
Hier nun nochmals die Anträge und ersten Beschlüsse zur Information

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Hier nun nochmals die Anträge und ersten Beschlüsse zur Information

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Das Atelierbüro des Kulturwerks des bbk berlin GmbH hat mit Datum vom 10.09.2019 insgesamt 7 Ateliers aus dem Arbeitsraumprogramm (Atelieranmietprogramm) ausgeschrieben.
Das Angebot richtet sich an alle in Berlin lebenden professionellen Bildenden Künstlerinnen und Künstler.
Die Besichtigungstermine der Ateliers finden am 18. September 2019 statt.
Bewerbungsschluss ist der 01. Oktober 2019.
Die nächste Ausschreibung erscheint voraussichtlich am 07. November 2019.
Die dazu gehörenden Besichtigungen werden voraussichtlich am 19. und 20. November 2019 stattfinden.
Alle Details der Ausschreibung können den Webseiten des Kulturwerks des bbk berlin GmbH www.bbk-kulturwerk.de oder bei der Senatsverwaltung für Kultur und Europa www.kultur.berlin.de entnommen werden.
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Auf Einladung des Vorstands der Künstlerkolonie Berlin e.V. besuchte der Ortsverein der CDU Gartenstadt Schmargendorf mit ihrer Vorsitzenden Stefanie Bung und der Fraktionsvorsitzenden in der BVV Charlottenburg Wilmersdorf, Susanne Klose, die Berliner Künstlerkolonie und informierte sich über deren Geschichte und wie man diese denkmalgeschützte Anlage zukünftig unterstützen kann um es für Berlin als Denkmal zu erhalten.
Die Teilnehmer diskutierten die Nachnutzung des ehemaligen Kiosks am Ludwig Barnay Platz als Kultur Kiosk für den Kiez, die Parkplatzsituation, E Mobilität, die aktuelle Mietersituation mit der Vonovia, die Situation der Grünflächen in der Künstlerkolonie und vieles mehr…
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Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf beabsichtigt die Errichtung von Mobilitätspunkten an und auf öffentlichen Straßen und Plätzen im Bezirk. Dabei legt das Bezirksamt Wert auf die Wünsche und Erfahrungen von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie aller am Verkehr Beteiligten und fordert daher alle Interessierten auf, gewünschte Standorte einzutragen und über die bereits gemachten Vorschläge ihr Votum abzugeben.
Auf der unter https://mein.berlin.de/ im Projekt „Mobilitätspunkte im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf“ abrufbaren Karte des Bezirks sind die bislang geplanten oder vorgeschlagenen Standorte eingezeichnet und es können neue, eigene Vorschläge eingetragen werden. Diese werden dann auf Realisierbarkeit geprüft, ausgeschrieben und von Unternehmen aufgebaut.
Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger: Mit diesem Angebot machen wir möglich, immer dann, wenn das Angebot von Bus und Bahn nicht ausreicht, alle Vorteile und Freiheiten von Autos nutzen zu können. Mit der ganzen Familie raus an den Badesee oder eben doch mal was größeres Einkaufen – dafür braucht man wirklich keinen eigenen Wagen. Mobilitätspunkte sind reservierte Parkplätze für Carsharing und Elektroladestationen, um eine komfortable und zuverlässige Alternative zum eigenen PKW zu bieten. Deshalb sind die Mobilitätspunkte in den Wohngebieten vorgesehen – damit sie genauso gut erreichbar sind wie ein eigenes Auto. An Mobilitätspunkten können Carsharing-Autos geparkt und abgeholt werden. An einigen Mobilitätspunkten sind zusätzlich Ladestationen geplant, die auch von elektrischen Privat-PKW genutzt werden können. Weitere Mobilitätsangebote sollen mit der Zeit dazukommen.
Das Bezirksamt koordiniert die Angebote und erstellt laufend Ausschreibungen, die sich an Mobilitätsanbieter richten. Die Anbieter können sich darauf bewerben und dann ihre Angebote bereitstellen. Interessierte Nutzende schließen direkt Verträge mit Carsharing- und Autostrom-Unternehmen.
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Exil in Sanary-sur-Mer während der Nazidiktatur
Wie konnte ein Fischerort in der Provence ab 1933 zur „Hauptstadt des künstlerischen und literarischen Exils“ werden?
Wer waren die Menschen, deren Namen auf einer Gedenktafel am Hafen von Sanary-sur-Mer stehen? Warum kamen sie und sind nicht geblieben? Auf literarisch abwechslungsreiche Art spüren die Autoren in 69 Kapiteln den Lebensgeschichten dieser Flüchtlinge nach. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion ebenso wie zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Nach der Lektüre dieses Buches sieht man Sanary mit anderen Augen.
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Zum dritten Mal finden im September die Literaturtage am Rüdesheimer Platz statt. Am Wochenende vom 27. bis 29.9.2019 werden auf Initiative der Buchhandlung Mertiny & Sohn wieder 4 namhafte AutorInnen im Kiez zu Gast sein.
Gøhril Gabrielsen – Die Einsamkeit der Seevögel
Ein beeindruckend dichter atmosphärischer Roman über eine Frau, die im äußersten Zipfel Norwegens eine Auszeit sucht.
Moderation: Thomas Boehm
Freitag 27.9.2019, 20 Uhr, Buchhandlung Mertiny & Sohn GmbH, Rüdesheimer Str 2
Florian Beckerhoff – Nickel & Horn 2 – Sondereinsatz für Frau Perle
Ein Meerschweinchen + ein Papagei = 2 Detektive. Ein charmantes und humorvolles Abenteuer für Kinder zwischen 5 und 8.
Samstag, 28.9.2019, 15 Uhr, Buchhandlung Mertiny & Sohn GmbH, Rüdesheimer Str 2
Ernst Paul Dörfler – Nestwärme
Der vielfach ausgezeichnete Ornithologe Dörfler stellt sein überraschendes und berührendes Buch über das Sozialverhalten unserer gefiederten Freunde vor.
Sonntag, 29.9.2018, 16 Uhr, Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft e.V. – IBZ Berlin, Wiesbadener Str 18, 14197 Berlin
Bruno Preisendörfer „Als die Musik nach Deutschland kam – Eine Reise in die Bachzeit“
Wie die Familie Bach im Alltag lebte, Händel sich kurieren ließ und Telemann sein Geld anlegte: Preisendörfers Zeitreise führt in die Zeit des Barock.
Eine Lesung mit Musik. Am Klavier: Eberhard Freiwald, Moderation: Thomas Boehm
Sonntag 29.9., 18 Uhr, Gemeindehaus der Lindenkirche, Johannisberger Str 15A
Karten für alle Veranstaltungen gibt es nur in der Buchhandlung Mertiny & Sohn, Rüdesheimer Str. 2. Nähere Informationen oben unter „Veranstaltungen“
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Der Kiosk am Ludwig Barnay Platz stellte über Jahrzehnte den zentralen Anlaufpunkt für die Bewohner der Berliner Künstlerkolonie dar und lud zum Smalltalk und kurzen Verweilen ein. Seit der Einstellung des Betriebes fehlt dieser Anlaufpunkt für die Anwohner.
Der Verein der Künstlerkolonie Berlin. e.V. schlägt vor, diesen Kiosk lastenfrei zu übernehmen und zu einem ideellen Preis von € 1,00 zu pachten.
Der „KulturKiosk der Künstlerkolonie“ soll als zeitgemäße „Litfaßsäule“ dienen und in einen wichtigen kulturellen Kontaktpunkt für den Kiez verwandelt werden.
Der Verein der Künstlerkolonie Berlin e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Dieser wird Ausstellungen im und am Kiosk organisieren und präsentieren.
Der „KulturKiosk der Künstlerkolonie“ soll die Geschichte der Kolonie und ihrer Bewohner mit wechselnden Schautafeln an den Außenseiten veranschaulichen. Wir stellen uns vor neben der grafischen Darstellung der Kolonie und ihrer Bewohner im Inneren einen Präsentationsort für die im Umfeld wohnenden KünstlerInnen aus den Bereichen Urban Art, Grafik Design, Illustration undComic zu schaffen. Weiterhin soll der KulturKiosk auch als Bücherbox fungieren; mit an den Wänden angebrachten Bänken zum Verweilen einladen und damit zum Ort der Begegnung und des Austauschs der Bewohner des Kiez werden.
Angesiedelt im Süden von Wilmersdorf, wo seit den letzten Jahren ein starker Anstieg der Mieten und ein Verlust künstlerischer Einrichtungen, Ateliers und Veranstaltungsorten zugunsten kommerzieller Strukturen prägend ist, bildet der KulturKiosk der Künstlerkolonie eine wichtige Bastion kultureller Vielfalt und künstlerischen Austausches.
Ein wichtiger Bestandteil des Küko KulturKiosk ist die ehrenamtliche Ausstellungstätigkeit des Vereins und ein wechselndes Workshop-Programm, das auch den Ludwig-Barnay-Platz einbeziehen soll (z.B. durch Malkurse für Erwachsene und Kinder, Fotografie-Workshops, Yoga-Treffen und Kultur-Picknicke).
Der „KulturKiosk der Künstlerkolonie“ wird auch die Funktion eines Treffpunktes für den Verein haben, der bei Kaffee und Kuchen an Vereinsnachmittagen den Mitgliedern ein Ort der Begegnung und des Austausches bietet.
Wir würden uns freuen mit Ihrer Unterstützung dieses Vorhaben für unseren Kiez umsetzen zu können.
BVV Sitzung am 12. September 2019, 17 Uhr
Rathaus Charlottenburg
| Ö 10.3 | Künstler-Kiosk unterstützen |
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird gebeten, die Initiative der Künstlerkolonie, den Kiosk am Barnay- Platz als Ort der Kunst zu nutzen und über das historische Ensemble der Künstlerkolonie zu informieren, zu unterstützen.
Der BVV ist bis zum 31. 12.2019 zu berichten.
Begründung
Der Kiosk wird seit 2 Jahren nicht mehr betrieben.
| Ö 10.12 | Ludwig-Barnay-Platz besser pflegen und gestalten |
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird gebeten, eine Grundpflege im Ludwig-Barnay-Platz durchzuführen und krähensichere Papierkörbe aufzustellen. Außerdem sind die Bänke zu erneuern.
Des Weiteren wird das Bezirksamt gebeten, den Ludwig-Barnay-Platz in die Investitionsplanung des Bezirks aufzunehmen, um mittelfristig die Gartenanlage neu zu gestalten.
Ferner wird das Bezirksamt gebeten, der Künstlerkolonie einen Pflegevertrag und entsprechende Unterstützung für ehrenamtliches Engagement anzubieten.
Der BVV ist bis zum 28.2. 2020 zu berichten.
Begründung
Der Ludwig-Barnay-Platz wird von den Anwohnenden stark genutzt. Jedoch ist die Pflege nicht ausreichend gewesen, so dass der Park durch den Rückbau von Beeten sowie der Auswaschung und Überwucherung von Wegen nicht mehr attraktiv ist.
Mit Maßnahmen, die leicht umzusetzen sind, wie neuen Bänken und krähensicheren Papierkörben sollte der Bezirk beginnen, die Attraktivität wieder zu erhöhen. Mittelfristig sollte der Park in die Investitionsplanung aufgenommen werden, um die Wege und Beete zu sanieren.
Die Künstlerkolonie steht als Ansprechpartner bereit, um mit ehrenamtlichem Engagement den Bezirk zu unterstützen.
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Walter Kempowski im literatur- und ideengeschichtlichen Kontext
Tagung, Akademie der Künste, Pariser Platz, Berlin, Plenarsaal
In seinen monumentalen Textcollagen sucht Walter Kempowski die politische und ästhetische Mitte. Erbringt „highbrow“ und „lowbrow“, Erzähltradition und Avantgarde zusammen. Analysiert er das historische Versagen des Bürgertums, dann lässt er die Beteiligten selbst zu Wort kommen. Die Tagung fragt nach den literarischen und ideengeschichtlichen Konstellationen eines großen Prosaisten,dessen umfangreiches Archiv die Akademie der Künste bewahrt.
In Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen.

Begleitend zur Tagung gibt eine Vitrinen-Ausstellung Einblicke in das Kempowski-Archiv.
PROGRAMM
Donnerstag, 12. September 2019
14 Uhr Begrüssung
Werner Heegewaldt
Thematische Einleitung
Marcel Lepper, Kai Sina, Tom Kindt
14.30 Uhr Sektion 1: Historische Bestandsaufnahme
Moderation: Marcel Lepper
Ulrich Herbert
„Echolot“: Kempowskis Historiographie
Daniel Fulda
Meer oder Mitte? Dispersion und Zentrierung in
Kempowskis „Echolot“
Diskussion
15.30 Uhr Sektion 2: Kempowski lesen
Moderation: Kai Sina
Unreglementierte Lebensfülle und ironische Distanz:
Kempowskis frühe Prosa
Interventionen: Alexandra Pontzen, Moritz Baßler, Maren Horn,
Katrin Möller-Funck u.a.
16.30 Uhr Kaffeepause
17 Uhr Sektion 3: Poetische und ästhetische Voraussetzungen
Moderation: Kerstin Stüssel
Frieder von Ammon
Medias in res: Überlegungen zu einer Poetik der Mitte in der
deutschen Literatur der Moderne
Carsten Dutt
Gebrochene Komik: Nochmals zu einem Element der Romankunst
Walter Kempowskis
Tilo Wesche
Kempowski, Adorno und die Musikästhetik
Diskussion
18.30 Uhr Keynote
Moderation: Alexandra Pontzen
Edo Reents
Kempowski: Verständnisse, Missverständnisse
19.30 Uhr Abendessen für die Referentinnen und Referenten
Freitag, 13. September 2019
10 Uhr Sektion 4: Ideengeschichtlicher Horizont
Moderation: Moritz Baßler
Niels Penke
Wahre Popularität? Kempowski als Autor des „middlebrow“
Dieter Lamping
Die Literatur der Mitte und die Philosophie der Mitte.
Walter Kempowski von Karl Jaspers her gelesen
Mark Schweda, Kai Sina
Apologie(n) der Bürgerlichkeit? Odo Marquard und Walter
Kempowski im Vergleich
Diskussion
11.30 Uhr Kaffeepause
12 Uhr Literaturgeschichtliche Konstellationen
Moderation: Tom Kindt
Lutz Hagestedt
„Wie, wenn Jünger uns alle überlebte?“ Walter Kempowski und die
intellektuelle Provinz der (alten) Bundesrepublik
Matthias Löwe
Jenseits der Avantgarde: Enzensberger und Kempowski im
literarischen Feld der Bundesrepublik
Hanna Engelmeier
Martin Schlosser liest Walter Kempowski
Diskussion
13.30 Uhr Podium: Abschlussdiskussion
Moderation: Marcel Lepper
Moritz Baßler, Alexandra Pontzen, Kerstin Stüssel
14 Uhr Abschluss der Tagung
Begleitveranstaltung: Kempowskis Schreibverfahren
Literarische Matinée in der Niedersächsischen Landesvertretung, Berlin
12. September, 11 Uhr, Eintritt frei.
Kontinuierlich hat Walter Kempowski neue Methoden des Schreibens entwickelt und auch gelehrt. Heute gehört er zu den wichtigsten und eigenwilligsten deutschsprachigen Autoren. Flankierend zur großen Kempowski-Tagung der Akademie der Künste und ausgehend von Kempowskis dort befindlichem Archiv lesen und diskutieren Autorinnen und Autoren der digitalen Generation über Text in Bewegung, über dynamische Komposition, über Datenbankliteratur und Archivmontagen, über Plankton und Sediment.
Mit Tobias Amslinger, Hanna Engelmeier, Birthe Mühlhoff u.a.
Moderation: Marcel Lepper
Kontakt: https://anmeldung.lv-niedersachsen.de/
Konzept
Prof. Dr. Marcel Lepper, Leiter des Literaturarchivs, Akademie der Künste,
Robert-Koch-Platz 10, D-10115 Berlin, E-Mail: lepper@adk.de
Prof. Dr. Tom Kindt, Université de Fribourg, Germanistik, Av. de l‘Europe 20,
CH-1700 Fribourg, E-Mail: tom.kindt@unifr.ch
PD Dr. Kai Sina, Universität Göttingen, Seminar für Deutsche Philologie, Käte-Hamburger-
Weg 3, D-37073 Göttingen, E-Mail: kai.sina@phil.uni-goettingen.de
Kooperation
Die Tagung findet statt in Kooperation mit der Universität Göttingen, ebenso in Verbindung mit der Vertretung des Landes Niedersachsen, der Université de Fribourg und dem Kempowski-Archiv Rostock.
Förderung
Gefördert wird die Tagung durch die Universität Göttingen aus Mitteln der Fritz Behrens
Stiftung, Hannover, und durch die Akademie der Künste, Berlin
Anmeldung
Der Eintritt zur Tagung ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten: literaturarchiv@adk.de
Kontakt
Cornelia Hübsch, Sekretariat, Literaturarchiv, Akademie der Künste, Robert-Koch-
Platz 10, D-10115 Berlin, huebsch@adk.de
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Ernst und Günther Paulus begannen erst 1927 mit dem Bau von Wohnsiedlungen. Deshalb soll auf die ausführliche Darstellung der Entwicklung des Massenwohnungsbaus vor diesem Zeitraum verzichtet werden. Es ist bezeichnend, daß die Architekten auch hier recht spät an einem Prozeß Anteil hatten, der so wesentlich für die Verbreitung des „Neuen Bauens” sorgte.

In diesem Jahr 1927, dem ersten, in dem eine Wohnsiedlung der Architekten vollendet wurde, erreichte Berlin mit 27.000 Wohnungen den Höhepunkt des Wohnungsbaus zwischen 1924 und 1931. Mit der 1924 eingeführten Hauszinssteuer und mit neuen, gemeinnützigen Bauträgern konnte die staatliche Wohnbaupolitik über einige Jahre erheblich zur Besserung der großen Wohnungsnot ,Minderbemittelter‘ beitragen. Staatlich gesicherte Rahmenbedingungen, einhergehend mit möglichst preisgünstiger Erstellung, beförderten die bekannte Entwicklung der Wohnsiedlungen. Sie reicht von der Gesamtanlage, bei der sich in den späten Zwanziger Jahren der Zeilenbau gegen die Blockrandbebauung durchgesetzt hatte, über die auf das Notwendigste reduzierte, funktionale Fassadengestaltung, hauptsächlich durch Gliederungen in Form von Eingängen und Treppenhausachsen, Loggien oder Balkons, bis hin zu den Grundrissen mit vorgegebenen Zimmergrößen und ökonomischer Anordnung der Funktionen.
Rationalisierung und Typisierung waren bestimmende Vorgaben, denen nach Möglichkeit auch der Bauprozeß selbst unterworfen wurde, beispielsweise mit vorgefertigten Elementen. Besonders am Zeilenbau konnte man immer wiederkehrende Typen aneinanderfügen, weil es keiner Abweichung durch Ecklösungen bedurfte. Trotz der breit publizierten Forderung nach – auch durch maschinellen Einsatz – rationalisierter und industrialisierter Bautätigkeit in Großprojekten des Wohnungsbaus unterblieb dies angesichts der hohen Arbeitslosigkeit.
Sowohl in der großen Form als auch am einzelnen Aufriß wurden besonders in Berlin bedeutende Lösungen gefunden, etwa mit der Hufeisensiedlung von Bruno Taut und Martin Wagner (1925-1927) oder den Bauten von Hans Scharoun und Hugo Häring in der Siedlung Siemensstadt ( 1929-1931 ). Im betrachteten Zeitraum entwarfen Ernst und Günther Paulus fast ausschließlich in Berlin Wohnsiedlungen von unterschiedlicher Größe und Struktur. Die auftraggebenden Wohnungsbaugesellschaften wechselten. Die erste Bauherrin war die Domus AG, für die in Wilmersdorf eine dreiseitige Blockrandbebauung um einen großzügigen Gartenhof entworfen wurde (WV 1927 /4).323 Mit der Künstlerkolonie, dem zweiten Projekt, begannen die Architekten 1928.
Die Fertigstellung von drei Blöcken mit rund 550 Wohnungen zog sich bis in das Jahr 1931 hin. Bauherrin war hier eine eigens von der Berufsgenossenschaft deutscher Bühnenangehöriger und dem Schutzverband deutscher Schriftsteller gegründete, gemeinnützige Heimstättengesellschaft, die ,,Künstlerkolonie“.

Den Umbruch in der deutschen Wohnungsbaupolitik markierte die Brüningsche Notverordnung im Oktober 1931, in der, ein Rückgriff auf frühere Entwicklungen, bevorzugt die vorstädtische Kleinsiedlung und die landwirtschaftliche Siedlung zur staatlichen Förderung vorgesehen wurden. Im Werk von Ernst und Günther Paulus ist als Reflex auf diesen Umbruch die vorstädtische Reihenhaussiedlung Berlin-Marienfelde auszumachen. Auch in ländlichen Regionen wurden sie daraufhin tätig, indem sie die „Pflug und Egge” Landsiedlungsgesellschaft gründeten.
Mit dem Regimewechsel 1m Januar 1933 wurde wohnbaupolitisch zunächst an die Kleinsiedlungen im Grünen, an den Stadträndern, angeschlossen. Erst ab 1935/36 erfuhr der Geschoßwohnungsbau wieder verstärkte staatliche Unterstützung. Mehrere vorbereitende Gesetze und Verordnungen mündeten in den Vierjahresplan vom Oktober 1936, der die Kriegsvorbereitung in allen Bereichen zum Ziel hatte. Bezüglich des Massenwohnungsbaus verabschiedete man sich vom Ideal der parzellierten Kleinsiedlung, um wieder das konzentrierte, in der Herstellung kostengünstigere Wohnen in mehrgeschossigen Großsiedlungen zu unterstützen.
Das betraf insbesondere die in der Rüstungsindustrie beschäftigte Arbeiterschaft. Es war sicherlich vor allem Günther Paulus, der den später zur ausschließlichen Bauaufgabe werdenden Siedlungsbau betrieb. Die Anzahl der Projekte und ihr jeweiliger Umfang allein würden eine monothematische Arbeit rechtfertigen. Im hier vorliegenden ersten Überblick über das Gesamtschaffen von Vater und Sohn ist es jedoch nicht möglich, so ausführlich darauf einzugehen, wie es angesichts der zahlreichen Projekte in diesem Bereich angemessen wäre. Viele ungeprüfte Angaben aus den beiden Hauptquellen müssen aus Zeitmangel übernommen werden; gerade die ausführlichere Archivrecherche über den Siedlungsbau hätten einen den Rahmen weit überschreitenden Aufwand erfordert, der jedoch keinen wesentlichen Erkenntnisgewinn versprach.

Drei Projekte wurden exemplarisch ausgewählt: Die Künstlerkolonie Schmargendorf zeigt in ihrem ersten Block noch deutliche Einflüsse des „Individualbaumeisters” Ernst Paulus, ihr dritter Block hingegen weist stark versachlichende Tendenzen auf, die Günther Paulus zuzuschreiben sind. In der Siedlung „Am Mühlengrund” (Zehlendorf) bauten die Architekten für zwei verschiedene Wohnungsbaugesellschaften. Beginnend im Jahr 1930, wurde der Abschnitt für die zweite Bauherrin nach dem Regierungswechsel von 1933 fertiggestellt. Neben diesen mehrgeschossigen Siedlungsprojekten wird auch eine Reihenhaussiedlung vorgestellt, die dem Kleinsiedlungsideal der Zeit von 1931 bis 1936 nahekommt, jedoch durch ihre zeilenförmige Anordnung gleichzeitig moderne Bestrebungen aufnimmt.
„Künstlerkolonie” Berlin-Schmargendorf

Zum Ende des Jahres 1931 wurde der letzte von drei Blöcken einer Siedlung für eine besondere Klientel vollendet. Mit konkreten Planungen war bereits 1926 begonnen worden. In seinem Roman „Lydia Faude” aus dem Jahr 1965, der überwiegend in der Künstlerkolonie handelt, übernimmt Martin Kessel für jene drei Blöcke die angeblich gängigen Bezeichnungen „Tintenburg“, ,,Stempelburg” und „Wanzenburg“.

Die Bauherrin, die eigens von der Berufsgenossenschaft deutscher Bühnenangehöriger und dem Schutzverband deutscher Schriftsteller gegründete gemeinnützige Heimstättengesellschaft „Künstlerkolonie“, wollte günstigen Wohnraum vor allem für künstlerisch Schaffende aus den Bereichen Literatur und Theater zur Verfügung stellen. Aber auch einige Ateliers für Maler, mit Oberlicht versehen, wurden in den Dachgeschossen erstellt. Die Grundsteinlegung fand im Februar 1927 statt, und der Grundstein trägt eine eingemeißelte Inschrift, die den ersten Block, die „Tintenburg“, den literarischen und Bühnenkünstlern widmet: Aus dem Nichts schafft Ihr das Wort, und Ihr tragt’s lebendig fort, dieses Haus ist Euch geweiht, Euch, Ihr Schöpfer uns ‘rer Zeit.

Viele prominente Künstler, Schriftsteller und Personen anderer, auch politischer Bereiche wohnten im Lauf der Zeit im „Schwabing am Laubenheimer Platz”, so etwa Ernst Bloch, Sebastian Haffner, Joachim Ringelnatz; Johannes R. Becher und Ernst Busch; Lil Dagover und Klaus Kinski; Klaus Schütz und Wolfgang Leonhard, und sogar Hans Scharoun.

Die Bezeichnung „Stempelburg” und „Wanzenburg” bezog sich auf die schwierigen Verhältnisse der Bewohner. In der Inflationszeit, die mit der Fertigstellung der Siedlung zusammentraf, sollen drei Viertel der Bewohner arbeitslos gewesen sein. Vor und mit Beginn des nationalsozialistischen Regimes häuften sich Übergriffe auf die Siedlung, deren Bewohner politisch überwiegend links eingestellt waren; auch viele jüdische Mieter wohnten in der Kolonie.
Aus heutiger Sicht und im Hinblick auf eine „sprechende” Architektur erscheint es verwunderlich, daß für diese linke, intellektuelle Klientel die konservativen Architekten Ernst und Günther Paulus ausgesucht wurden. Viel besser ist in diesem Zusammenhang eine ganz moderne Siedlung vorstellbar, sachlich, weiß verputzt und mit Flachdächern versehen. Gesamtanlage Die ersten Pläne vom Januar 1927 beinhalten den ersten und zweiten Block nördlich und südlich einer Platzbildung. Beide Blockrandbebauungen sollten sich zum Platz hin durch Arkadengänge öffnen, um Zusammengehörigkeit und Kommunikation der Bewohner zu fördern. Dem Erholungs- und Ruhebedürfnis hingegen sollten die abgeschlossenen Gartenhöfe dienen.
Nach Vollendung des ersten Blockes im Frühjahr 1928 ergaben sich erste Änderungen für den zweiten Block, der im Winter 1929bezugsfertig war: Wenn nun [. . .} nach dem Laubenheimer Platz zugebaut werden muss, um erträgliche Mieten zu erzielen, so ist die gesamte Anlage in ihrer Wirkung vernichtet. Mit dem dritten Block, von dem nur ein Teil zur Ausführung kam, wurde Ende 1930begonnen. Er schließt sich im Westen an den Laubenheimer Platz bzw. die Bonner Straße an (vgl. auch Luftbild, WV 1928- 1931/1 ).

Waren die Langseiten der beiden ersten Komplexe noch nach den besonnungstechnisch nicht ganz so günstigen Nord- und Südseiten ausgerichtet, beachtete man dies bei diesem dritten Bauteil nun betont: Bei der Durchführung des Bauvorhabens der Künstlerkolonieist von den künstlerischen Bearbeitern des Projektes, den Herren Ernst und Reg-Baumeister a.D. Dr.-Ing. Günther Paulus darauf Rücksicht genommen worden, dass die Lage der Wohnungen möglichst Ost-West-Wohnungen ergibt.
Der Bezug auf den Laubenheimer Platz mit dorthin orientierten Öffnungen ist hier völlig aufgegeben, obwohl der Block westlich an den Platz grenzt. Dieser dritte Bauteil bezieht sich hingegen mit seiner Öffnung in Richtung Westen auf eine zwar geplante, aber nicht mehr zustandegekommene Fortsetzung. Nach Vollendung des letzten durch Paulus entworfenen Bauteils der Künstlerkolonie 1931war die Verwendung der Hauszinssteuermittel für mehrgeschossige Mietwohnhäuser bereits gestoppt worden. Gestaltung Im ersten Block der Künstlerkolonie, der sich zwischen Südwestkorso und heutigem Ludwig Bamay-Platz erstreckt und im Osten von der Laubenheimer, im Westen von der Bonner Straße begrenzt wird, mischen sich in den Entwürfen die bewährten, behaglich-konservativen Gestaltungsmittel von Ernst Paulus mit sparsam verwendeten, expressionistischen Akzenten. Die Planung mußte im Verlauf geändert werden, da der Dispens zu einer überwiegend fünfgeschossigen Bebauung nicht erlangt werden konnte. Ursprünglich sollten die drei geschlossenen Seiten fünfgeschossig sein, um die vierte Seite zum Platz hin sanft abzustufen, über fünfgeschossige Ecken, die wie Kopfbauten wirken, auf viergeschossige Bauten bis zur symmetrischen Öffnung der Mitte. Dort war ein dreigeschossiges Haus geplant, das zu beiden Seiten mit Arkadengängen an die viergeschossigen Bauten anschloß.
Man findet hier herkömmliche Gestaltungsmittel wie ein massives Sockelgeschoß und das Mansardwalmdach. Da die Platzfassade nach Norden ausgerichtet ist, sind überwiegend Fenster und nur wenige Loggien in streng achsgerechter Reihung angeordnet. Tatsächlich verwirklicht wurden die backsteinsichtigen Sockel, auf denen sich verputzte Mauem erheben. Weitere Akzente wie etwa Eingänge, Erker und bevorzugt behandelte Gebäudeecken sind ebenfalls in dem auffallenderen, roten Material gestaltet. Die Arkadengänge, backsteinsichtig und in Parabeiform, sollten ebenerdig ursprünglich mit Gewölben versehen werden. Auf diesen Arkaden waren Dachgärten geplant, die ein luftiges Flanieren möglich machen sollten. Schutz in der Höhe boten durchbrochene Brüstungen, die mit Skulpturen, rhythmisch den Pfeilern folgend, aufgelockert werden sollten. Leider wurde aus den schönen Plänen nichts. Was blieb, war zwar die durch Arkaden unterbrochene Platzwand, aber alle Gebäude dieser Seite wurden einheitlich viergeschossig gebaut. Die Arkaden beschränkte man auf je fünf Bögen pro Seite. Davon wurden je zwei verschlossen, die als Müllkastenräume und Transfomatorenhäuschen dienen.
Die Wirkung der abgestuften Traufhöhen zum Platz hin, eine freundlich einladende Geste, ist verloren, und der viergeschossige Mittelbau erscheint monolithisch mit seinen hohen, kahlen Brandmauern, die zu den eingeschossigen Arkaden nicht zu vermitteln vermögen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes wurde die Öffnung der Häuserwand im Verlauf der Planung vollständig gestrichen. Lediglich mit der von fünf auf vier Geschosse herabgestuften Bebauung, die dort möglich war, wird Bezug genommen auf die besondere Situation am Platze.
Eine Einleitung der Platzsituation zeigt die Fassade des ersten Blockes an der Ecke Bonner Straße und Laubenheimer Platz. Hier ist keine rechtwinklige Kante gegeben wie an seinen anderen Ecken. Durch die diagonale Kappung entsteht eine Fläche, betont durch einen breiten Erker. Die Horizontalität wird unterstrichen durch Zusammenfassung der Fenster mit schmaler Gesimsrahmung. Zwischen den Fenstern, die durch kleinteilige Sprossen belebt sind, ist als Intarsie das Bauzeichen von Günther Paulus, die „Schwalbe” eingelassen. Weitere Erker, aber nicht in dieser breiten Ausprägung, haben die Vorderfassaden zum Südwestkorso und zur Laubenheimer Straße und dem gleichnamigen Platz. Sie alle sind mit Backstein verkleidet.


Ihre Grundform ist die Hälfte eines Achtecks, und sie ruhen auf einer mehrfach abgetreppten Konsole. Ihre Dreigeschossigkeit wird unterstrichen durch Gesimsbänder, die die Stockwerke betont voneinander absetzen und durch leichte Auskragung zu einer teleskopartigen Wirkung des Bauteils führen. Ein eigenes kleines Dach schließt den Erker oberhalb der Traufe ab. Solche liebevollen Details konnten am ersten Block der Kolonie noch realisiert werden, mußten aber beim zweiten und dritten Abschnitt aufgegeben werden. Wie bereits beschrieben, änderte sich die Gestaltung des zweiten Blockes im Lauf der Planung. Dies betraf nicht nur die Öffnung zum Platz, sondern auch die Anordnung entlang der südlichen Langseite Kreuznacher Straße. Zum Zweck der besseren Belichtung wurde aus einer „Straßenwand” eine vierfach versetzte Flucht.

Sie trägt zudem wesentlich zur Belebung bei. Erker oder abschnittweise Geschoßerhöhungen wie an der vergleichbar langen Fassade zum Südwestkorso (vgl. Abb. WV 1928-1931 /1, Block All) waren, wohl vor allem aus ökonomischen Gründen, nicht mehr möglich. Mit dem dritten Block, dessen Pläne im Juni 1930 entstanden, hatten sich Ernst und Günther Paulus endgültig von der gediegenen Behaglichkeit, die vor allem noch der erste Block ausstrahlt, verabschiedet. Der Not der Zeit gehorchend, ist der ganze Block fünfgeschossig ausgeführt worden. Eine spürbar sachlichere Gestaltung kommt nun zur Anwendung. Da, wie beschrieben, der Ausrichtung nach Ost und West für diese Wohnungen der Vorrang gegeben wurde, im Gegensatz zu den beiden ersten Blöcken, erstreckt sich die längste Fassade entlang der von Nord nach Süd verlaufenden Bonner Straße. Es ist zu erkennen, daß die Fassadengestaltung ausschließlich dem Aspekt der Besonnung unterworfen ist.

Ganz diesem Funktionalismus gehorchend, ist die dem Südwestkorso zugewandte Fassade einzig von achsgerechten Fensterreihen dominiert, die im verputzten Mauerwerk ohne jedes dekorative Detail auskommen müssen. Damit unterscheidet sich dieser Bauteil vollständig vom östlich, jenseits der Bonner Straße anschließenden ersten Block (vgl. WV 1928-1931/1, Abb. Block A/I). Auflockerung und Abwechslung entsteht an der westlichen Seite durch die Balkone – nicht mehr Loggien wie in Block A und überwiegend auch B – mit ihren Klinkerverkleidungen. Das Sockelgeschoß besitzt nicht mehr die starke Betonung der ersten Blöcke, das Dach weist eine flachere Neigung auf und wird durch ein Traufgesims in Backstein abgesetzt. Akzente aus Klinker kommen auch an den Ecken vor, sie sind zum Teil vom Sockel bis zur Traufe damit verkleidet. Viele der hier angewandten Gestaltungsmittel finden sich in der Siedlung ,,Am Mühlengrund” in Berlin-Zehlendorf wieder. Für die Heimstätten-Siedlungsgesellschaft entwarfen die Architekten, ebenfalls im Jahr 1930, den nördlichen Teil dieser Wohnanlage.
In Anlehnung an die Kreuzkirche sind in den Entwürfen des dritten Blockes einige Details zu finden, die leider nicht zur Ausführung kamen. Einzige Ausnahme ist die Mittelachse an der langen Zeile entlang der Bonner Straße, die sich über alle fünf Geschosse als Doppelbalkons erstreckt. Die „Schwalbe” ist hier auf den Brüstungen zu finden, in der auch an der Kreuzkirche angewandten Farbkombination von blauer Keramik auf rotem Klinker.

Figürliche Bauskulptur zeigen die Entwürfe sowohl des dritten Blockes als auch dessen westlicher Erweiterung, die nicht mehr gebaut wurde. An den beiden Kopfbauten des Richtung Westen geöffneten Blockes, am heutigen Steinrückweg, hatten die Architekten in Höhe des ersten Obergeschosses stehende Skulpturen geplant, die die zweiflügelige Eingangssituation flankieren sollten.
Auf Konsolen stehend, erinnern sie an den Turm der Kreuzkirche, der an allen vier Ecken ähnlich gestaltete Skulpturen aufweist. Sie zeigen die überlängten Formen der Art Deco. Höchstwahrscheinlich wären sie im Fall der Ausführung von Felix Kupsch, der auch die Skulpturen der Kreuzkirche in dieser Form entwarf, geschaffen worden. Anzunehmen ist außerdem, daß blaue Keramik vorgesehen war, von dunkelroter Klinkerverkleidung hinterfangen. Während am Turm der Kreuzkirche Spiralpfeiler die vertikale Vorlage bildeten, wären hier, ganz profan, die Fallrohre dazu verwendet worden.
Eine Belebung der sachlichen Gebäude durch Skulpturen planten die Architekten auch an der Hofseite der unverwirklichten Fortsetzung des dritten Blockes. Auf dem Entwurf ist nicht genau zu erkennen, ob die Skulptur Bestandteil des mittleren Pfeilers der Durchfahrt ist, oder ob sie davor plaziert ist. Als hoher Sockel, der sie über den Sturz der Durchfahrt schiebt, sieht der Entwurf eine gedrehte Klinkersäule vor, Reminiszenz an die gleichartigen Pfeiler der Kreuzkirche.
An der etwa gleichzeitigen Tempelhofer „Bärensiedlung” (WV 1930/3) wurden solche Skulpturen realisiert, allerdings auf glatten Pfeilerflächen.

Weitere „Nachwehen” des Expressionismus, mit dem Ernst und Günther Paulus mit der Kreuzkirche ihren größten Erfolg feiern konnten, waren in ähnlicher Komposition an der Eckgestaltung Südwestkorso und Bonner Straße geplant, aber eben nur geplant. Die Ausführung unterblieb; wahrscheinlich aus Gründen des wirtschaftlichen Drucks, vielleicht aber auch, weil diese Formen nun für den Zeitgeschmack obsolet waren.

Die auffallend geformte Blockecke, die zurückspringt und innen zugunsten eines Hauseingangs abgeflacht ist, wirkt als einladende, öffnende Geste für die Bonner Straße. Zwar wurde die Klinkerverkleidung dieser markanten Eckaussparung verwirklicht, nicht aber die dafür vorgesehene Skulptur in Höhe des ersten Obergeschosses, so daß die Flächen reichlich nackt wirken. Lediglich die Laibung der Eingangstür erhielt eine Verkleidung in blauer Keramik. Wohnungsgrundrisse und Erschließung Für den ersten der drei Abschnitte hatten Ernst und Günther Paulus sechs verschiedene Typen von Wohngrund.rissen entworfen. Die Wohnungen haben eine Größe von zweieinhalb, dreieinhalb und viereinhalb Zimmern, wobei der Typ mit zwei Zimmern und einer Kammer überwiegt: Von den insgesamt 127 Wohnungen gibt es davon 77.
Die Wohnungen sind quer zu den Fronten angeordnet, so dass eine gute Durchlüftung gewährleistet ist. Die Küchen sind stets nach Norden, die Wohnräume nach Süden ausgerichtet. Die Eingangstüren befinden sich jeweils an den Straßenseiten, während die Treppenhäuser zum Hof weisen. Pro Geschoß werden in den insgesamt 13 Wohngebäuden des ersten Blockes je zwei Wohnungen erschlossen. Die Vielzahl der Typen erklärt sich aus der Blockrandbebauung, die an den unterschiedlich ausgeformten Ecken eine Änderung der Raumanordnung gebietet.

Dabei wurden alle Wohnungen eines Geschosses der jeweiligen Ecktype zusammengefaßt wie beispielsweise die dreispännig erschlossenen Wohnungen an der Ecke Südwestkorso und Bonner Straße.
Die Durchwohngrundrisse folgen einer einheitlichen Grundstruktur mit zentralem, fensterlosem Flur, um den alle Räume angeordnet sind, die so von dort aus betreten werden können. So werden Durchgangszimmer vermieden, Intimität und Abgeschlossenheit werden bewahrt.
Der zweite Block weist in 20 Wohngebäuden 196 Wohnungen auf. Während am ersten Block nur Loggien vorkommen, gibt es hier zum innen gelegenen Gartenhof an zwei Seiten, ausgerichtet nach Süden und Westen, auch schon Balkone. Am dritten Block finden sich ausschließlich Balkone. Beide Freiraumformen haben Vor- und Nachteile: die Loggia ist stärker wind- und sichtgeschützt, nimmt jedoch dem anschließenden Zimmer viel Licht, der Balkon ist dem Wind ausgesetzt, erweitert aber den Raum über die Bauflucht hinaus und bietet ein stärkeres Freiraumgefühl. Im zweiten Block wurden nur kleinere Wohnungen geplant: Dieser Baublock soll den Junggesellen unter den Künstlern vorbehalten bleiben {. . .]. Die vielfältigen, komplizierten Ecktypen des ersten Blocks sind bereits vereinfacht. Die Typenbezeichnung ist hier umgestellt auf arabische Ziffern mit der Bezeichnung A bis D. Eine Wohnung mit anderthalb Zimmern, also Zimmer und Kammer, wird als „Dreiraumwohnung” bezeichnet, wobei die Küche einbezogen ist. Dabei ist das Raumangebot jedoch mit einer Größe von knapp 54 qm großzügig bemessen. Die oben beschriebene Grundstruktur der Erschließung aller Räume durch den Flur wird beibehalten.
Die zunehmende Erfahrung und Routine mit dem Massenwohnungsbau wird in den Plänen für den dritten Block spürbar. Ein standardisiertes Verfahren mit Maschinenschrift und Lichtpausen-Drucken, das in gleicher Form bei der „Heimstätten”-Siedlung Zehlendorf zu finden ist, weist bereits auf die Hinwendung zum rationalisierten und typisierten Bauen der Architekten. Auf großen Übersichtsplänen werden auf einen Blick die Typenzuordnung und die Wohnungen aller 20 Wohngebäude gezeigt. Da beim dritten Block durchgängig vier Obergeschosse möglich waren, konnten in diesem Block 225 Wohnungen erstellt werden.
Entnommen der Dissertation von Frau Bettina Held zu
Die Architekten Ernst und Günther Paulus, Eine Werkmonographie,
2004, FU Berlin
© mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Bettina Held
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Liebe Nachbarn,
vielen Dank für die vielen Vorschläge zur Verschönerung der
Künstlerkolonie und Ihrer Bereitschaft daran mitzuwirken.

Wir treffen uns zu einem ersten Austausch am
Samstag, dem 21. September 2019 um 11 Uhr
vor dem Haus Südwestkorso 40

Viele Grüsse
Margaretha 0157 73124223 Christian 0178 1986638
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