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Ideenwettbewerb in Corona Zeiten

Ideenwettbewerb

“Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es.”
Erich Kästner

Die aktuelle Situation ist für alle von uns aussergewöhnlich und belastend. Viele Gedanken bewegen uns. Gute und weniger Gute.

Wir möchten Euch aufrufen schreibt Eure Gedanken in einem kleinen Gedicht oder einer Kurzgeschichte nieder. Komponiert ein Lied. Malt ein Bild in dem Eure Gedanken zum Ausdruck kommen, oder… oder… oder… und schickt es uns, wir veröffentlichen es auch unserer Website oder unserem YouTube Kanal.

Unten folgt ein erstes Gedicht von Sigrun Casper zu Ihrem aktuellen Empfinden.

…und…bleibt gesund !

Euer KüKo Team

+++++

Corona

 

Der Frühling zeigt endlich sein Lachen,

was raus will, sprießt aus den Zweigen,

reckt sich bunt aus den Wintersachen,

tanzt im Wind einen fröhlichen Reigen.

 

Abgesehen von den ganzen Problemen

könnte alles wie jedes Jahr sein,

man pfeift für n Moment auf die Themen

und lässt frische Luft in sich rein.

 

Das ist aber dies Jahr kaum möglich,

denn was Schlimmes geschieht auf Erden.

Zu Tausenden krepieren wir täglich.

Noch hilft nichts, dass es weniger werden.

 

Wenn irgend möglich, zuhause bleiben.

Den Medien bleibt nur die eine Tonart,

um den Eingesperrten die Zeit zu vertreiben:
 von vorn und von hinten Corona.

 

Versucht wird alles, was möglich bleibt:

Die Cafés, die Geschäfte: verschlossen.

Und wer nun schwarze Zahlen schreibt,

kriegt bis auf Weiteres Geld vorgeschossen.

 

Abstand halten beim Einkaufen gehen

wir tun es brav, ist auch vonnöten.

Doch meiden wir ängstlich, uns anzusehen.

Als könnte ein freundlicher Blick schon töten.

 

Vor den Fenstern der Krankenräume

macht das Wachsen und Grünen nicht Halt

ein schneller Blick auf die schönen Bäume

gibt Träumen vom Lebenbleiben Gestalt.

 

Dank allen Retterinnen und Rettern

Und allen, die selbstlos dabei assistieren,

die Gefahr endlich zu zerschmettern,

damit wir die Lebenslust nicht verlieren!

 

© Sigrun Casper

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NEUE LESEBÜHNE FÜR AUTORINNEN UND AUTOREN

Das Literarische Colloquium Berlin zieht zu rbbKultur ins Radio und ins Internet

Unter dem Titel “weiter lesen – das LCB im rbb” bieten das Literarische Colloquium Berlin (LCB) und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) Autorinnen und Autoren eine neue Bühne. Die Lesebühne des LCB am Wannsee wird in Teilen zu rbbKultur ins Radio und ins Internet verlegt.

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Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins: Digitale Angebote sind ab sofort drei Monate kostenlos

Die digitalen Angebote des Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) sind ab sofort für drei Monate kostenlos. Der VÖBB bietet E-Books, Film- und Musikstreaming, Lexika und Datenbanken und reichhaltige Möglichkeiten für E-Learning und verstärkt diese Angebote aktuell noch weiter.

Der Ausweis kann online unter www.voebb.de gebucht werden.

Der Senator für Kultur Dr. Klaus Lederer zum neuen Angebot für Berlin „Gerade jetzt benötigen die Menschen in Berlin die Unterstützung ihrer Bibliotheken, ob zur Bildung oder für Unterhaltungsangebote. Der VÖBB bietet eine der wichtigen Plattformen für digitale Angebote in Berlin. Der kostenfreie Ausweis ist das richtige Signal: Unsere Bibliotheken sind für alle da, auch jetzt.“

Menschen, die bereits einen Bibliotheksausweis besitzen, der aber in diesen Tagen abläuft, können ihren Ausweis gleichfalls für drei Monate kostenfrei verlängern.

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ERIK-NEUTSCH LITERATURWETTBEWERB 2020/2021 FÜR JUNGE AUTOR*INNEN BIS 35 JAHRE

Am 21. Juni 2021 würde Erik Neutsch, einer der bekanntesten Schriftsteller der DDR, seinen 90. Geburtstag feiern. Sein Roman «Spur der Steine» wurde 1966 mit Manfred Krug verfilmt. Ein prägendes Motiv in Neutsch’s Werk war das Ringen um eine aufrechte Haltung in widersprüchlicher Zeit. Der Gedanke könnte heute kaum aktueller sein.

Unter dem Titel «WENDEpunkte» sind Texte erwünscht, die den Blick der jungen Generation auf die heutigen gesellschaftlichen Prozesse und Umbrüche und ihre vielfältigen Wendepunkte ermöglichen. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert und wird am 21. Juni 2021 in Berlin verliehen.
 

WENDEpunkte

Wendepunkte verändern das einzelne Leben, entwickeln sich in gesellschaftlichen Fragen, oder sie beschreiben gar Systemwenden, wie sie Neutsch gleich zweifach erlebt hat: mit dem Ende Nazideutschlands in seiner frühen Jugend und später mit dem Mauerfall.

Instabilität und Unsicherheit sind ebenso Aspekte von Wendepunkten, wie eine innere Dynamik, die immer auch das Potenzial birgt, zu etwas Gutem zu werden. Welche Zukunftsvorstellungen verbinden junge Menschen heute mit persönlichen, gesellschaftlichen oder historischen Wendepunkten?

Zeit seines Lebens hat Erik Neutsch die menschlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen beobachtet und in seinen Werken verarbeitet. Am 21. Juni 2021 würde der Autor von «Spur der Steine» und «Der Friede im Osten» seinen 90. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass schreibt die Erik-Neutsch-Stiftung erneut einen Literaturpreis für junge Autor*innen aus.

Teilnehmen können Autorinnen und Autoren, die das 35. Lebensjahr bis zum Einsendeschluss am 21. Juni 2020 noch nicht vollendet haben. Die Texte sollten maximal 30 Seiten (45.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) lang und bislang unveröffentlicht* sein. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert (1. Preis 3.000 Euro, 2. Preis 2.000 Euro, 3. Preis 1.000 Euro) und wird am 21. Juni 2021 in Berlin verliehen.

Eine Auswahl der eingesendeten Texte (nicht nur die ausgezeichneten) soll anschließend in einem Sammelband veröffentlicht werden (Sammelband des vergangenen Wettbewerbs). Die Auswahl der Preisträger*innen trifft eine vom Vorstand der Erik-Neutsch-Stiftung berufene Jury unter Ausschluss des Rechtsweges.

Stiftung

 

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Literarischer Lesesalon 2020

 

 

Die Künstlerkolonie am Breitenbachplatz- erbaut 1927-1929 als soziales Projekt für Kulturschaffende besteht aus drei Häuserblocks rund um den heutigen Ludwig-Barnay-Platz und wurde bereits kurz nach ihrer Fertigstellung zum Wohnort bedeutender Persönlichkeiten des Kulturlebens der Weimarer Republik und bildete ein ganz spezielles Bohemé in Berlin Wilmersdorf welches weltweit Strahlkraft hatte.

Ort: Geschäftsstelle der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V. Laubenheimer Str. 19, 14197 Berlin

 

Anmeldung: GCJZ Berlin, E-Mail: gcjz.berlin@t-online.de / Telefon: 030 – 821 66 83

 

Referenten: Alwin Schütze oder Christian Sekula, Vorstand des Künstlerkolonie Berlin e.V.

 

Eintritt frei

 

Veranstalter: Künstlerkolonie in Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V.

 

-> www.kueko-berlin.de, www.gcjz-berlin.de

 


DONNERSTAG, 30. APRIL, 18.30 UHR

Dr. EUGEN OHLISCHLAEGER

 

Schriftsteller, Komponist, Jurist, Kritiker, Journalist,
Drehbuchautor, Liederdichter, Hörspielautor

 

Geboren am 4. November 1898 im Rheinland. Evangelisch. Schrieb mit sechs Jahren das erste Märchen, mit 15 das erste Lied, mit 22 Jahren das erste Chanson für Gerti Kutschera in der “Bonbonniere” von Hans Gruss in München, mit 23 die ersten Satiren für “Jugend” und Simplizieslmus sowie die ersten Gedichte für sein Auftreten bei Kati im “Simpl” und bei “Papa Bonz”, Schwabing, mit 25 die ersten Buchkritiken und Feuilletons für das “Berliner Tageblatt”, mit 28 die erste Hörfolge “Glocken” mit Walter Gronostay„ für W. Blschoff, Breslau und für diesen das erste Hörspiel “Das Wasser steigt”, für Intendant Dr. Flesch die ersten Reportagen des Berliner Rundfunks aus Moabit. Arbeitete während seiner Schulzeit als Bergmann im Kohlenpott. Nahm am Ersten Weltkrieg (Frankreich) teil, Studierte von 1919 bis 1922 Jura in Jena, München  und Würzburg. Promovierte zum Dr. Jur. anschließend Bankbeamter, Kunstseide-Vertreter, Getreidehändler, Pressechef des Hotels Russischer Hof, Berlin, Redakteur der Zeitschriften des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Redakteur der Redaktionen des Verlages Ullstein, Theater-, Film-,und Variete-Kritiker der “B.Z. am Mittag”, der “Berliner Morgenpost” und des “Tempo”. Pressephotograph seit 1918 Gerichtsreporter des RIAS und SFB 1954/56. Reiseleiter Busch-Reisen Berlin-Paris, Schriftsteller, Komponist und Pressephotograph…..

 


DIENSTAG, 12. MAI, 18.30 UHR

DINAH NELKEN

 

Drehbuchautorin und Schriftstellerin

 

Dinah Nelken, eigentl. Bernhardine Ohlenmacher-Nelken, geb. Schneider war eine deutsche Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Dinah Nelken stammt väterlicherseits aus einer alten Berliner Handwerkerfamilie, mütterlicherseits von Hugenotten, die in Berlin sesshaft wurden. Der Vater war Schauspieler. Sie besuchte ein Lyzeum, bildete sich autodidaktisch weiter. In den 1920er Jahren hatte sie ihre ersten Erfolge mit Kurzgeschichten und Feuilletons für die Berliner Presse und Texten für das von ihr mitbegründete politisch-literarische Berliner Kabarett „Die Unmöglichen“. Ende der 1920er Jahre zog sie in die Künstlerkolonie Wilmersdorf und schrieb dort 1932 den Schlüsselroman Eineinhalb Zimmer Wohnung (1932) über eine typische Wohnung in der Künstlerkolonie. 

 


 

DIENSTAG, 11. AUGUST, 18.30 UHR

HELENE JACOBS

 

Widerstandskämpferin

 

Jacobs war im Dritten Reich Sekretärin eines jüdischen Patentanwaltes und seit 1934 Mitglied der Bekennenden Kirche. Sie schloss sich einer Gruppe um den Juristen Franz Herbert Kaufmann an, die seit 1940 half, dass jüdische Verfolgte untertauchen und das Land verlassen konnten. Jacobs versteckte aus christlich-sozialer Motivation heraus einige Menschen in ihrer Wohnung, bis sie 1943 denunziert und anschließend zu Zuchthaus verurteilt wurde. In der Bundesrepublik Deutschland arbeitete Jacobs als Beamtin im Entschädigungsamt in West-Berlin und wurde dort 1963 strafversetzt, weil sie sich zu sehr für die Antragsteller eingesetzt hatte.

Jacobs war seit der Gründung 1949 Mitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin. Sie wurde von der Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt. Sie verstarb 1993 und wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt. Ihr Grab ist seit 2004 als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.

 


 

DIENSTAG, 20. OKTOBER, 18.30 UHR

STEFFIE SPIRA

 

Schauspielerin

 

Steffie Spira war die Tochter des Schauspielerehepaars Lotte und Fritz Spira. 1924 besuchte sie eine Schauspielschule und erhielt 1925 ihr erstes Engagement. 1926 arbeitete sie bei der Gewerkschaft der Schauspieler. Ab 1928 spielte Spira bei der Berliner Volksbühne. 1931 trat sie in die KPD ein und wurde dort Mitbegründerin der Theater-Truppe 1931. Verheiratet war sie seit 1931 mit dem Regisseur Günter Ruschin. 1933 emigrierte sie in die Schweiz. In 14 Jahren Exil erfolgte Theaterarbeit in Paris und dem Kabarett „Die Laterne“ sowie Brecht-Uraufführungen. Nach der Trennung von ihrem Mann wurde sie im Gefängnis in La Roquette und dem Frauenlager Camp de Rieucros inhaftiert, von wo aus die Flucht der Familie nach Mexiko erfolgte. Dort engagierte sie sich unter anderem im Heinrich-Heine-Klub.

1947 kehrte sie auf einem sowjetischen Frachter nach Deutschland zurück und spielte ab 1948 am Deutschen Theater unter Wolfgang Langhoff, vorwiegend in der Volksbühne in vielen großen Rollen (beispielsweise auch die Mutter Wolffen in „Der Biberpelz“ von Gerhart Hauptmann) und am Theater am Schiffbauerdamm. Im ersten Ernst Thälmann-Film Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse (1954, Regie Kurt Maetzig), der das offizielle Geschichtsbild der SED noch kurz vor der Entstalinisierung widerspiegelt, spielt sie die Clara Zetkin.

Am 4. November 1989 hielt sie auf dem Berliner Alexanderplatz während der Alexanderplatz-Demonstration eine Rede vor rund einer halben Million Menschen und sprach sich gegen die Arroganz der Macht und für die Freiheit ihrer Nachkommen aus: „Ich wünsche für meine Urenkel, dass sie aufwachsen ohne Fahnenappell, ohne Staatsbürgerkunde und dass keine Blauhemden mit Fackeln an den hohen Leuten vorübergehen!“

Steffie Spira starb mit 86 Jahren. Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin. Ihr Sohn Thomas Ruschin arbeitet als Synchronregisseur. Ihre Schwester Camilla Spira war ebenfalls Schauspielerin.


 

DIENSTAG, 24. NOVEMBER, 18.30 UHR

 

Zum 71. Jahrestag der GCJZ Berlin

KNUD CHRISTIAN KNUDSEN

 

Verleger, Bildhauer und Mitbegründer der Berliner Gesellschaft

für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit  

Knud Knudsen gehörte zu der Künstlerkolonie und war der Vormieter in der Geschäftsstelle der GCJZ Berlin, die ebenfalls in der Künstlerkolonie ansässig ist. 1949 wurde er der erste Mitarbeiter und Literarischer Direktordes gegründeten Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Mitbegründer der Berliner GCJZ.

Knudsen ist Sohn des Theaterwissenschaftlers Hans Knudsen. Er studierte von 1935 bis 1941 an der Berliner Universität Zeitungswissenschaften und Kunstgeschichte bis zur Promotion. Parallel zum Studium machte er eine Ausbildung zum Pressezeichner, sodass er im Zweiten Weltkrieg von 1940 bis 1945 als Kriegszeichner eingesetzt wurde. Sein Christian Verlag hatte zuerst den Sitz in Berlin-Wilmersdorf und zog 1949 nach Bad Nauheim, wo Knudsen künftig hauptsächlich lebte und arbeitete. Er verlegte im Rahmen der Reeducation der westlichen Alliierten zunächst Bücher, in denen die Ansichten der Sieger zu verschiedenen Lebensbereichen dargelegt wurden, sowie Schilderungen der USA und Großbritanniens. 1949 wurde er der erste Mitarbeiter und Literarischer Direktor des gegründeten Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

In den Folgejahren arbeitete Knudsen als freier Bildhauer, ab 1954 auch in seinem Sommersitz auf Ibiza. Er hielt im In- und Ausland Vorlesungen. Seine Werke stehen oft im Öffentlichen Raum.

Verheiratet war Knudsen mit Doris, geb. Formella, die seinen Verlag bis 1978 weiterführte.

 

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Isolde und Hans Christian Cars‘ „Mauerflieger“ erzählt eine wahre Geschichte

Eine große Liebe, getrennt von der Berliner Mauer

Als Isolde und Hans Christian sich 1965 im Zug nach Budapest begegnen, sind sie sich von Anfang an sympathisch. Aus dieser Zufallsbekanntschaft entwickelt sich über die Zeit wahre Zuneigung und dann Liebe. Selbstverständlich möchten die beiden jungen Studenten ein gemeinsames Leben aufbauen, doch das scheint unmöglich. Sind sie sich in Einstellung, Persönlichkeit und Empfindung sehr nahe, so trennt sie doch leider die Berliner Mauer. Isolde stammt aus Ost-Berlin, Hans Christian aus Schweden. Durch die Augen des damals jungen Paares lassen uns die heute seit langem glücklich Verheirateten die Zeit des kalten Kriegs erleben und erfahren, was man alles zu tun bereit ist, wenn man nur einen festen Willen hat.

Isolde und Hans Christian Cars‘ “Mauerflieger” ist wirklich so passiert

Isolde und Hans Christian Cars „Mauerflieger“ erzählt eine wahre Geschichte. Ich mochte sehr an diesem Tatsachenbericht wie spannend alles war, obwohl man beim Lesen des Klappentextes eigentlich schon wusste wie es ausgeht. Doch zum einen ist die Geschichte dieser Liebe ist aufregend. Zum anderen verfügt das schreibende Paar über Wortwitz und die Fähigkeit, spannend zu erzählen. Mitunter wirkt die Story so unglaublich, dass man nur noch staunen kann.

Sie mussten für ihre Liebe Umwege und Gefahren auf sich nehmen

Unterstützt von Originaldokumenten, schildern Isolde und Hans Christian welche Umwege und Gefahren sie auf sich nehmen mussten, um jenseits des Eisernen Vorhangs heiraten zu können. Was dabei besonders prägnant zu Tage tritt, sind nicht nur die Widrigkeiten, die sich durch die strenge Kontrolle seitens der DDR-Regierung ergaben, sondern ebenso das Misstrauen, das auf der Seite der Bundesrepublik aufkam, als es Isolde über die Grenze schaffte und die deutsche Staatsbürgerschaft beantragte. Die Atmosphäre der Unsicherheit und der Feinseligkeit, die da auf beiden Seiten herrschte, wird von „Mauerflieger“ anschaulich durch die Zeit transportiert und lässt mich umso dankbarer dafür sein, dass Deutschland schon lange nicht mehr geteilt ist.

Spannend wie ein Thriller und romantisch wie eine Lovestory

Geschildert aus beiden Sichtweisen, liest sich dieser Tatsachenbericht sowohl als Thriller, als auch als Liebesroman. Die Angst der beiden, die aufkommt, als sie ihre Flucht angehen, ist genauso fesselnd beschrieben, wie die emotionalen Teile, die sehr berühren. Was ich dabei am beeindruckendsten fand, war wie sehr es der DDR-Regierung anscheinend gelungen war, die Bürger in Unwissenheit zu halten. Isolde schildert sehr glaubwürdig, wie es war, in Ost-Berlin zu leben: Sie machte sich kaum Gedanken über die Mauer – bis sie sie zu überwinden suchte. Hans Christian erzählt die Geschichte aus Sicht der westlichen Seite, die die DDR-Regierung als unmenschlich empfand. Dass alles nicht nur Schwarz und Weiß ist und war, ist wohl die wichtigste Weisheit, die uns diese gelungene Liebesgeschichte schenken kann.

Isolde und Hans Christian Cars

Mauerflieger

ISBN 978-3-426-21456-5

240 Seiten, € 18,00

Knaur

© Buchszene.de

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Ausschreibung zum 4. Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2020

Thema der Ausschreibung:

Saatkorn sein. Zwischen Mühlsteinen

Das Thema bezieht sich auf eine Verszeile aus einem Gedicht von Ulrich Grasnick zu Friedrich Hölderlin. 2020 ist das Jahr, in dem sich am 20. März der Geburtstag des Dichters Hölderlin zum 250. Mal jährt.

Der Preisgeber Ulrich Grasnick ermutigt mit seiner Ausschreibung Autorinnen und Autoren zur Selbstwahrnehmung in unserer heutigen Zeit. Für Grasnick ist der poetische Text ein Produkt reflektierter Wirklichkeit, ein Auf-die-Möglichkeit-Hoffnung-Hinsteuern. Hölderlin schrieb in Patmos: „Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch“. Die Ausschreibung richtet sich an Autorinnen und Autoren ab dem 16. Lebensjahr.

Verfahren:

Erbeten werden zwei selbstverfasste, bislang unveröffentlichte Gedichte in deutscher Sprache. Einzureichen ist jeder Text maschinenschriftlich im Format der üblichen Normseite sowie in 4-facher Ausführung, nebst einem Beiblatt mit den persönlichen Daten (Kurzvita und den Kontaktdaten Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse). Da im Auswahlverfahren einzig die Textqualität beurteilt wird, sind alle eingesandten Texte zu anonymisieren, das heißt, auf keiner Gedichtseite darf der Name der Autorin bzw. des Autors erscheinen, stattdessen aber ein persönliches Kennwort. Das Kennwort wird auf dem Beiblatt festgehalten.

Die eingereichten Gedichte werden von einer Jury nach dichterischer Eigenständigkeit, Einfallsreichtum, sprachlichem Ausdruck und Bildhaftigkeit der Sprache bewertet. Es werden zwei Preise vergeben. Die Preisträgerinnen bzw. Preisträger erhalten neben einer Urkunde vom Preisstifter ein antiquarisch wertvolles Buch. Die beiden preisgekrönten Gedichte und eine Auswahl weiterer Wettbewerbsbeiträge werden in einer Anthologie des Ulrich-Grasnick-Lyrikpreises 2020 im Quintus-Verlag/Verlag für Berlin-Brandenburg veröffentlicht. Die Zustimmung dazu wird gesondert eingeholt.

Einsendeschluss:

Einsendungen sind bis zum 31. März 2020 auf dem Postweg mit dem Merkwort Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2020 zu senden an: Frau Almut Armélin, Markgrafenstraße 40, 10117 Berlin.

Die Preisverleihung

findet am 25. September 2020 um 19:00 Uhr im Bürgersaal des Kulturzentrums Adlershof Alte Schule, Dörpfeldstr. 54, 12489 Berlin, statt. Sie ist verbunden mit einer öffentlichen Lesung von Autorinnen und Autoren und der Vorstellung der Anthologie „Schritte“ des vergangenen Jahres 2019. Veranstalter ist das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin. Der Eintritt ist frei.

Zum Preisstifter:

Ulrich Grasnick, geb. 1938 in Pirna, Lyriker, Mitglied im Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (ver.di VS Berlin). Er leitet seit vielen Jahren das Köpenicker Lyrikseminar und die Lesebühne der Kulturen Adlershof mit Sitz im Kulturzentrum Adlershof Alte Schule.Zu seinen aktuellen Veröffentlichungen gehören „Fermate der Hoffnung. Hommage an Marc Chagall. Gedichte Deutsch/Russisch“ 2018 und „Auf der Suche nach deinem Gesicht. Gedichte zu Johannes Bobrowski“ (2018). Grasnick ist Herausgeber der Anthologien zum seit 2017 jährlich ausgeschriebenen Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis: „Wenn wir den Atem anhalten“ (2017), „Im Auge des Dichters“ (2018) und „Schritte“ (2019). ulrich-grasnick.de

Weitere Informationen:
www.berlin.de/bildung-t-k

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