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Musiktheaterstück “Eine ganz normale Klasse” – unterhaltsam, kurzweilig, witzig! in der Aula der Grundschule am Rüdesheimer Platz

Es ist noch nicht lange her, da wurde von der unpolitischen Jugend gesprochen. Die Fridays-for-future-Demos und das Interesse der Jugendlichen an ihrer Zukunft, das aktuell in vielen Bereichen zu spüren ist, zeigen deutlich, dass dem nicht so ist.

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auf das Musiktheaterstück “Eine ganz normale Klasse” vom Jugendensemble Klartext aufmerksam machen. Die seit Jahren aktiven jugendlichen Amateur-Musical-Darstellerinnen und -Darsteller wollen mit diesem Stück den Themen, die ihnen am Herzen liegen und sie täglich beschäftigen, eine Bühne geben. Dabei herausgekommen ist ein Musiktheaterstück, das unter die Haut geht – nichtsdestotrotz unterhaltsam, kurzweilig und witzig ist. Es geht um Kinderrechte und darum, endlich aufzuwachen, Kindern zuzuhören, sie ernst zu nehmen und mit ihnen gemeinsam die Grundlagen für eine lebenswerte Zukunft zu schaffen.

Die Jugendlichen spielen gemeinsam mit einem Profi: Schauspieler Thomas Ahrens vom Grips-Theater.

Termin: Freitag, 14. Juni 2019, 18:00 Uhr 

Zum Inhalt:

Das Musiktheaterstück “Eine ganz normale Klasse” mit dem  Jugendensemble “Klartext” behandelt die Themen Kinderrechte und häusliche Gewalt anhand der einzelnen Schicksale der neun Darsteller/-innen. Sie bemerken, als sie eine Gruppenarbeit zum Thema Kinderrechte machen sollen, dass sie selbst eigentlich das Thema der Gruppenarbeit sind, “denn ob Kinderarmut, kaputte Schulen, Wohlstandsverwahrlosung, Helikoptereltern, Gewalt in der Familie, Lehrermangel, Mietwucher, Klimawandel und, und, und … – wer leidet am meisten darunter? Die Kinder! Egal, was  in der Gesellschaft schiefläuft, am schlimmsten ist es für die Kinder”( Zitat aus dem Stück).

Die Schüler/-nnen beschließen, darüber ihren Vortrag zu halten und aufzuzeigen, dass noch jede Menge im Hinblick auf die Umsetzung der Kinderrechte getan werden muss.

Als I-Tüpfelchen wollen sie noch, dass ihr Klassenlehrer die Patenschaft für das geflüchtete Mädchen Kalila übernimmt oder sich wenigstens dafür einsetzt, dass sie in Deutschland bleiben kann. Denn da ihr Politiklehrer sich selbst immer als sehr engagiert ausgibt und seine Schüler/-nnen auffordert, sich zu politisch engagierten Menschen zu entwickeln,  erwarten sie jetzt von ihm wirkliches Engagement statt leere Worte.

Herr Hoffmann: Wer hat euch denn so aufgehetzt?
Schülerin: Sie waren so nett.

Zum Hintergrund:

Ende 2017 erhielten die beiden Leiterinnen Claudia Balko (Schauspielerin) und Wendy Kamp (Musicaldarstellerin) vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf den Auftrag Theaterprojekte für Schüler/-innen zu den Themen Kinderrechte und häusliche Gewalt zu entwickeln, gefördert durch Landesmittel der “Kiezorientierten Gewaltprävention” in Kooperation mit der Stabsstelle für Bildung für nachhaltige Entwicklung des Bezirksamts.

Für diese Projekte erweiterten sie ihr Team durch den Grips-Theater-Schauspieler Thomas Ahrens, den Komponisten und Musiker Robert Neumann, die Theaterpädagogin Laura Cadio und die Choreografin und Tänzerin Miriam Arndt.

Sie entwickelten gemeinsam Schul-Musiktheaterprojektwochen für die Klassenstufe 4-6, um Kinder aufzuklären, dass sie Rechte haben, die schon vor 30 Jahren in der Kinderrechtskonvention verankert wurden und dass häusliche Gewalt kein Normalzustand ist und dass sie sich, sollte ihnen diese widerfahren,  Hilfe holen können. Leider kommt häusliche Gewalt immer wieder vor.

Parallel wurde das Musiktheaterstück “Eine ganz normale Klasse” für Menschen ab 12 Jahren entwickelt und von Thomas Ahrens, der in dem Stück auch die Erwachsenen-Rollen übernimmt, geschrieben und von den Jugendlichen weiterentwickelt. Die Rollen der Jugendlichen werden von den neun ältesten Schülern/-innen gespielt. 

Am Freitag, den 14. Juni 2019 wird es zwei Vorstellungen in der Aula der Grundschule am Rüdesheimer Platz geben, um 11.00 Uhr für Schulklassen und um 18.00 Uhr für alle Interessierten.

Eintritt für die Abendvorstellung: Erwachsene 6 €, Schüler 4 €,

Karten bei KLUWARE Schreibwaren, Rüdesheimer Platz 7, 14197 Berlin oder an der Abendkasse

 


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“Hab´ acht!” DIE FESTUNG von Werner Buhss mit dem Gefangenenensemble der JVA Plötzensee

Am Vorabend der Premiere des neuen Theaterstückes des Berliner Gefängnistheaters aufBruch in der JVA Berlin Plötzensee waren wir eingeladen uns von dieser Neuinszenierung inspirieren und begeistern zulassen. Schon der Zugang zum als Festung realistisch wirkenden, umgestalteten Veranstaltungsraums in der JVA brachte ein beklemmendes Gefühl der Enge mit, tatsächlich in einer Festung zu sein und die Enge und die Spannungen wahrzunehmen.

Bereits seit Jahren versucht das Gefängnistheater mittels  der Kunst den von der Öffentlichkeit abgeschlosssenen Ort eines Gefängnisses der Allgemeinheit zugänglich zu machen und Brücken zu bauen. Es ist schön, unvoreingenommen und vorurteilsfrei Begegnungen zu schaffen und auch Begegnungen und Kontakte zu ermöglichen für ein Leben ‘danach’.

Der Inhalt: Die Festung von Werner Buhss (1949-2018)

“Der junge Offizier Giovanni Drogo will sich auf einer abgelegenen Festung im äußersten Grenzgebiet am Rande einer unwirtlichen Wüste bewähren. Von dort, so geht das Gerücht, könnten die feindlichen Tataren einfallen. Drogo träumt davon, in einer alles entscheidenden Schlacht zum Helden zu werden. Doch nach und nach merkt er, dass nicht die Existenz des Feindes ihn auf der Festung hält, sondern dass es die Festung selbst ist.

Unter der Rhetorik von Heldenmut, Vaterlandsliebe und Opferbereitschaft liegt ein Code, der sich Drogo erst nach einiger Zeit offenbart. Seinen Kameraden verpflichtet, harrt er in der räumlichen und seelischen Einöde aus, in der selbst das Banalste zum Ereignis wird. Doch irgendwann wird er vor eine Entscheidung gestellt, die Freundschaft und militärisches Reglement ausschließt.

All die Jahre warten. Und nicht wissen auf was.”

(Quelle: aufBruch)

 

Das Stück welches zeitlos angesichts sich immer wiederholender Konflikte in der Welt erscheint, könnte so auch bei der Nachtwache von Game of Thrones spielen. Es geht um stupiden Militärdienst tuende Soldaten, falsch verstandenen Chorgeist und “blinden” Gehorsam der bis in die Katastrope führt.

Die Bühnengestaltung von Holger Syrbe, war kreativ und sehr passend und wurde durch multimediale Einspielungen ergänzt. 

Das Ensemble der Gefangenen wurde durch die Regie von Peter Atanassow geführt. Die Dialoge wurden hervorragend präsentiert mit diversen persönlichen Höhepunkte einzelner Akteure, die alle sehr profesional agierten. Besonders hervorzuheben sind Imad El Khalaf (als Angustina), Nehad Fandi (als Drogo)  Fadie Al-Zein Marmela (als Oberstleutnant Matti), Gadzhimurad Khanov (als Oberst Filimore), André Stiller (als Feldwebel Tronk) und  Abbas Tarara (als Conti).

Vielen Dank für diese beeindruckende Vorstellung. Wir freuen uns auf das nächste Projekt.

CS


DIE FESTUNG (JVA Plötzensee, 24.05.2019)
Regie: Peter Atanassow
Bühne: Holger Syrbe
Kostüme:; Melanie Kanior
Musikalische Einstudierung: Vsevolod Silkin
Video: Pascal Rehnolt
Produktionsleitung: Sibylle Arndt
Regieassistenz: Franziska Kuhn
Künstlerische und technische Mitarbeit: Lukas Maser
Gefangenenensemble von aufBruch in der JVA Plötzensee: Abbas Tarara, André Stiller, Enis, Fadie Al-Zein Marmela, Gadzhimurad Khanov, Imad El Khalaf, Josef, Nehad Fandi, Philipp K., Salim und Zvonko Zone
Uraufführung im Städtischen Theater Karl-Marx-Stadt war am 12. Juli 1987.
aufBruch-Premiere: 24. Mai 2019
Weitere Termine: 27., 28., 31.05. / 03., 04., 06.06.2019
Eine Produktion von aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT in Kooperation mit der JVA Plötzensee


Weitere Infos siehe auch: www.gefaengnistheater.de)

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