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Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger lädt zum Stadtspaziergang durch das Künstlerviertel

Gemeinsam mit dem Mieterbeirat des Viertels lädt Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffeneger am Donnerstag, dem 25.4.2019, um 11.00 Uhr zu einem Spaziergang und Gespräch durch das Künstlerviertel in Wilmersdorf ein. Der Weg startet am Südwestkorso/Binger Straße und es wird über die aktuelle Gefährdung des Konzepts Künstlerviertel durch die aktuelle Mietenentwicklung informiert.

Die Künstler/innen werden teilnehmen und über das Konzept und die Geschichte des Viertels informieren.

  • Der Künstler Dr. Manfred Maurenbrecher, geb. am 2.5.1950, Liedermacher und Poet, veröffentlichte mehr als 20 CDs unter eigenem Namen. Er ist Mitglied im PEN-Zentrums Deutschland und schreibt Drehbücher und Theaterskripte. Er schrieb das Buch “Berliner Orte: Die Künstlerkolonie Wilmersdorf”.
  • Rüdiger Wandel, geb.1953, ist Schauspieler und Regisseur. Er spielte am Grips und Schillertheater Berlin. Er ist insbesondere bekannt als den Tatort-Kommissar Günter Gächter, den er 16 Jahre spielte.
  • Wolfgang Schiffling, geb. 1941., ist Maler, Grafiker und Lithograph. Seine Objekte und Bilder sind u.a. im Berliner Stadtmuseum.


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Die Berliner Theaterlandschaft bis 1933

Berlin entwickelte sich in der Weimarer Republik zu einem kulturellen Zentrum. Das Theater spielte dabei eine besonders herausragende Rolle. Die Berliner Bühnen gaben den Ton an, hier wurden neue Ideen ausprobiert. Neue Entwicklungen nahmen hier ihren Anfang, man experimentierte an allen Ecken und Enden, hierher schaute man aus ganz Deutschland und sogar Europa.

1930

Das Deutsche Theater

Max Reinhardt und das Regie- und Schautheater

 

Schon ab 1902 hatte sich der Österreicher Max Reinhardt einen Namen als Regisseur gemacht. 1905 übernahm er die Leitung des Deutschen Theaters in Berlin und erwarb das Haus auch käuflich. Er gründete eine Schauspielschule und eröffnete nebenan die Kammerspiele, wo vor allem moderne Stücke gespielt werden sollen. Er kaufte weitere Theater und besaß schließlich elf Bühnen.

Bekannt wurde Reinhardt vor allem wegen seines neuen Stils eines Regietheaters. Hierbei lässt der Regisseur ein Stück nicht “werkgetreu” aufführen, sondern verändert es eigenhändig, indem er dem Stück seine eigene Interpretation auferlegt und z. B. bestimmte Absätze hinzufügt oder weglässt.

Reinhardt nutzte zudem eine riesige und aufwändige Bühnenmaschinerie, ließ Massen von Statisten (Nebenfiguren ohne Text) auftreten und wurde mit diesem “Schautheater” in der ganzen Welt bekannt. Nach der “Machtergreifung” durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 verlagerte der jüdischstämmige Reinhardt seine Arbeit nach Österreich und schließlich nach Amerika.

Die Volksbühne – Wirkungsstätte von Erwin Piscator

Max Reinhardt leitete auch die Volksbühne, und zwar von 1914 bis 1918. Erbaut wurde das Haus, um auch dem Volk, d. h. insbesondere der Arbeiterschaft, Zugang zum kulturellen Leben zu ermöglichen. Schon äußerlich unterscheidet sich das Haus mit seiner schlichten Eleganz von den alten hochherrschaftlichen Theatern. Das Motto “Die Kunst dem Volke” prangte groß an der Fassade.

Mit dem Namen der Volksbühne verbunden ist vor allem Erwin Piscator. Er arbeitete hier als Regisseur von 1924 bis 1927. Der neue Intendant Fritz Holl holte Piscator an diese Spielstätte, sodass nun moderne, zeitkritische Autoren gespielt wurden. Piscator verwendete modernste Bühnentechnik und benutzte die für das Epische Theater typischen Verfremdungseffekte. Politische Einflussnahme war ihm als KPD-Mitglied ein großes Anliegen. Genau das warf man ihm schließlich vor und so verließ Piscator die Volksbühne.

Die Piscator-Bühnen

Erwin Piscator gründete nun seine eigene Bühne, die Piscator-Bühne. Zwischen 1927 und 1929 wurde das Theater am Nollendorfplatz seine Spielstätte, später auch das Lessing- und das Wallner-Theater. Ernst Tollers Stück “Hoppla wir leben” wurde zum spektakulären Bühnenereignis. Hier führte er sein Avantgardetheater fort, setzte modernste Technik ein und streute insbesondere gerne Filmausschnitte in seine Aufführungen ein.

Sein Anliegen war es, politische Aussagen zu machen und damit Einfluss auf das Publikum zu nehmen. In seiner Schrift “Das politische Theater” erläuterte er 1929 sein Programm auch theoretisch. Piscator schuf auch als erster politische Revuen. Mit Bert Brecht arbeitete er als Dramaturg zusammen. Statt Distanz des Zuschauers, wie Brecht sie forderte, wollte Piscator jedoch die aktive Einbeziehung des Publikums erreichen.

Das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt

(Preußisches Staatstheater)  – Leopold Jessner

 

Politisches Theater betrieb auch Leopold Jessner am Schauspielhaus – wenn auch in etwas gemäßigteren Formen als Piscator. Aufsehen erregten seine Inszenierungen dennoch und bisweilen sogar legendäre Theaterskandale.

Theater am Schiffbauerdamm

 

Im August 1928 fand im Theater am Schiffbauerdamm – heute Spielstätte des Berliner Ensemble – eine Uraufführung statt, die zu einem der größten Theatererfolge der Weimarer Republik werden sollte: Bertolt BrechtsDreigroschenoper“. Auch Ödön von HorváthsItalienische Nacht” und Marieluises FleißersPioniere in Ingolstadt”  wurden hier uraufgeführt.


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Damals wars…Professor Kurt Raeck

Erinnern Sie sich an unseren langjährigen Bewohner der Berliner Künstlerkolonie

Professor Kurt Raeck 

Intendant Renaissance-Theater Berlinbekommt die Ernst-Reuter-Medaille in Silber verliehen (Photo by Binder/ullstein bild via Getty Images)

 

Was bin ich eigentlich, wenn ich 50 Jahre hier in Berlin am Theater in führender Position gewesen bin? Theaterdirektor, Titel Intendant habe ich mal bekommen, Orden und alle möglichen Dinge. Aber damit weiß ich immer noch nicht “was bin ich eigentlich”? Ich bin Berliner. Sagen wir’s kurz. (Kurt Raeck)

 

Von 1946 lag die Leitung des 1927/1928 errichteten Renaissance-Theaters dreiunddreißig Jahre in den Händen von Professor Kurt Raeck. In dieser Zeit war der vielfältig aktive Theatermann die dominante Erscheinung der Privatbühnen (neben Hans Wölffer) und darüberhinaus eine Schlüsselfigur im Theaterleben der Halbstadt.

 

Anläßlich seines Todes 1981 schrieb Friedrich Luft:

Er war … mit einem selten gewordenen Gemeinsinn für das Berliner Gemeinwesen tätig. Das wird nun sehr fehlen. Er war ein Berliner von der eher sympathisch stillen Art. Er war der allererste, der, studierend, über ein Thema der praktischen Theaterarbeit an irgendeiner deutschen Universität promovierte. Der erste deutsche Theater-Doktor. Das ist er bis zu seinem Ende geblieben. … Heinrich George, als dem das Schillertheater 1936 überantwortet wurde, zog ihn als seinen Geschäftsleiter hinzu. Raeck trat, bewußt und kalkulierend, ins zweite Glied. Er wartete auf das Ende der Nazis und seine neue Chance. Als er sie bekam, ergriff er sie sofort. … Er hat mit Karl Heinz Martin das neue Hebbeltheater zwei fahre aufgebaut. Als die Engländer endlich das schöne Renaissance-Theater für eine Berliner Nutzung wieder hergaben, griff er zu. … Er hat Willi Schmidt, hat Ernst Schröder, hat Hans Lietzau und vor allem immer wieder den schwierigen Rudolf Noelte dort inszenieren lassen – oft mit Spielerfolgen, die die der Staatstheater übertrafen. … Er hatte den direkten Draht zu den großen Protagonisten. Käthe Dorsch hat bei ihm mehrfach gespielt. Walther Franck gehörte zu seinem Ensemble immer wieder. Mit O.E. Hasse und Emst Schröder war er eng befreundet. Er hat Curt Goetz an sein Haus gezogen, solange der noch lebte und spielte und schrieb. Er hat Elisabeth Bergner eigentlich erst in ihre zweite, große deutsche Karriere gebracht, und hat der Grete Mosheim mehrfach die Berliner Stätte bereitet. … Er hat seinem Renaissance-Theater einen praktikablen, einen eigenständigen und unverwechselbaren Ort in der Theaterlandschaft Berlins gegeben.

Die Raeck-Ära war die Zeit der großen Schauspieler. Kaum eine(r), der vor dem Kriege Rang und Namen hatte und nicht im Renaissance-Theater gespielt hätte: Lucie Mannheim, Hubert von Meyerinck, Tilla Durieux, Rudolf Forster, Paul Hörbiger, Grethe Weiser und und und.

Erfolg und Renommée des Hauses beruhten zum großen Teil auf den Entfaltungsmöglichkeiten, die Raeck diesen Persönlichkeiten bot. Für die Bedingungen eines Privattheaters hielt er ein erstaunliches Autoren-Niveau: Auch Albee, Beckett, Bond, O’Neill und Sartre standen auf dem Ensuite-Spielplan.

Aus der Reihe der Erfolge, die Kurt Raeck immer dann besonders glücklich machten, wenn er mit Gehaltvollem auch Geld verdiente, sei eine Sternstunde des Theaters aus den 50er Jahren herausgegriffen: “Geliebter Lügner“, die europäische Erstaufführung des Briefwechsels zwischen G. B. Shaw und der Schauspielerin Stella Campbell-Patrick unter der Regie des Autors Jerome Kilty mit Elisabeth Bergner und O. E. Hasse. Einhellig schwärmten die Kritiker von dem Wunder Bergner, von der plötzlich der alte Zauber ausging, der in dem glorreichen Theaterjahrzehnt zwischen 1920 und 1930 ihre Größe ausgemacht hatte. O. E. Hasse steigere sich an seiner herrlichen Partnerin zu einer darstellerischen Intelligenz, die ihresgleichen suche; die Bergner sei erst jetzt wirklich aus der Emigration zurückgekehrt.

 

Intendant Renaissance-Theater Berlin (1946-1979)Porträt- 1956 (Photo by ullstein bild/ullstein bild via Getty Images)

Ich habe versucht, immer das zu machen, was mir auch Freude macht. Ich habe manchmal etwas machen müssen – aus wirtschaftlichen Überlegungen -, was mir keine Freude macht. (Kurt Raeck)

www.renaissance-theater.de


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MASKE Aussen & Innen, Kunst & Grusel im Schoeler.Berlin

MASKE

Aussen & Innen, Kunst & Grusel

vom 31. März – 18. Mai 2019

 

Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, den 31. März 2019 von 17 – 21 Uhr

Mit Arbeiten von: Thomas Behling, Sebastian Bieniek,
Mariella Mosler, Susanne Ring, Stoll & Wachall

 

Eine Ausstellung zum Schein und Sein, zu Vorstellungen und Vorurteilen, über die Lust sich zu verkleiden, den Winter vertreiben und den
Nachbarn erschrecken, Vermummungsverbot und Charaktermaske.

 

Begrüßung
Heike Schmitt-Schmelz · Bezirksstadträtin

Elke von der Lieth · Fachbereich Kultur

Einführung
Oliver Möst · Künstlerischer Leiter Schoeler.Berlin


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Wolf Preuss – Unsere Lieder, eure Weggefährten

Am gestrigen Freitag Abend konnten wir mit Freude im ausverkauften Theater Coupe Wolf Preuß und Marion Thiede zu einem ‘Liedermacher’ Abend begrüssen.

Wolf Preuß gehörte in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu der bekannten Gruppe der Berliner Liedermacher um Reinhard Mey, Hannes Wader und Ulrich Roski und war der männliche Teil des sehr prominenten Gesangsduos Inga und Wolf, das damals mit dem Titel „Gute Nacht, Freunde“ auch sehr erfolgreich in der DDR aufgetreten ist.

Anfang der Achtziger ging das Duo getrennte Wege und Wolf Preuß beschäftigte sich im Wesentlichen als Autor verschiedener Künstler, wie z.B. Mary Roos, Andrea Jürgens, Peter Petrel, Bernhard Brink und Veronika Fischer. In den Achtzigern arbeitet er einige Jahre hinter der Kamera für den damaligen SFB als Redakteur und Reporter. Trotz allem verlor er jedoch nie den Spaß an der Musik und den Kontakt zur Musikszene. Und das, obgleich ihn seit Ende der neunziger Jahre der Handel mit ausgesuchten Weinen und der Betrieb eines Catering-Unternehmens stark beschäftigte.

Erst ein Auftritt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt 2009 zugunsten der Deutschen Krebshilfe brachte ihn wieder auf die große Bühne. Zusammen mit der Akkordeonspielerin – und seit 2015 auch Lebensgefährtin – Marion Thiede tritt er seitdem mit verschiedenen Programmen regelmäßig im kleineren Rahmen konzertant auf. Inhaltlich folgt er dabei noch immer den Spuren der Siebziger und Achtziger.

Neben den schönsten Liedern vieler Liedermacher von Mey über Wader, Hoffmann, Schobert und Black, Roski bis Wecker interpretierte er auch wieder Titel von internationalen Künstlern wie Simon and Garfunkel, John Denver, Cat Stevens, Gordon Lightfoot und Bob Dylan. Und weil die meisten Lieder in ihrer Zeit Gassenhauer waren, die bis heute ein Jeder mitsummen kann, wurden als besonderer Service die Texte der meisten Lieder an die Wand projiziert. Zum mit singen.

Vielen Dank den beiden Künstlern – was auch der lange Beifall zeigte – und auf ein Wiedersehen im Oktober 2019 im Theater Coupe.


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Erfolg der Berliner Bühnen in 2018

3 Millionen verkaufte Eintrittskarten

an Berliner Bühnen 2018

Die Berliner Bühnen und Orchester blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2018 zurück. Die institutionell geförderten Theater, Orchester und Tanzgruppen konnten im abgelaufenen Jahr 2018 in Berlin insgesamt 3 Millionen zahlende Besucherinnen und Besucher in 8.687 Vorstellungen zählen. Die Einrichtungen haben im letzten Jahr 410 Neuproduktionen erarbeitet. Die Nachfrage nach den Angeboten der Berliner Bühnen zeigt sich auch außerhalb von Berlin in insgesamt 1.586 Gastspielvorstellungen.

Der Senator für Kultur und Europa, Dr. Klaus Lederer, erklärt: „2018 war für die Berliner Bühnen und Orchester erneut ein großartiges und erfolgreiches Jahr. Dies zeigen nicht nur die erneut 3 Millionen Besucherinnen und Besucher, auch die fast 1.600 Gastspiele außerhalb Berlins sind Beleg für das Interesse am künstlerischen Können und der kreativen Kraft Berliner Bühnen und Orchester.

Dieser Erfolg wäre undenkbar ohne das Zusammenspiel von Künstlerinnen und Künstlern, Intendanzen und Gewerken – Ihnen allen gilt mein Dank. Das Erreichte ist zuerst ihr Verdienst. “.

Wir gratulieren allen Berliner Bühnen und insbsondere unseren Bühnenschaffenden und Bewohnern der Berliner Künstlerkolonie.


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Erinnerung an Lil Dagover

Erinnern Sie sich an unsere

ehemalige Bewohnerin der

Berliner Künstlerkolonie  

in der

Laubenheimer Strasse

Lil Dagover ?

 

 

Lil Dagover 1919 auf einer Fotografie von Alexander Binder.
Lil Dagover 1927, Fotografie von Alexander Binder

 

Grabstätte von Lil Dagover
 
Lil Dagover, geb. Maria Antonia Sieglinde Martha Lilitt Seubert, (* 30. September 1887 in Madioen, Oost-Java, Niederländisch-Indien, heute Madiun, Ost-Java, Indonesien; † 23. Januar 1980 in Geiselgasteig, Bayern) war eine deutsche Bühnen- und Film-Schauspielerin. Sie zählte zu den führenden deutschen Stummfilmschauspielerinnen und wirkte zwischen 1916 und 1979 in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit.
 

Lil Dagover war Tochter eines deutschen Forstbeamten in niederländischen Diensten und wurde in der Stadt Madiun im heutigen Indonesien geboren, das zu dieser Zeit noch eine niederländische Kolonie war. Sie wurde in Großbritannien, Frankreich und der Schweiz erzogen. Erst als Zehnjährige kam sie nach Deutschland, nachdem ihre Mutter verstorben war. Sie besuchte die Schule in Tübingen und wuchs bei Verwandten auf. Später ging sie nach Weimar. Ihr Geburtsname war Martha Seubert. Andere Vornamen wie Marie, Antonia, Siegelinde und Lilitt entsprangen ihrer Fantasie. 1913 heiratete sie den Schauspieler Fritz Daghofer und wandelte dessen Nachnamen zu ihrem Künstlernamen Dagover ab. 1914 wurde ihre Tochter Eva geboren. Durch ihren Ehemann kam sie in Kontakt mit dem Film. 1913 hatte sie ihren ersten Filmauftritt. Sieben Jahre später ließ sie sich von Daghofer scheiden.

Unter ihrem Künstlernamen trat sie 1919 in zwei Filmen Fritz Langs auf. Von Robert Wiene wurde sie für die weibliche Hauptrolle in Das Cabinet des Dr. Caligari engagiert. Danach drehte sie mit Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau und anderen in künstlerisch anspruchsvollen Stummfilmen, die ihr Image als „vornehme Dame“ prägten. 1926 heiratete sie den Produzenten Georg Witt. Da Lil Dagover neben der Filmkarriere in Berlin auch zu einer angesehenen Theaterschauspielerin avancierte und somit Spracherfahrung besaß, bedeutete der Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm für den Star der 1920er Jahre keinen Karriereknick, wie für viele andere Stummfilmstars. Sie spielte an Max Reinhardts Deutschem Theater oder auch bei den Salzburger Festspielen.

Auch während der Zeit des Nationalsozialismus blieb Dagover ein gefeierter UFA-Star, der in den Jahren 1933 bis 1944 mit insgesamt 23 Rollen zu den bekanntesten und beliebtesten Leinwanddarstellern des deutschen Films dieser Zeit gehörte. Obwohl die Nationalsozialisten sie hofierten, tat sie sich politisch nicht hervor. 1937 wurde ihr der Titel Staatsschauspielerin verliehen, und 1944 erhielt sie für ihren Einsatz bei der Truppenbetreuung und ihre Auftritte in Fronttheatern das Kriegsverdienstkreuz. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war sie in zahlreichen Filmen zu sehen und wurde mit Preisen bedacht, so 1954 mit dem Bundesfilmpreis für die beste weibliche Nebenrolle in Königliche Hoheit. 1962 erhielt sie das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film. Ein großer Erfolg war für Dagover 1961 auch der Edgar-Wallace-Film Die seltsame Gräfin, in dem sie die Titelrolle spielte. Lil Dagover trat bis Ende der 1970er Jahre in Filmen auf.

Lil Dagover-Witt starb 1980 in ihrem Haus auf dem Bavaria-Filmgelände in Grünwald. Sie und ihr Gatte Georg ruhen nebeneinander auf dem Waldfriedhof Grünwald bei München.

 

  • 1913: Schlangentanz – Regie: Louis Held
  • 1916: Die Retterin – Regie: Christa Christensen
  • 1916: Das Rätsel der Stahlkammer – Regie: Max Mack
  • 1918: Das Lied der Mutter
  • 1919: Der Tänzer, zwei Teile
  • 1919: Die Spinnen, 1. Der goldene See – Regie: Fritz Lang
  • 1919: Harakiri – Regie: Fritz Lang
  • 1920: Das Cabinet des Dr. Caligari – Regie: Robert Wiene
  • 1920: Die Jagd nach dem Tode
  • 1920: Die Frau im Himmel
  • 1920: Der Richter von Zalamea – Regie: Ludwig Berger
  • 1921: Das Geheimnis von Bombay
  • 1921: Der müde Tod – Regie: Fritz Lang
  • 1922: Luise Millerin – Regie: Carl Froelich
  • 1922: Phantom – Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
  • 1923: Seine Frau, die Unbekannte
  • 1923: Die Prinzessin Suwarin
  • 1924: Komödie des Herzens – Regie: Rochus Gliese
  • 1925: Zur Chronik von Grieshuus – Regie: Arthur von Gerlach
  • 1925: Tartüff – Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
  • 1926: Die Brüder Schellenberg – Regie: Karl Grune
  • 1927: Die Lady ohne Schleier (Hans engelska fru)
  • 1928: Der Graf von Monte Christo – Regie: Henri Fescourt
  • 1928: Ungarische Rhapsodie
  • 1928: Der geheime Kurier
  • 1929: Der Günstling von Schönbrunn
  • 1929: Spielereien einer Kaiserin – Regie: Wladimir Strischewski
  • 1930: Der weiße Teufel – Regie: Alexander Wolkow
  • 1931: Der Kongreß tanzt – Regie: Erik Charell
  • 1931: Elisabeth von Österreich – Regie: Adolf Trotz
  • 1931: The Woman from Monte Carlo – Regie: Michael Curtiz
  • 1932: Die Tänzerin von Sanssouci – Regie: Friedrich Zelnik
  • 1933: Johannisnacht – Regie: Willy Reiber
  • 1934: Ich heirate meine Frau – Regie: Johannes Riemann
  • 1935: Der höhere Befehl
  • 1935: Der Vogelhändler – Regie: E. W. Emo
  • 1935: Lady Windermeres Fächer – Regie: Heinz Hilpert
  • 1936: Schlußakkord
  • 1936: Das Mädchen Irene – Regie: Reinhold Schünzel
  • 1936: Fridericus – Regie: Johannes Meyer
  • 1936: August der Starke – Regie: Paul Wegener
  • 1936: Das Schönheitsfleckchen
  • 1937: Die Kreutzersonate – Regie: Veit Harlan
  • 1938: Es leuchten die Sterne – Regie: Hans H. Zerlett
  • 1940: Friedrich Schiller – Der Triumph eines Genies – Regie: Herbert Maisch
  • 1940: Bismarck – Regie: Wolfgang Liebeneiner
  • 1942: Wien 1910 – Regie: E. W. Emo
  • 1948: Die Söhne des Herrn Gaspary – Regie: Rolf Meyer
  • 1949: Man spielt nicht mit der Liebe – Regie: Hans Deppe
  • 1950: Es kommt ein Tag
  • 1950: Vom Teufel gejagt
  • 1953: Königliche Hoheit – Regie: Harald Braun
  • 1953: Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein
  • 1954: Schloß Hubertus – Regie: Helmut Weiss
  • 1955: Der Fischer vom Heiligensee – Regie: Hans H. König
  • 1955: Rosen im Herbst – Regie: Rudolf Jugert
  • 1955: Die Barrings– Regie: Rolf Thiele
  • 1956: Kronprinz Rudolfs letzte Liebe – Regie: Rudolf Jugert
  • 1957: Unter Palmen am blauen Meer – Regie: Hans Deppe
  • 1959: Buddenbrooks – Regie: Alfred Weidenmann
  • 1961: Die seltsame Gräfin – Regie: Josef von Báky
  • 1969: Hotel Royal – Regie: Wolfgang Becker
  • 1971: Kolibri – Regie: Nathan Jariv
  • 1973: Der Fußgänger – Regie: Maximilian Schell
  • 1974: Karl May – Regie: Hans-Jürgen Syberberg
  • 1975: Tatort: Wodka Bitter-Lemon
  • 1975: Der Richter und sein Henker – Regie: Maximilian Schell
  • 1977: Die Standarte – Regie: Ottokar Runze
  • 1979: Geschichten aus dem Wienerwald – Regie: Maximilian Schell
  • 1937: Ernennung zur Staatsschauspielerin
  • 1954: Filmband in Silber (Beste weibliche Nebenrolle) für Königliche Hoheit
  • 1962: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
  • 1964: Bambi für Verdienste um den deutschen Film
  • 1967: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Der Lil-Dagover-Ring in Grünwald wurde nach ihr benannt, außerdem 1995 in Berlin-Hellersdorf die Lil-Dagover-Gasse.


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