machbarkeitsstudie zur Autobahnbrücke begonnen werden könne, es sei zu wenig Personal da. „Wir können schneller sein, wenn es entsprechend Druck der Abgeordneten und Bürger gibt“, machte er Hoffnung. Die Tatsache, dass es bis auf die AfD einen breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens pro Abbau der Brücke gebe, nannte er „ein Riesengeschenk“.

Sehr viel Zeit haben die Rückbau-Befürworter nicht. Denn die Debatte wird davon beflügelt, dass die Brücke seitens der Verwaltung noch für etwa fünf Jahre als verkehrs- und standsicher eingeschätzt wird. In dieser Zeit muss etwas geschehen. Der grüne Abgeordnete beschreibt das Worst-Case-Szenario: „Jemand versucht das Ding instandzusetzen.“ Werde erst in eine Sanierung investiert, stünden die Chancen auf einen Rückbau schlecht. Positiv sei allerdings, so Lux, dass die Verantwortung für die Autobahn komplett beim Land Berlin liege; das betroffene Teilstück sei bis zum Anschluss an den Stadtring keine Bundesautobahn. Eine Verzögerung durch die Bundesregierung als weiteren Gesprächspartner werde es daher nicht geben.

Neubau, sanieren, abreißen – für Ulrich Rosenbaum von der Bürgerinitiative Breitenbachplatz ist allein der Abriss der Brücke eine Option. Es gehe vor allem darum, den durch den Betonbau zerrissenen Ort wieder zu einem lebendigen Stadtplatz zu machen und ihn städtebaulich zu vollenden. „Wir wollen den Verkehr vergrämen!“, rief er dem Publikum zu. Über achtzig Prozent des Brückenverkehrs „geht über die Schloßstraße hinweg und verteilt sich nach Lankwitz“, sagte Rosenbaum. Dorthin könnten die Autofahrer auch über das Schöneberger Kreuz gelangen. Statt der breiten Brücke und dem Straßengeflecht setzt die Bürgerinitiative auf eine ebenerdige Lösung. Entlang der Schildhornstraße würde Platz für neue Wohnhäuser entstehen – „es wäre nicht schlecht, wenn Wohnungsbaugenossenschaften zum Zuge kommen würden“ – auch im Norden des Breitenbachplatzes könnte neue Bebauung entstehen und den Platz stadtplanerisch einfassen.

Das Platz-Problem hat das Interesse nationaler und internationaler Nachwuchswissenschaftler geweckt: Im Oktober kommen Studierende der Hochschule Bremen und der Université Bordeaux Montaigne nach Berlin und entwickeln Ideen für die Zukunft des Breitenbachplatzes. Sie präsentieren ihre Ergebnisse am Montag, 13. Oktober, um 10 Uhr in den Räumen der Stadtwerkstatt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (Karl-Liebknecht-Straße 11). Die Studenten und Studentinnen des Lehrstuhls Städtebau und Entwerfen aus Bremen haben noch mehr vor: Unter der Federführung von Hochschullehrer Klaus Schäfer werden sie bis Ende Januar 2020 an Konzepten für den zukünftigen Stadtplatz arbeiten. Geplant ist, dass ihre Ergebnisse in einer Ausstellung zusammengefasst werden, die in beiden Bezirken, in denen sich der Breitenbachplatz befindet, gezeigt werden soll.

Zusammen politischen Druck erzeugen. Während sich die Bürgerinititaive Breitenbachplatz schon längst im Netzwerk „Menschengerechte Stadt“ mit gleichgesinnten Initiativen zusammengeschlossen hat, scheint die Politik noch Netzwerk-Probleme zu haben. „Vernetzt euch auf der Parteiebene“, riet ein engagierter Wilmersdorfer Bürger den Grünen aus den zwei Bezirken. Dadurch, dass sich Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf die Zuständigekit für den Platz teilen, ist auch das Werben für den Abriss zweigeteilt – und in der Folge geschwächt. Die Veranstaltung der beiden Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen könnte ein erster Schritt zu einer überbezirklichen Initiative gewesen sein.

© Der Tagesspiegel

Please follow and like us:
error

Aufrufe: 35

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Förderverein für den Breitenbachplatz gegründet

Am 3. September 2019 wurde vom Amtsgericht Charlottenburg der „Verein zur Unterstützung der Initiative Breitenbachplatz e.V.“ ins Berliner Vereinsregister eingetragen. Der mit der erforderlichen Zahl von Mitgliedern gegründete Verein will die Bürgerinitiative beim Fundraising und überall dort unterstützen, wo eine Rechtsform für die Arbeit zur Entwicklung des Platzes hilfreich ist. Das gilt insbesondere für die Begleitung der mit dem Beschluss des Abgeordnetenhauses angekündigten Machbarkeitsstudien zum Brückenrabriss durch fachlich kompetente Stellungnahmen und für die Durchführung von Anwohnerveranstaltungen. Nachdem sich der Kreis der Aktiven der Initiative Breitenbachplatz gegen die Umwandlung in einen e. V. ausgesprochen hatte, wurde das Modell des im Hintergrund wirkenden, schlanken Fördervereins gewählt. Mit dabei sind auch zwei Vertreter der Anwohnerinitiative Schorlemerallee sowie ein Vorstandsmitglied des Vereins Künstlerkolonie e.V.

In der Gründungsversammlung wurden (auf dem Foto von rechts nach links) gewählt: Ulrich Rosenbaum (Vorsitzender), Lutz Pietschker (stv. Vorsitzender), Angelika  Biermann (Schatzmeisterin) und Irene Liebau (Schriftführerin). Silke Hebert fungiert als Revisorin.

Satzung

Please follow and like us:
error

Aufrufe: 29

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Neues vom Breitenbachplatz

Liebe Freundinnen und Freunde eines schöneren Breitenbachplatzes,

nach dem Beschluss des Abgeordnetenhauses, eine Machbarkeitsstudie mit dem Ziel des Abrisses der Breitenbachplatzbrücke anzufordern, geht es nun darum, zu einer unverrückbaren Entscheidung zu kommen. Wir freuen uns deshalb, dass die Parteien unter Beteiligung unserer Bürgerinitiative über die konkrete Ausgestaltung diskutieren.

Den Anfang machen die Grünen, die bezirksübergreifend zu einer Diskussion am 1. Oktober um 19 Uhr ins Theater Jaro an der Schlangenbader Straße einladen. Einzelheiten entnehmen Sie bitte einem Zeitungsartikel ogy.de/g04h .

Es folgt die SPD, die am 4. November um 19 Uhr ins Wahlkreisbüro Dörstelmann am Rüdesheimer Platz (Landauer Str. 8) einlädt. Mit dabei: Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann.

Wenn Sie sich schon immer mal gefragt haben, ob der Spielplatz auf dem Breitenbachplatz kindgerecht ist, kommen Sie doch am 10. 10. um 10 Uhr vor Ort, um mit der Steglitz-Zehlendorfer Jugendstadträtin Carolina Böhm (SPD) darüber zu reden.

Übrigens: Auch die Dahlemer CDU plant einen Abend zum Thema Breitenbachplatz. Wenn der Termin feststeht, informieren wir auch darüber.

Wir bereiten uns als Bürgerinitiative darauf vor, im Sinne des Abgeordnetenhaus-Beschlusses zum Bürgerdialog im Rahmen der Machbarkeitsstudie beizutragen. Wir wollen auch selber Expertisen bei Fachleuten beauftragen, professionelle Zeichnungen erstellen lassen, Gedrucktes anbieten und Räume für Anwohnerversammlungen anmieten. Das alles geht nicht ohne finanzielle Ressourcen. Wir haben deshalb über den Umweg eines Fördervereins einen rechtsförmlichen Hintergrund geschaffen und ein Konto einrichten können, auf das Spenden eingezahlt werden können. Wir würden uns deshalb über jede finanzielle Unterstützung freuen. Hier die Kontodaten:

Konto Nr. DE43 1005 0000 0190 8717 09 bei der Sparkasse Berlin (BIC: BELADEBE)
Kontoinhaber: Verein Initiative Breitenbachplatz

Wie immer noch Neues vom Platz. Wer schon eine böse Ahnung hatte, sieht sich bestätigt: Das historische Café Breitenbach an der Ecke zur Dillenburger Straße ist nach wenigen Monaten wieder geschlossen. Aus „technischen Gründen“. Das zuletzt von einer aserbeidschanischen Gesellschaft betriebene Lokal nannte sich auf einmal “Restaurant Flame Towers Baku“ und bot sich Wasserpfeifenrauchern an. “Die Wasserpfeifen stinken die Gegend voll, Gäste sieht man in dem Laden nicht. Wir warten auf den nächsten Betreiber“, schrieb ein Gast bei Google-Rezensionen. Auch beim offenbar mit den Restaurantbetreibern verbundenen und lange Zeit angekündigten Hörgeräte-Geschäft links neben der Zwilling-Apotheke hat sich nichts mehr gerührt. Um so erfreulicher, dass sich das Heurigen-Lokal „Nussbaumerin“ rechts neben dem Santa Café (dem die Konkurrenz übrigens nicht schadet) großen Zuspruchs erfreut. So kommt Leben auf den Platz.

Ulrich Rosenbaum
Verein zur Unterstützung der
Initiative Breitenbachplatz e.V.
breitenbachplatz.de

Please follow and like us:
error

Aufrufe: 15

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Demonstration der Künstlerkolonie 1930

Lebendige Geschichte 

Demonstration der Künstlerkolonie am Breitenbachplatz. Bewohner der Künstlerkolonie der grossen Wohnsiedlung für Schauspieler und Schriftsteller am Breitenbachplatz in Wilmersdorf demostrierten gegen die Kündigung dreier unruhestiftender Mieter und die Unterdrückung der Geistesfreiheit. Berlin.

-Copyright:
IMAGNO/Austrian Archives

-Entstehungsdatum: 1930


Please follow and like us:
error

Aufrufe: 35

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Sie flohen vor dem Hakenkreuz….Ein Lesebuch für Deutsche

Walter Zadek

Emigration und Wesenswandlung

 

Walter Zadek, der vor den Nazis geflohene Journalist aus dem Berlin der Weimarer Republik, hat seit vielen Jahren seine Begegnungen mit den Überlebenden der Emigration in Europa, den USA und in Israel dazu genutzt, ein Panorama der deutschen Emigration aufzuzeichnen. Aus bisher unveröffentlichten Texten und Selbstaussagen, die Walter Zadek aufs Tonband genommen hatte, aus Briefen und Zeugnissen von Verwandten und Freunden der Autoren ist dieser Band entstanden. Er gibt Zeugnis vom Leben auf der Flucht, von Armut und Elend der Emigration. Bei weitem nicht alle haben wieder eine neue Heimat Schriftsteller gefunden oder und sind Dichtergar in die alte Heimat zurückgekehrt. Die Emigration der Schriftsteller haben die Deutschen nach 1945 kaum nachvollzogen, die lebenslange Trauer der Emigration nie begriffen.

 

„Vor allem aber erhob sich noch die sprachliche Barriere, schwer die gerade für den ausgewanderten Schriftsteller unüberwindbar schien. Nur schwer und langsam wuchs uns die hebräische Sprache zu und wir in sie hinein. Nur ganz wenigen ist es gelungen, in dieser alten und erneuerten Sprache des eigenen Volkes literarisch produktiv zu werden. Thomas Mann hat aus seiner Exilerfahrung darauf hingewiesen, daß ein Schriftsteller ein Mensch sei, dem es schwererfalle, sich auszudrücken als anderen Leuten … Aber auch das Land der Herkunft blieb für uns, die wir Deutschland nach 1933 verlassen mußten, verfremdet. Nach über zwanzig Besuchen in der Bundesrepublik und längeren Aufenthalten in deutschen Städten bekenne ich dankbar, daß sich dort vieles entscheidend gewandelt hat und ich mich als gern gesehener Gast empfinden durfte. Aber als Gast, dessen Legitimität gerade in seiner Rückverbindung zu Israel gesehen wird. So bleibt es unser Schicksal, in dem Land unserer Auswanderung nicht mehr und im Land unserer Einwanderung nicht ganz heimisch zu sein“.  (Schalom Ben-Chorin)

 

Walter Zadek geb. 1900 in Berlin war Bewohner der Künstlerkolonie in Berlin und wohnte in der Bonner Strasse 3. Er begann 1919 als Buchhändler und Antiquar, 1924 Redakteur des «UHU», dem ersten deutschen Magazin, 1925 Ressortchef beim« Berliner Tageblatt», 1930 Leiter der « Zentralredaktion für deutsche Zeitungen», 1933 Verhaftung und Flucht, ab1933 Israel. Lebt in Holon bei Tel Aviv (Winter) oder Frankfurt! Main (Sommer). Herausgeber diverser Bücher

 

Unter Bestien

 

Am Freitag, dem 20. Januar 1933, kommt es in Berlin vor dem Eingang zum Untergrundbahn­hof Breitenbachplatz zu einem kleinen Handgemenge. Ich höre, wie ein untersetzter Herr seiner Begleiterin zuruft: «Schande, daß man dies Judenzeug immer noch ausstellen darf!» Damit weist er auf einen Zeitungsautomaten hin, in dem das Berliner Tageblatt steckt. Ich sage daraufhin zu meiner Frau: «Wollen wir mal das Judenzeug kaufen?»

Vor der Eingangssperre haben die Antisemi­ten auf mich gewartet. Als ich den engen Durch­gang betrete, werde ich von dem kräftigen Mann derb hineingestoßen. Ich wehre mich, wenn auch durch die Dauerverletzung einer Hand be­hindert, auf ähnliche Weise. Die anschließende Prügelei wird durch Bahnbeamte abgebrochen. Auf dem Weg zum Vorsteher, der die Namen aufnehmen soll, schlägt der Angreifer nochmals hinterrücks nach mir, trifft jedoch das Gesicht meiner Frau. Der Bahnvorsteher läßt sich unsere Ausweise zeigen. Der Nazi hat den holländischen Namen Bloemendaal. Ich weise mich als Leiter der «Zentralredaktion für deutsche Zeitungen» aus.

Ich besaß Arbeitsräume in der nahe gelegenen «Künsterkolonie». Das waren mehrere große Häuserblocks, erbaut für Mitglieder des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller, der Bühnengenossenschaft und anderer Künstlerverbände. Also ein Sammelbecken freigeistiger, meist linksge­richteter Menschen und damit ein Dorn im Auge jedes Nationalsoziali­sten. In meiner Wohnung hatte, schon seit ich Ressortchef am Berliner Tageblatt gewesen war, alle vierzehn Tage eine Art jour stattgefunden, an dem sich Dichter, Politiker, Musiker usw. gegenseitig an- und aufregten, darunter Maler des Bauhauses, Mitarbeiter der Weltbühne, Schauspieler von Reinhardt u. a.

Als ich nach der abendlichen Prügelei heimkehre, sehe ich vom Fenster aus, daß der Gewaltmensch mir nachgegangen war und die Anschrift auf­zeichnet. Noch ahne ich nicht, daß dies der Auftakt zu meiner sehr frühen und dadurch lebensrettenden Emigration werden wird.

Zwei Monate später, am 15. März 1933, werden die Wohnblocks der «Künstlerkolonie» von Polizei und SA-Leuten umstellt. Ich werde durch sieben schwerbewaffnete Jungen des «Kommando zur besonderen Ver­wendung» mißhandelt und mit blutendem Gesicht die Treppe hinunterge­stoßen. Halb bewußtlos höre ich: «Das ist der Kerl, der den alten Mann geschlagen hat.» Und dann: «Wirst du Judenschwein wohl schneller lau­fen!» Trotz meiner Betäubung erinnere ich mich: «Auf der Flucht er­schossen» und taste mich nun wirklich langsamer die Stufen hinunter. Einen so raschen Triumph möchte ich Herrn Bloemendaal nicht gönnen.

Unten werde ich auf einen Polizeiwagen hinaufgestoßen. Das ist ja eine Literatenversammlung: Vor mir sitzt der Schriftsteller Manes Sperber, hinter mir der im Osten geehrte Autor Theodor Balk, alias Dr. Fodor, alias Dr. Dragutin. Einer der Uniformierten höhnt: «Hast woll Neesebluten jehabt, wa? Wisch dir mal det Jesicht ab!» Das Bild des Wagens mit den feixenden Bestien erscheint am 16. März 1933 neben einem verloge­nen Bericht in den Naziblättern.

In die Gruppenzelle des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz wird gleich danach der heute in der DDR führende Theaterfachmann Curt Trepte hineinbefördert. Kein Jude. Zum Beweis, wie «verhört» wird, ent­blößt er seinen Hintern. Er strahlt blau und braun von Hieben. Ich bitte einige Polizeikommissare, die oft Beiträge für meine Zeitungskorrespon­denz eingesandt hatten, um Rücksprache. Keiner von ihnen rührt sich.

Nach ein paar Tagen trennt man die konsularisch beschirmten Ausländer von uns schutzlosen Deutschen. Ich werde in das Zuchthaus Spandau abgefahren. Wieder öffnet sich eine Massenzelle, gefüllt mit einer geistig regen Gesellschaft. Beherrschaft von dem kommunistischen Abgeordne­ten Heuck, einem mächtigen Burschen, Pferdehändler, der später in sei­nem Wahlkreis Kiel von Nazischergen niedergemacht werden wird. Fast dreißig andere begrüßen den Neuzugang.

Eines Nachmittags bringen zwei Wärter den greisen Justizrat Broh herein, nur mit einer Decke auf dem nackten Kröper, um Druck zu vermei­den, denn er ist am ganzen Leib braun und schwarz geschlagen. Mit Brandstellen, wo die Sadisten ihre Zigaretten ausgedrückt hatten. Den Kopf voller Krusten, weil sie ihm die Haare büschelweise mit Zangen ausgerissen hatten. Er sollte büßen, daß er als Jude linke Leute gegen die Nazis vor Gericht vertreten hatte.

 

Ausbruch

April 1933. Ich werde herausgerufen: mit Sachen! Im Direktorzim­mer: «Sie sind entlassen!» Der neue Vorsitzende des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller (SDS), Hanns Heinz Ewers, nazistischer Erbe von Tucholsky und Arnold Zweig, hat seinen Einfluß zeigen wollen und sich für den ihm unbekannten Kollegen verwendet.

Unvorbereitet erscheine ich zu Hause. Meine Arbeitsräume sind verwüstet. Mein Paß ist im «Alex» beschlagnahmt. Ein deutschnationaler Anwalt versucht, ihn vom Staatsanwalt herauszubekommen. Aber eines Vormittags, wieder befragt, flüstert er mir leise zu: «So schnell und so weit wie möglich!» Ich begreife: Die Wiederverhaftung steht bevor.

Am selben Abend verschwinde ich mit meiner Frau in einem D-Zug nach Westen. Beide nur mit einer Aktentasche bewaffnet, wenige Mark im Beutel. Schon auf dem Bahnhof Zoo waren zwei allzu unauffällige Herren in das leere Nebenabteil zugestiegen. Man hatte uns also nie aus den Augen verloren.

Köln. Sechs Uhr früh. Ein begabter Reporter hatte in einem seiner Beiträge für meinen Zeitungsdienst von den Schleichwegen der Schmuggler im Westen berichtet. Aus dem Bett geholt, behauptete er, nichts Ge­naueres zu wissen. Seit der Machtergreifung verleugnen fast alle nichtjü­dischen Bürger ihre «rassisch belasteten» Freunde und Arbeitgeber. Un­aufgefordert schaltet jeder sich gleich. Von echten Überzeugungen keine Rede. Zivilcourage, Rückgrat, Gesinnungstreue – wie wenige haben sie damals bewiesen, werden sie jemals beweisen.

Auf dem Amt der Zionistischen Organisation in Berlin hatte uns ein Unbekannter eine andere Anschrift in Köln genannt. Durch die noch schlafenden Straßen der Stadt trotten wir zum bezeichneten Haus.

Als wir uns umdrehen, tauchen hinten, in weiter Feme, gerade die zwei unauffälligen Herren aus dem Nebenabteil der Eisenbahn auf!

Ich krieche unter die Treppe. Meine Frau läutet an der Wohnungstür. Wie? Was will sie? Man verstehe sie nicht. Niemals hätten sie mit so etwas zu tun gehabt. Welche Zumutung! Da bricht die überforderte Bittstellerin in Tränen aus. Man nimmt sie herein, reicht ihr Kaffee, nennt ihr den Fluchtweg. Er hätte kaum einfacher sein können.

Es ist der 23. April 1933. Wir fahren weiter nach Aachen. Gehen hinein in die Stadt. Vorsichtshalber steigen wir an verschiedenen Haltestellen in die Straßenbahn Nummer sieben. Umsonst, alles umsonst! Auf der Platt­form stehen bereits die beiden schweigsamen Herren. An der Kreuzung Couvenstraße springe ich ab, renne zu einem bestimmten Taxistand hin­über. Gerade ist noch ein Platz frei. Kaum sitze ich, rattert der Wagen los. Ich zahle bis zum Endpunkt, lasse jedoch unterwegs halten, steige links heraus statt rechts: Gerettet!

Denn diese Straße ist ein kurzes Stück lang staatenlos. Niemandsland. Links liegt Holland, der Platz Kerkrade. Rechts das deutsche Städtchen Herzogenrath. An der Hauptstraße befindet sich eine holländische Grenzsperre. Steigt man aber hundert Meter davor aus, gelangt man auf einem Kohlenweg um die Schranke herum sofort in den blumenreichen, sauberen Ort hinein.

Wo steckt meine Frau? Sie sollte doch im nächsten Auto folgen. Unru­hig sehe ich in einen Laden, erstehe die ersten holländischen Zigaretten. Als ich heraustrete, schleicht mein blasses Weib vorüber und bricht bei meinem Anblick ohnmächtig zusammen. Da sie mich am Treffpunkt nicht gesehen hatte, glaubte sie mich von den beiden Herren abgefangen.

 

© Auszug aus dem Buch “Sie flohen vor dem Hakenkreuz”, Herausgeber Walter Zadek, erschienen 1984 im Rowohlt Taschenbuch Verlag


Please follow and like us:
error

Aufrufe: 18

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Neues vom Breitenbachplatz 07 2019

Liebe Bezieher des Newsletters Breitenbachplatz,

 
es gibt über ein paar Neuigkeiten zu berichten. Eine gute Nachricht: In zwei seit Monaten leeren Ladengeschäften ist neues Leben eingezogen:
 
– In der ehemaligen Weinstube Breitenbachplatz 12 neben dem Santa-Café eröffnet an diesem Wochenende das österreichische Heurigen-Lokal „Nussbaumerin“. Es handelt sich um einen Ableger des Restaurants „Nussbaumerin“ in der Leibnizstraße, das zuletzt vom Guide Michelin mit dem „Bip Gourmand“, der Vorstufe für einen Stern ausgezeichnet wurde. Es soll neben österreichischem Wein „Schmankerln“ vom Tafelspitz bis zum Kaiserschmarr`n geben.
 
– Direkt daneben hat die Berliner Sparkasse ein SB-Center eingerichtet. Damit steht jetzt erstmals wieder ein Geldautomat rund um die Uhr zur Verfügung, denn der Postbank-Automat an der Kreuznacher Straße ist nur während der Öffnungszeiten des Postbank-Centers zugänglich.
 
Und wie geht es weiter mit dem Breitenbachplatz? Nachdem das Abgeordnetenhaus, wie berichtet, direkt vor der Sommerpause den Abriss der Brücke und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität inklusive Tempo 30 beschlossen und die Bürgerbeteiligung bei der Machbarkeitsstudie festgeschrieben hat, bereiten wir uns als Bürgerinitiative darauf vor, die Anwohnerinteressen einzubringen. Mehr demnächst. Erfreulich ist jedenfalls, dass die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf direkt vor den Sommerferien zwei unserer seit Jahren vorgetragenen Forderungen übernommen hat, nämlich
 
– die Reduzierung des Autoverkehrs um den Platz auf eine Fahrspur, damit – analog zum Südwestkorso und der Englerallee – die rechte Spur den Radfahrern vorbehalten sein kann. Gefordert wird vom Land auch die Rückverlegung der Bushaltestelle Schorlemerallee auf Höhe des südlichen U-Bahn-Ausgangs. Link: ogy.de/bxlk
 
– die EInrichtung eines Zebrastreifens zur sicheren Überquerung auf Höhe des Medizinischen Versorgungszentrums Orthopädie am südlichen U-Bahn-Ausgangs. Link: ogy.de/zq3p
 
Zur Erinnerung: Jeden Mittwoch ab 17 Uhr spielen wir Boule auf dem Platz. Einfach kommen! Wenn sich Gruppen zu anderen Zeiten zusammenfinden wollen, können auch sie gegen 20 Euro Pfand im Santa-Café einen Satz Kugeln ausleihen.
 
Wie berichtet, haben wir uns mit fünf anderen Bürgerinitiativen zum „Netzwerk Menschengerechte Stadt“ www.menschengerechte-stadt.de zusammengeschlossen. Das Netzwerk wird in nächster Zeit die Überdimensionierung der Bundesallee zum Thema machen. Am 8. August ab 17 Uhr findet zum Auftakt eine „lange Tafel“ auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz in Friedenau statt.
 
Für Kurzentschlossene noch ein Kulturtipp: Am 14. Juli um 16 Uhr erinnert die Künstlerkolonie am Breitenbachplatz mit einem Konzert an die Künstler, die 1927  bis zur Verfolgung durch die Nazis ab 1933 hier lebten. Details: www.kueko-berlin.de
 
Noch viele schöne Sommertage wünscht
 
Initiative Brreitenbachplatz
Ulrich Rosenbaum


Please follow and like us:
error

Aufrufe: 74

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Neues vom Breitenbachplatz

Liebe Freundinnen und Freunde des Breitenbachplatzes,

 
gestern hat das Abgeordnetenhaus beschlossen, Maßnahmen mit dem Ziel des Rückbaus der Breitenbachplatzbrücke einzuleiten (Dokument siehe ogy.de/xc6f ). Das ist sicher ein Meilenstein in unserem seit acht Jahre währenden Bemühen, die Aufenthaltsqualität auf einem einst der schönsten Plätze wiederherzustellen. Zu danken ist der CDU, dass sie den parlamentarischen Vorgang eingeleitet hat, und den Koalitionsfraktionen für die konstruktive Behandlung im Plenum und den Ausschüssen und auch dafür, dass in dem Beschluss ausdrücklich ein breiter Beteiligungsprozess festgeschrieben ist. Wir wollen uns an vorderster Stelle bei der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie einbringen. Der Beschluss enthält auch die von uns vorgeschlagene Bebauung der durch den Rückbau der breiten Schneise frei werdenden Fläche an der Nordseite der Schildhornstraße mit Wohnbauten.  

 
Nach den Ausführungen der Beamten im Verkehrsausschuss ist angesichts des baulichen Zustands der Brücke mit einem Abriss innerhalb der nächsten fünf Jahre zu rechnen. Schon vorher könnten weitere im Beschluss genannte Maßnahmen wie die Einführung von Tempo 30 rund um den Breitenbachplatz und die Schaffung sicherer Querungen für Fußgänger ohne Verzug eingeleitet werden. Auch darauf werden wir drängen. Bei unserem kleinen Platzfest konnten die Anwesenden, auch Kinder, ihre Ideen für die künftige Gestaltung zu zeichnen. Eine Zusammenstellung haben wir unter ogy.de/n5wi ins Netz gestellt.
 
In diesem Zusammenhang: Wir bitten alle auf unserer Mailingliste, die in der Lage sind, ihren Sachverstand in den weiteren Diskussions- und Planungsprozess einzubringen, sich bei uns zu melden.
 
Wichtig ist uns auch die gegenseitige Unterstützung im Netzwerk „Menschengerechte Stadt“ (www.menschengerechte-stadt.de). Wir werden uns an der nächsten Aktion des Netzwerks beteiligen, die sich gegen die menschenfeindliche Überdimensionierung der Bundesallee richtet. Auch die Partnerschaft mit dem Verein Künstlerkolonie werden wir ausbauen.
 
Was gibt es Neues vom Platz? In den Räumen, in denen früher die Commerzbank-Filiale war, hat in der linken Hälfte die Teltow-Zehlendorfer Physiotherapiepraxis Marion Koch eine Filiale eingerichtet und ist dabei, das Personal aufzubauen. 
 
Ich hatte Gelegenheit, im Privatsender TV Berlin sowohl über das Netzwerk wie speziell zum Breitenbachplatz ausführlich zu berichten. Die zwei Teile der Sendung kann man auf Youtube anschauen: https://youtu.be/311G7teShIs   UND   https://youtu.be/SkH3FRDGKjA 
 
Jetzt wünsche ich allen erst einmal eine erholsame Ferienzeit; wenn Sie daheim bleiben, kommen Sie doch mal mittwochs um 17 Uhr zum Boulespiel auf den Breitenbachplatz.
 
Mit nachbarschaftlichen Grüßen
Ulrich Rosenbaum
Initiative Breitenbachplatz


Please follow and like us:
error

Aufrufe: 30

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

„RESPEKT FÜR DIE MENSCHEN IN UNSERER STADT“

Netzwerk der
Bürgerinitiativen Breitenbachplatz und Wilmersdorfer Mitte,
Initiativen Bundesplatz, Friedrich-Wilhelm-Platz und Prinzregentenstraße,
Stadtteilinitiative um den Leon-Jessel-Platz

Die Qualität der Stadträume in Wilmersdorf, Friedenau und Dahlem zeitgerecht neu denken, reparieren und wieder sichtbar machen sowie Nachbarschaften stärken. Darum geht es unserem Netzwerk von Bürgerinitiativen!

Unser Stadtraum – zwischen Lietzenburger Straße im Norden und der Bezirksgrenze nach Dahlem am Breitenbachplatz im Südwesten, von der Konstanzer Straße im Westen, über den Bundesplatz bis zur Prinzregentenstraße im Osten und der Gegend um den Friedrich-Wilhelm- Platz in Friedenau als südlichem Abschluss – ist Zeugnis einer einzigartigen historischen Stadtbaukunst.

Frühere Stadtplanung zielte auf die Lebensqualität der Quartiere

Mit der Carstenn ́schen Planung entstand ein Netz aus repräsentativen Boulevards wie Hohenzollerndamm und Bundesallee sowie Stadtplätzen wie Bundes-, Prager oder Friedrich- Wilhelm-Platz. Die durchdachten, hochwertigen Plätze boten den dort wohnenden und arbeitenden Menschen urbane Orte der Begegnung und Erholung und verliehen den Quartieren mit ihrer hervorragenden Aufenthaltsqualität eigene Identitäten.

So schufen die früheren Stadtplaner einen repräsentativen und dennoch sozialraumorientierten Stadtraum, der die Menschen aller Schichten zueinander brachte und in dem Straßen und Plätze gleichberechtigt für alle Verkehrsteilnehmer, vom Fußgänger bis zum Automobilisten, angelegt waren.

Diese städtebauliche Qualität ist in weiten Bereichen zerstört

Unser Stadtraum wurde zunächst durch die Bomben des Zweiten Weltkrieges teilweise und ab den 60er Jahren durch die überdimensionierten Verkehrsplanungen der „autogerechten Stadt“weitgehend zerstört. Unter dem Motto „Der Verkehr muss fließen“ wurden vertraute Umgebungen, Straßen, Plätze und Nachbarschaften geopfert, gewachsene Strukturen „funktional gegliedert“. Mitdem Siegeszug des Autos verschoben sich die Prioritäten: erst das Auto, dann der Mensch. Mehrspurige Straßen und Schneisen kreuzungsfreien Fahrens wurden zum obersten Gebot des Städtebaus. Nicht mehr die Attraktivität für die Anwohner sondern die für die „Durchfahrenden“ war nun oberstes Ziel der Stadtplanung. Plätze, Sichtachsen und Quartiere haben vielerorts ihr Gesicht, ihre Bezüge, ihre Geschlossenheit verloren.

Es ist Zeit, die verfehlte Stadtplanung der Nachkriegsjahrzehnte zu korrigieren

Zwar führte in Berlin der Protest gegen die Planung der Westtangente schon Mitte der 70er zu einem zaghaften Umsteuern der Politik; der Abriss der Brücke über den Kurt-Schumacher-Platz, das Zuschütten des Tunnels am Breitscheidplatz waren weitere Zeichen des Abschieds vom Glauben an aufwändige Verkehrsbauten. Der sich nun ankündigende Abriss der Brücke über den Breitenbachplatz setzt ein aktuelles Ausrufezeichen: Die „autogerechte Stadt“ ist an ihreGrenzen gestoßen, an soziale, wirtschaftliche und ökologische. Das Netzwerk fordert daher einProgramm für den Rückbau der autogerechten Stadt.

Menschengerecht heißt nicht autofeindlich

Es geht darum, dass unsere Stadt wieder vom Menschen her gedacht und für Menschen gebaut wird. Dazu muss die Aufteilung der Verkehrsräume vom Kopf auf die Füße gestellt werden: Die Verkehrsplanung der Zukunft muss bei den Bedürfnissen der Fußgänger ansetzen, dann der Radfahrer, schließlich des ÖPNV und erst dann beim motorisierten Individualverkehr.

Gemeinsam fordern wir:

Politik, Verwaltung und Planung müssen die historische und städtebauliche Qualität unseres Stadtraumes erkennen, durch ihr Handeln bewahren und stadtverträglich neu definieren:

  • Die Kieze müssen am Menschen orientiert weiterentwickelt, die Nachbarschaften gestärkt und wiederhergestellt werden.

  • Den Magistralen muss das Trennende genommen, die Strukturen und Sichtachsen der Carstenn’schen Planungen müssen als erhaltenswerte Elemente der Orientierung und sozialräumlichen Gliederung einbezogen und erlebbar werden,

    Verkehrs- und Stadtgestaltung müssen unter den Prämissen der Flächengerechtigkeit und der Gleichwertigkeit aller Verkehrsteilnehmer generell neu fokussiert werden und sich wegbewegen von der auto- hin zur menschengerechten Stadt:

  • Kiezzentren erhalten, stärken oder sogar erst erstellen

  • die Bedeutung der Plätze als Zentren der Begegnung und Erholung sowie zur Kiezbindung

    erkennen und ihren Erlebnis- und Aufenthaltswert neu herstellen, sichern oder steigern

  • Stadträume rekonstruieren durch Schließen von Baulücken, Bildung von Raumkanten sowie durch gartenarchitektonische Maßnahmen, Entsiegelung und Anlage neuer Grünflächen

  • attraktive Freiräume durch Einschränkung des Privatverkehrs in die City und Parkraumbewirtschaftung schaffen

  • Lösungen entwickeln für eine optimale und faire Nutzung der Verkehrsflächen für ÖPNV, Liefer- und Individualverkehr durch modifizierte Mobilitätskonzepte und verändertes Mobilitätsverhalten

  • Verkehrsflüsse optimieren durch modal Mix, verbesserten, verbilligten und umsteigefreundlichen ÖPNV und Umstrukturierung des Lieferverkehrs durch innerstädtische Verteilerzentren

  • Verkehrsflüsse beruhigen, verlangsamen und gerechter organisieren durch Tempolimits, Kreisverkehre, Zebrastreifen, intelligente Ampelregelungen, Ausbau des Fahrradwege- Netzes durch Fahrradstraßen und Schnellwege für Radler; eigene Zonen für Lieferverkehr

    Die Wunden der „autogerechten Stadt“ müssen durch behutsame Reparatur geheilt werden, um so die Lebens- und Aufenthaltsqualität für die Menschen zu verbessern und diehohe Stadtqualität dieses Großraumes wiederzuerlangen und weiterzuentwickeln:

  • Rekonstruktion der Bundesallee als Boulevard und Promenade mit Baumreihen, ebenso die Wiederherstellung des Südwestkorsos mit begrünter Mittel-Promenade (Entsiegelung)

  • Reduzierung der Fahrstreifen auf Bundesallee, Hohenzollerndamm, der Uhlandstraße und der Mecklenburgischen Straße

  • Rückbau der Breitenbachplatzbrücke und Wiederherstellung des historischen Platzgrundrisses

  • Zuschütten der beiden Bundesallee-Tunnel.

  • Unterbindung des Durchgangsverkehrs in der Wilmersdorfer Mitte, Wiederzusammenführung

    der Teile von Volkspark und Wilhelmsaue mit Möglichkeiten zur ebenerdigen Querung der

    Straßen

  • Schließung der Prinzregentenstraße (für Autos) im Bereich Volkspark

    Respekt vor diesem einzigartigen Berliner Stadtraum!
    Heilen und reparieren! Menschengerecht umgestalten! Aktiv werden jetzt!

    Daher arbeiten wir Initiativen, die wir in diesem Stadtraum aktiv sind, zusammen.

    Mit unserem Netzwerk wollen wir diese hohe Stadtqualität bewahren, reparieren und auf zeitgemäße Weise weiterentwickeln. Den beteiligten Initiativen ist bewusst, dass wir unsere jeweils lokalen Aktivitäten und Projekte in ein übergeordnetes Konzept und Vorgehen einbinden müssen. Als engagierte Bürgerschaft müssen wir diesen Stadtraum im Großen denken. Konzepte und Lösungen für die Teilräume müssen sich nahtlos in eine Gesamtschau einordnen und diese stützen. Nur so können wir Politik und Verwaltung auffordern, ebenfalls im Großen zu handeln.


Please follow and like us:
error

Aufrufe: 4

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Breitenbachplatz – Abgeordnetenhaus: In spätestens fünf Jahren ist die Brücke weg!

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
 
wird sind mit unseren Forderungen Breitenbachplatz fast am Ziel, zugleich aber kommt neue Arbeit auf uns zu. Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Abgeordnetenhauses hat den Senat heute aufgefordert, bis zum 31. Mai 2020 eine Machbarkeitsstudie mit dem Ziel des „Abriss, weitgehenden Rückbau und Umbau“ der Breitenbachplatzbrücke vorzulegen und dabei die Bürger zu beteiligen. Der Platz soll wiederhergestellt und unter anderem durch eine Tempo-30-Zone den Bürgern zurückgegeben werden. Dem Ausschuss lag ein Antrag der CDU-Fraktion vor, der durch einen Ersetzungsantrag der Koalitionsfraktionen erweitert wurde. In der Grundausrichtung waren sich alle Fraktionen außer der AfD einig. Verkehrssenatorin Regine Günther und ihre Beamten erläuterten, dass der Zustand der Brücke inzwischen beim Grad 2,9 angelangt sei, was bedeute, dass man sie innerhalb der nächsten fünf Jahre sowieso sanieren, neu bauen oder gleich abreißen müsse.
 
Der Steglitzer SPD-Abgeordnete Andreas Kugler würdigte ausdrücklich das Engagement unserer Bürgerinitiative und hob die Forderung von Rot-Rot-Grün nach Bürgerbeteiligung bei den nächsten Schritten hervor. Auch der Ausschussvorsitzende Oliver Friederici (CDU) bekannte sich zu einem offenen Diskussionsprozess. Auf dem Tisch liegen Ideen wie eine neue Bebauung im frei werdenden Bereich nördlich der Schildhornstraße, die Wilmersdorfer SPD denkt dabei besonders an Studentenwohnungen. Denkbar ist auch, dass die Brückenkonstruktion vom Tunnel bis an den Platz heran vorerst erhalten bleibt und dort ein Freizeitgelände nach dem Vorbild der ehemaligen New Yorker Hochbahn entsteht. 
 
Senatorin Günther versprach, dass sich ihre Beamten der Machbarkeitsstudie widmen würden, sobald die Planungsarbeiten für die Elsen- und Allendebrücke abgeschlossen seien. Der vom Ausschuss beschlossene Antrag geht jetzt direkt ins Plenum des Abgeordnetenhauses.
 
Die befreundeten Bürgerinitiativen haben uns mittlerweile zu diesem Erfolg von acht Jahren beharrlicher Arbeit gratuliert und sehen darin eine Perspektive für ihre eigenen Forderungen zum Abschied von der autogerechten Stadt. Das Netzwerk hat dazu ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet und eine eigene Website www.menschengerechte-stadt.de frei geschaltet. Am 18. Mai werden wir auf dem Leon-Jessel-Platz beim Europa-Kiezfest gemeinsam auftreten.
 
Hinweis: Der Beschluss des Verkehrsausschusses liegt in seiner endgültigen Fassung noch nicht vor. Sobald das der Fall ist, werden wir auf www.breitenbachplatz.de einen Link schalten.
 
Mit nachbarschaftlichen Grüßen
Ulrich Rosenbaum
Initiative Breitenbachplatz
Please follow and like us:
error

Aufrufe: 21