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3 TAGE KUNST Messe für Gegenwartskunst

Vom Freitag, dem 1. November bis Sonntag, dem 3. November 2019 findet eine dreitätige Messe für Gegenwartskunst in der Kommunalen Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176 in 10713 Berlin, statt. Eintritt frei .

Die Messe „3 Tage Kunst“ wird am Freitag, dem 1. November 2019, um 17 Uhr von Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz und von der Leiterin der Kommunalen Galerie Elke von der Lieth feierlich eröffnet. Messetage

  • Freitag, 1. November 2019. 17-21 Uhr
  • Samstag, 2. November 2019, 12-18 Uhr
  • Sonntag, 3. November 2019, 12-18 Uhr

Die Messe „3 Tage Kunst“ ist seit 2013 eine temporäre Plattform für professionelle Künstlerinnen und Künstler, die im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf leben und arbeiten. In diesem Jahr wurden von einer unabhängigen Fachjury 29 Künstler*innen ausgewählt, um ihre aktuellen Werke zu präsentieren. Das Messeformat bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in den Räumen der Kommunalen Galerie Berlin optimal zu präsentieren. Die kunstinteressierte Öffentlichkeit hat Gelegenheit, aktuelle Werke unterschiedlicher Genres zu entdecken und zu erwerben: Fotografie, Druckgrafik, Malerei, Objekte.

Eine Neuerung der 3 Tage Kunst 2019 ist das Format

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Theaterstück erinnert an Pogromnacht

Zum Gedenken an die nationalsozialistische Pogromnacht am 9. November 1938 präsentiert die Hochmeisterkirche, Westfälische Straße 70, Theateraufführungen des Projekts „Erinnern und nicht vergessen“, das von einem Team aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt wurde. Unter dem Titel Die Flucht gibt es am Freitag, 8. November, und am Samstag, 9. November, jeweils ab 19 drei Einakter, die alle auf wahren Begebenheiten beruhen. Dazu singen Mitglieder des Hochmeisterprojekts aus der vom Kirchenmusiker Christian Hagitte komponierten Messe „Missa Popularis“. Am 20. November ab 10 Uhr folgt eine Schüleraufführung im Café Theater Schalotte an der Behaimstraße 22. Der Eintritt ist frei.

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Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1900 – Alte Nationalgalerie

Kampf um Sichtbarkeit

 

Vor 100 Jahren durften Frauen erstmals an der Berliner Kunstakademie studieren. Doch wie schafften sie es, sich vor diesem Umbruch in der Kunstwelt zu etablieren?

Die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ geht dieser Frage nach und rückt die Frauen und ihre Kunst in den Fokus

von Karolin Korthase

Anna Dorothea Therbusch: Selbstbildnis, 1782

 

Müssen Frauen nackt sein, um ins Metropolitan Museum of Art zu kommen? Diese Frage stellten Ende der 1980er Jahre Aktivistinnen der feministischen Gruppe „Guerrilla Girls“ auf einem Plakat. Die Guerrilla Girls, die noch immer aktiv sind, wollten damit auf das eklatante Missverhältnis von weiblicher und männlicher Kunst in den Museen hinweisen. In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch in puncto  Geschlechtergerechtigkeit viel getan.

 

Ralph Gleis, Leiter der AltenNationalgalerie, und die Kuratorin Yvette Deseyve im Depot

 

Auch in der Alten Nationalgalerie, die Kunst aus dem 19. Jahrhundert zeigt – einer Zeit, in der Frauen nur auf Umwegen und mit viel Durchhaltevermögen künstlerisch tätig sein konnten –, sind nur knapp zwei Prozent der Werke von Frauen. „Einige Malerinnen wie Sabine Lepsius oder Caroline Bardua werden zwar seit langem in der Dauerausstellung präsentiert, aber Künstlerinnen machen insgesamt nur einen Bruchteil der Sammlung aus“, erklärt der Kunsthistoriker Ralph Gleis, der die Alte Nationalgalerie seit 2017 leitet. Gerade im  internationalen Bereich gebe es große Sammlungslücken: „Protagonistinnen des französischen Impressionismus sucht man bei uns bisher vergeblich.“ Insgesamt 83 Werke von 33 Malerinnen und 10 Bildhauerinnen aus dem „langen 19. Jahrhundert“, von der französischen Revolution und dem Klassizismus bis zum Ersten Weltkrieg und dem Expressionismus, gehören heute zur Sammlung der Nationalgalerie.

Viele dieser teilweise stark restaurierungsbedürftigen Werke lagerten bislang im Depot. Für die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1900“ wurden sie aus dem Dornröschenschlaf geweckt und wieder ausstellungsfähig gemacht. Yvette Deseyve, Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Bereich Skulptur und Plastik in der Alten Nationalgalerie, erzählt: „Wir stellen mindestens ein Werk von jeder Künstlerin aus, um zu zeigen, wie vielfältig die Kunst von Frauen im langen 19. Jahrhundert war.“

Erstaunlich ist, wie viele Werke

von Künstlerinnen in Vergessenheit

gerieten und wie wenig

über ihre Erfolge bekannt ist

Die Frauen mussten steinige Wege beschreiten, die individuell extrem verschieden waren, weiß Deseyve: “Diese spannenden Geschichten hinter den insgesamt 60 ausgestellten Werken wollen wir darstellen.“

Der ungarischstämmigen Künstlerin Vilma Parlaghy gelang es zum Beispiel, dank exzellenter Kontakte und einer perfektionierten Selbstinszenierung zur Malerfürstin aufzusteigen. Ihr größter Förderer war Kaiser Wilhelm II., den sie sieben Mal porträtierte.

Parlaghy wurde mehrfach auf Ausstellungen mit Medaillen ausgezeichnet und war 1902 das erste weibliche Jurymitglied der Großen Berliner Kunstausstellung. Ein historisches Foto zeigt ihren mondän eingerichteten Salon, den sie im New Yorker Plaza Hotel unterhielt.

Wie männliche Kollegen und Kunstkritiker mit Malerinnen wie Parlaghy umgingen, bezeugt ein Zitat aus der Feder des Malers Arthur von Ramberg: „Jedenfalls kann Vilma Parlaghy für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, kein malendes Frauenzimmer, sondern ein berufener Bildnismaler — und nur dem Geschlechte nach ein weiblicher — zu sein.“ Lob und Herabwürdigung liegen hier nah beieinander. „Die Aussage, dass eine Frau wie ein Mann male, ist ein durchgängiger Topos in der männlich dominierten Kunstkritik und galt als das höchste Lob, das Künstlerinnen zur damaligen Zeit zugestanden wurde“, erläutert Ralph Gleis. Weit verbreitet war auch die Annahme, dass Künstlerinnen nicht von sich aus kreativ sein konnten und bestenfalls gute Nachahmerinnen männlicher Kunst waren. Umso erstaunlicher ist, wie unbeirrt und erfolgreich manche Frauen trotz des Gegenwindsihrer Berufung folgten.

 

Dora Hitz: Kirschenernte, vor 1905

 

Dorothea Therbusch, eine erfolgreiche Malerindes 18. Jahrhunderts, die sieben Kinder hatte und erst in ihren Vierzigern in vollem Umfang künstlerisch tätig sein konnte, wurde an der Pariser Académie Royale zunächst mit der Begründung abgelehnt, das von ihr eingereichte Bild sei zu gut, um von einer Frau stammen zu können. Spätergelang ihr die Zulassung nicht nur an derAcadémie in Paris, sondern auch an der Akademie der bildenden Künste in Wien,wo sie als erste Frau überhaupt ihr Studium aufnehmen konnte. In der Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit“ wird unter anderem ein kleines Selbstbildnis der Künstlerin zu sehen sein, auf dem sie sich mit auffälligem Augenglas als belesene Kennerin der Künste inszeniert.

 

Maria Slavona: Häuser am Montmartre, 1898

 

Es ließen sich noch zahllose weitere beeindruckende biografische Werdegänge mutiger Künstlerinnen erzählen. Erstaunlich ist jedoch, wie viele Werke weiblicher Urheberschaft im Laufe der Zeit in Vergessenheit gerieten und wie wenig überhaupt über die Netzwerke und Erfolge der Künstlerinnen zur damaligen Zeit bekannt ist.

„Wir wollen mit der Ausstellung zeigen, welchen Beitrag die mutigen Künstlerinnen zum Kunstgeschehen ihrer Zeit geleistet haben“, sagt Yvette Deseyve. Ihrer Ansicht nach gibt es in diesem Bereich noch immer viel zu forschen.

Das Konzept der Ausstellung sieht zwei thematische Blöcke vor: Neben einem chronologischen Rundgang, der einen Zeitraum von 140 Jahren abdeckt, wird es einen weiteren Raum mit Querschnittsthemen geben,  in denen verschiedene Teilaspekte im Kampf um Sichtbarkeit beleuchtet werden.

Was ist erhalten und was nicht? Was macht eigentlich Sichtbarkeiten aus? Welche Möglichkeiten gab es für die Frauen, im Kunstbetrieb und im Ausstellungswesen präsent zu sein? Ein Booklet und eine umfangreiche deutsche und englischsprachige Publikation samt Künstlerinnenbiografien runden die Werkschau ab.

Sicher werden einige Werke nach der Schau einen Platz in der Dauerausstellung bekommen. Darüber hinaus wünscht sich Ralph Gleis für die Alte Nationalgalerie aber, dass zukünftig Sammlungslücken bewusst geschlossen werden können, um den Blick auf das 19. Jahrhundert auch aus der Perspektive der Malerinnen und Bildhauerinnen weiter zu vervollständigen.

Die Restaurierung zahlreicher Werke für die Ausstellung wurde durch die grosszügige Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ermöglicht.


Kampf um Sichtbarkeit.

Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1900

Alte Nationalgalerie,

11.10.2019 bis 8.3.2020

Kuratorinnenführung / Do / 18 Uhr /

7.11., 5.12.2019 / 4 € zuzüglich Eintritt

Ausstellungsgespräch

für Kinder 6–12 Jahre /

Sa / 15 Uhr / 2.11., 7.12.2019

 

© Stiftung Preußischer Kulturbesitz

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Der Interkulturelle Kalender 2020 ist da!

Der neue Interkulturelle Kalender für das Jahr 2020 steht ab sofort als kostenloser Download und als Kalender-App zur Verfügung. Er kann auch in Papierform bestellt werden.

Der Kalender erfreut sich seit 25 Jahren großer Beliebtheit. Darin sind die wichtigsten religiösen und weltlichen Feiertage der großen Weltreligionen und Nationalitäten aufgeführt. Herausgegeben wird er von der Berliner Integrationsbeauftragten: „An dem interkulturellen Kalender lässt sich die internationale und multireligiöse Vielfalt Berlins gut ablesen. Er bietet eine gute Übersicht und ist für viele eine unverzichtbare Planungshilfe – im Umgang mit Geschäftspartnern, Kunden, Kolleginnen oder auch Mitschülerinnen. Denn in herkömmlichen Kalendern finden sich diese Termine meistens nicht“, so Katarina Niewiedzial.

Die Idee stammt von Getrud Wagemann, die auch das Konzept für den Kalender lieferte und jedes Jahr die Termine aktualisiert.

Als Download-Version wurde der aktuelle Kalender allein in diesem Jahr bereits mehr als 20.000 mal heruntergeladen. Die 2020er-Poster-Version erscheint in einer Auflage von 10.000 Stück.

Das DIN-A-3-Poster des Interkulturellen Kalenders 2020 auf Kunstdruck-Karton ist kostenlos zu beziehen bei der

Beauftragten des Senats für Integration und Migration
Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin
Bestellung per E-Mail: Integrationsbeauftragte@intmig.berlin.de.

Auf den Internetseiten der Integrationsbeauftragten stehen diese digitalen Versionen zur Verfügung:

  • PDF-Version des Kalenders 2020
  • die ics-Version 2020 zur Einbindung in die Kalender von z.B. Outlook, Smartphone oder Tablet
  • eine barrierefreie Vorleseversion des Kalenders 2020

Internet: http://www.berlin.de/lb/intmig/service/interkultureller-kalender/

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Kindertransporte 1938/39 aus aktueller britischer Sicht

Im Rahmen der Open-Air Ausstellung Am Ende des Tunnels und der Fotografie – Ausstellung Wandelhalle, die beide die Kindertransporte vor 80 Jahren aus Berlin thematisieren, findet am Sonntag, dem 13. Oktober 2019, um 14 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kindertransporte 1938/39 aus aktueller britischer Sicht“ statt. Es diskutieren Dr. Andrea Hammel (Universität Aberystwyth), Prof. William Niven und Amy Williams (Universität Nottingham Trent). Die Diskussion wird in englischer und deutscher Sprache geführt. Eintritt frei. Ort: Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin, am Do., dem 3.10.2019 geschlossen.

Die Kindertransporte nach Großbritannien waren eine der wichtigsten und beeindruckenden Rettungsaktionen des 20. Jahrhunderts. Sie sind ein fester Bestandteil der kollektiven britischen Erinnerung. Lange Zeit wurde vor allem die positive Rolle der britischen Regierung und Gesellschaft hervorgehoben.

Im aktuellen Diskurs wird eine kritische Sicht auf die historischen Ereignisse mit einbezogen: Inwieweit hat die Trennung von den Eltern und die Übersiedlung zu Traumata geführt? Wie verlief die Integration der Kinder – während der Kriegsjahre und danach?

Einige der damals geretteten Kinder, die heute Personen des öffentlichen Lebens sind, engagieren sich in der aktuellen Flüchtlingskrise. Zum Beispiel fordert die Initiative „Safe Passage“ eine Neuauflage der Kindertransporte für Minderjährige aus syrischen Bürgerkriegsregionen.

Die britischen Experten für Holocaustforschung und Kindertransporte Dr. Andrea Hammel (Universität Aberystwyth), Prof. William Niven und Amy Williams (Universität Nottingham Trent) haben an der Open-Air-Ausstellung „Am Ende des Tunnels“ mitgewirkt. Sie berichten über den aktuellen Stand der Diskussion im Vereinigten Königreich, vergleichen ihn mit der deutschen Erinnerungskultur und zeigen, dass dieser historische Themenkomplex auch in unserer Zeit höchst aktuell ist.

Zugehörige Ausstellungen:

  • Open-Air-Ausstellung Am Ende des Tunnels – Die Kindertransporte vor 80 Jahren aus Berlin
    Ort: Vorplatz des Bahnhofs Charlottenburg
    Stuttgarter Platz, Ecke Lewishamstraße, 10627 Berlin
    Laufzeit: 16.8. – 27.10.2019
  • Von Karen Stuke
    Wandelhalle – Auf den Spuren von Sebalds Austerlitz
    Camera Obscura Fotografie
    Ort: Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin
    Laufzeit: 1.9. – 27.10.2019
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Berlin – Weltstadt der Moderne

Eröffnung der Triennale der Moderne in Berlin
am 10. Oktober 2019

Am Wochenende 11. – 13. Oktober 2019 findet in Berlin zum 3. Mal die Triennale der Moderne statt. Im Mittelpunkt stehen die architektonischen Zeugnisse der frühen Moderne über die 1920er Jahre bis zur Nachkriegsmoderne.

Zur Eröffnung lädt das Landesdenkmalamt Berlin zu einem Symposium „Berlin – Weltstadt der Moderne“. Vorgestellt werden Architekten, die für die Moderne in Berlin und Deutschland stehen, etwa Peter Behrens, Peter Grossmann, Paul-Rudolf Hennings, Otto Rudolf Salvisberg, Otto Bartning oder Erich Dieckmann. Staatssekretär Gerry Woop und Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, eröffnen die Tagung.

Termin: Donnerstag, 10. Oktober 2019, 14.00 – 21.00 Uhr
Veranstalter: Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit Architektenkammer Berlin und Landesdenkmalamt Berlin;
Ort: Curt-Sachs-Saal, Musikinstrumenten-Museum, Staatliches Institut für Musikforschung, am Kulturforum, Eingang Ben-Gurion-Straße
Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich.

Die Triennale der Moderne findet seit 2013 alle drei Jahre in den Bauhaus-Städten Weimar, Dessau und Berlin statt.
Weitere Informationen: http://triennale-der-moderne.de/

Berlin bietet vom 11. bis 13. Oktober 2019 ein sehr umfangreiches Programm mit Führungen, Vorträgen, Workshops, Ausstellungen und Sonderaktionen an (teilweise kostenfrei, teilweise Anmeldung erforderlich).
Weitere Informationen:
http://triennale-der-moderne.de/komplettes-programm/
http://triennale-der-moderne.de/triennale-wochenende-i/

Kontakt im Landesdenkmalamt Berlin: Dr. Anke Zalivako, Tel. 030 90 259-3620, Mail: anke.zalivako@lda.berlin.de (nur Montags bis Mittwochs) oder Mail: landesdenkmalamt@lda.berlin.de

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Diskussion zum Breitenbachplatz


Bericht in der Berliner Morgenpost

STADTREPARATUR

Die Autobahnbrücke zwischen den Stadtteilen Steglitz, Wilmersdorf und Zehlendorf soll abgerissen werden. Nun gibt es offenbar einen Zeitplan.

Abgesang auf die Brücke am Breitenbachplatz

Carolin Brühl und Katrin Lange
Nach einer Bauwerkuntersuchung im Jahr 2016 hieß es, die Brücke am Breitenbachplatz sei nur noch fünf Jahre verkehrssicher Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Abgesang ist schon geplant: Im nächsten Jahr gibt es die Autobahnbrücke am Breitenbachplatz seit 40 Jahren. „Zum Brückenjubiläum machen wir ein Fest“, sagte Ulrich Rosenbaum von der Bürgerinitiative (BI) Breitenbachplatz in einer Veranstaltung, zu der die Bezirksverordneten der Grünen aus Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf ins Theater Jaro an der Schlangenbader Straße eingeladen hatten. Ein letztes Fest für die Brücke, denn das Bauwerk soll abgerissen werden. Das haben nicht nur die Bezirksverordneten beider Bezirke beschlossen, auch das Abgeordnetenhaus hat zugestimmt, eine Machbarkeitsstudie für den Abriss erstellen zu lassen.

Machbarkeitsstudie zum Breitenbachplatz erst Ende 2020

Schlechte Nachrichten brachte allerdings Benedikt Lux (Grüne) aus dem Abgeordnetenhaus mit: „Die Machbarkeitsstudie soll nicht vor Ende 2020 in Auftrag gegeben werden“, so Lux. Geld für die Studie sei da, aber nicht das Personal, um die Ausschreibung vorzubereiten. Immerhin sollen aber in einem nächsten Schritt bis Mai 2020 verschiedene Modelle der künftigen Platznutzung und der Verkehrsführung nach dem Abriss erarbeitet und dann im Verkehrsausschuss diskutiert werden.

Brücke nur noch fünf Jahre verkehrssicher

Die Zeit drängt. Denn bei der vergangenen Bauwerkuntersuchung im Jahr 2016 wurde festgestellt, dass die Brücke nur noch fünf Jahre verkehrssicher ist. „Das heißt, dass sich der Zustand bis heute schon weiter verschlechtert hat“, sagt Lux. Abriss, Sanierung Neubau – das sind die Optionen nach Ablauf der Frist. Wobei das nicht mehr die Frage ist. „Es ist ein gutes Zeitfenster, um den Abriss durchzusetzen“, so Lux. Der breite parteiübergreifende Konsens zeige schließlich, dass der Rückbau der Brücke sachlich begründet ist. Nun sei es wichtig, dranzubleiben.

Bürgerinitiative hat Ideen gesammelt

Das ist keine Frage für die Bürgerinitiative. Das Relikt aus der Zeit, als eine autogerechte Stadt das Thema war, soll weg. Für die Gestaltung des Platzes wurden schon viele Ideen entwickelt. Der motorisierte Verkehr soll künftig ebenerdig geführt werden, auf der frei werdenden Fläche mit einer Randbebauung die städtebauliche Fassung des Stadtplatzes nördlich und nordöstlich der Schildhornstraße wiederhergestellt werden. Dabei soll der Schaffung von Wohnraum Vorrang eingeräumt werden, darunter auch für Studenten.

© Berliner Morgenpost


Grüne regen zum Umdenken an: Der Abriss des Betonbrückenmonsters am Breitenbachplatz könnte ein Modell für die Stadt sein

Veröffentlicht am 03.10.2019 von Boris Buchholz

 

Der Berliner Verleger Wolf Jobst Siedler schrieb in seinem Buch „Die gemordete Stadt“ über den von der Autobahnbrücke geteilten Breitenbachplatz, dass hier „kein Planungsfehler, sondern die Abwesenheit von Planung“ vorliegen würde. Seit Jahren kämpfen Anwohner in der Bürgerinitiative Breitenbachplatz für den Abriss des Betonkonstrukts und den Wiederaufbau des einst schönen Stadtplatzes. Die Bezirksverordnetenversammlungen von Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf fordern den Rückbau der Autobahnbrücke, das Abgeordnetenhaus hat den Senat in die Pflicht genommen: Die Verwaltung soll eine Machbarkeitsstudie zum Rückbau der Brücke erstellen, die am 11. Juni 1980 feierlich eingeweiht worden ist.

Die Brücke als Relikt des Konzepts der autogerechten Stadt jetzt abzureißen,würde ein „exemplarisches Beispiel“ setzen, erklärte Christoph Wapler, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Umgang mit der Brücke könnte zu einem Modell für Berlin werden, denn vielerorts seien ähnliche Bausünden in den 1960er und 1970er Jahren in der Stadt begangen worden. Gleich zu Beginn der Veranstaltung „Den Breitenbachplatz wiedergewinnen!“, zu der die grünen Fraktionen aus Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf am Dienstagabend ins Theater Jaro in der Schlangenbader Straße eingeladen hatten, wurde klar: Hier geht es um mehr als nur um eine Autobahnbrücke. Wie wollen wir leben? Wie dominant darf der Autoverkehr heute sein? Wie können lebenswerte Stadträume gewonnen werden? Etwa achtzig Interessierte (und ein Hund) waren gekommen, um Antworten auf diese Fragen zu hören.

Viele gelungene Beispiele aus aller Welt, wie Orte aus Beton wieder zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt werden können, hatte Uta Bauer vom Deutschen Institut für Urbanistik im Gepäck. In Ludwigshafen wird seit 2011 um den Rückbau der Hochstraße Nord gestritten, einem Bauwerk ähnlich der Rudolf-Wissell-Brücke. „Der Abriss der ganzen Brücke und eine ebenerdige Straßenführung war die wirtschaftlichste Variente“, berichtet die Stadtforscherin. Auf der gewonnenen Fläche sollen Wohnungen gebaut werden, Busse und Bahnen werde auf der neuen ebenerdigen Straße Vorrang eingeräumt, Fußgänger würden viel „neue Fläche“ erhalten und der Radverkehr werde aufgewertet. Allerdings braucht all das Zeit: Erst 2029 soll das Projekt abgeschlossen sein. Auch die Stadt Siegen hat ihre Erfahrung mit der Autos-First-Strategie der Vergangenheit: Der Fluss Sieg wurde „überdeckelt und 230 Parkplätze wurden draufgeknallt“, erzählt Uta Bauer. Dieser Fehler wurde ab 2015 rückgängig gemacht, das freigelegte Ufer sorge heute für eine Revitalisierung der Innenstadt, „der Prozess ist abgeschlossen“.

Anderes Beispiel, andere Stadt – Stuttgart: Der Österreichische Platz war bis 2018 nur ein Kreisverkehr auf verschiedenen Ebenen, unten parkten Autos. Seitdem zeigt eine Bürgerinitiative mit Unterstützung der Stadt, was alles möglich ist, wenn man Plätze neu denkt und die Autos nicht mehr den Ton angeben. Ein Roller- und Skaterevent auf den Straßen des „Platzes“, ein BlöckleBattle, Open-Air-Cafés, Sommerkino unter der Paulinenbrücke, ein Kultur-Festival, eine „österreichischen Brettljause“, also ein Bürgerpicknick mit „heuriger Musik“ – fast jeden Tag findet etwas auf dem wiedergewonnenen Platz statt. Ende 2019 wird entschieden, ob die Stadt den alten Parkplatz und Verkehrsplatz wiederhaben möchte, oder man lieber den Österreichischen Platz weiter als Kieztreffpunkt fördern möchte. Uta Bauer warf Bilder von weiteren Projekten an die Wand: Utrecht, New York, es gebe unzählige weitere.

Es wird lange dauern. „Man muss viel Geduld bei solchen Rückbau-Projekten mitbringen“, sagte Uta Bauer dem Publikum am Breitenbachplatz. „Ich hoffe, dass es nicht so lange dauert wie in Ludwigshafen“, erwiderte der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux. Allerdings berichtete er, dass in der grün-geführten Senatsverkehrsverwaltung erst Ende 2020 mit der Ausschreibung und Durchführung der Machbarkeitsstudie zur Autobahnbrücke begonnen werden könne, es sei zu wenig Personal da. „Wir können schneller sein, wenn es entsprechend Druck der Abgeordneten und Bürger gibt“, machte er Hoffnung. Die Tatsache, dass es bis auf die AfD einen breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens pro Abbau der Brücke gebe, nannte er „ein Riesengeschenk“.

Sehr viel Zeit haben die Rückbau-Befürworter nicht. Denn die Debatte wird davon beflügelt, dass die Brücke seitens der Verwaltung noch für etwa fünf Jahre als verkehrs- und standsicher eingeschätzt wird. In dieser Zeit muss etwas geschehen. Der grüne Abgeordnete beschreibt das Worst-Case-Szenario: „Jemand versucht das Ding instandzusetzen.“ Werde erst in eine Sanierung investiert, stünden die Chancen auf einen Rückbau schlecht. Positiv sei allerdings, so Lux, dass die Verantwortung für die Autobahn komplett beim Land Berlin liege; das betroffene Teilstück sei bis zum Anschluss an den Stadtring keine Bundesautobahn. Eine Verzögerung durch die Bundesregierung als weiteren Gesprächspartner werde es daher nicht geben.

Neubau, sanieren, abreißen – für Ulrich Rosenbaum von der Bürgerinitiative Breitenbachplatz ist allein der Abriss der Brücke eine Option. Es gehe vor allem darum, den durch den Betonbau zerrissenen Ort wieder zu einem lebendigen Stadtplatz zu machen und ihn städtebaulich zu vollenden. „Wir wollen den Verkehr vergrämen!“, rief er dem Publikum zu. Über achtzig Prozent des Brückenverkehrs „geht über die Schloßstraße hinweg und verteilt sich nach Lankwitz“, sagte Rosenbaum. Dorthin könnten die Autofahrer auch über das Schöneberger Kreuz gelangen. Statt der breiten Brücke und dem Straßengeflecht setzt die Bürgerinitiative auf eine ebenerdige Lösung. Entlang der Schildhornstraße würde Platz für neue Wohnhäuser entstehen – „es wäre nicht schlecht, wenn Wohnungsbaugenossenschaften zum Zuge kommen würden“ – auch im Norden des Breitenbachplatzes könnte neue Bebauung entstehen und den Platz stadtplanerisch einfassen.

Das Platz-Problem hat das Interesse nationaler und internationaler Nachwuchswissenschaftler geweckt: Im Oktober kommen Studierende der Hochschule Bremen und der Université Bordeaux Montaigne nach Berlin und entwickeln Ideen für die Zukunft des Breitenbachplatzes. Sie präsentieren ihre Ergebnisse am Montag, 13. Oktober, um 10 Uhr in den Räumen der Stadtwerkstatt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (Karl-Liebknecht-Straße 11). Die Studenten und Studentinnen des Lehrstuhls Städtebau und Entwerfen aus Bremen haben noch mehr vor: Unter der Federführung von Hochschullehrer Klaus Schäfer werden sie bis Ende Januar 2020 an Konzepten für den zukünftigen Stadtplatz arbeiten. Geplant ist, dass ihre Ergebnisse in einer Ausstellung zusammengefasst werden, die in beiden Bezirken, in denen sich der Breitenbachplatz befindet, gezeigt werden soll.

Zusammen politischen Druck erzeugen. Während sich die Bürgerinititaive Breitenbachplatz schon längst im Netzwerk „Menschengerechte Stadt“ mit gleichgesinnten Initiativen zusammengeschlossen hat, scheint die Politik noch Netzwerk-Probleme zu haben. „Vernetzt euch auf der Parteiebene“, riet ein engagierter Wilmersdorfer Bürger den Grünen aus den zwei Bezirken. Dadurch, dass sich Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf die Zuständigekit für den Platz teilen, ist auch das Werben für den Abriss zweigeteilt – und in der Folge geschwächt. Die Veranstaltung der beiden Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen könnte ein erster Schritt zu einer überbezirklichen Initiative gewesen sein.

© Der Tagesspiegel

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DOKUARTS 12 Nuances Now

Liebe Freundinnen und Freunde von DOKUARTS,

wir freuen uns sehr, Ihnen/Euch das Programm der zwölften Ausgabe von DOKUARTS vorstellen zu können. Vom 10.-27. Oktober werden im Zeughauskino 25 Filme aus 17 Ländern gezeigt, darunter Brasilien, China, Iran, der Libanon, Mexiko und Pakistan. Alle Werke, von denen mehr als die Hälfte unter der Regie von Filmemacherinnen entstanden sind bzw. von Künstlerinnen handeln, sind erstmalig in Berlin zu sehen und überwiegend Deutschlandpremieren. Zahlreiche Regisseur*innen werden ihre Arbeiten persönlich vorstellen, darunter Filme mit und über: Armando, Mania Akbari, Miles Davis, Ida Haendel, Jacqueline de Jong, Anne Teresa De Keersmaeker, Miloš Forman, Seamus Heaney, Toyo Ito, Naomi Kawase, Buster Keaton, Maleonn (Ma Liang), Piet Oudolf, Ziva Postec, Paula Rego und Orson Welles.

Reservierungen werden ab sofort über das Kino entgegengenommen (Einzelvorstellung: € 5,- | 25 Filme für € 30,- mit unserem Festivalpass)

Symposium Nuances Now

Am 11. Oktober findet von 14-18 Uhr das fünfte DOKUARTS-Symposium statt, das sich unter anderem mit der Aktualität der Nuance auseinandersetzt und deren Bedeutung für das dokumentarische Filmemachen diskutiert. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen sind noch möglich unter info@doku-arts.de. Nähere Informationen zum Programm der Tagung sind hier zu finden.

Das Filmprogramm der 12. DOKUARTS-Ausgabe umfasst:

ARCADIA (GB 2018, R: Paul Wright, Deutschlandpremiere in Anwesenheit des Regisseurs, Eröffnungsfilm) Der preisgekrönte Filmemacher Paul Wright hat sich durch Archivmaterial des British Film Institutes und des BBC gearbeitet, das 100 Jahre überspannt. Sein Film mit einem berückenden Soundtrack von Adrian Utley (Portishead) und Will Gregory (Goldfrapp) ist eine poetische, spannende Studie zu dem sich verändernden – und widersprüchlichen – Verhältnis der Briten zu ihrem Land.

THRESHOLD (LB 2018, R: Rania Stephan, Deutschlandpremiere, Vorfilm zum Eröffnungsfilm) Rania Stephans Filmexperiment besteht ausschließlich aus Tür- und Schwellen-Szenen eines ägyptischen Science Fiction Films von 1987 über einen obsessiven Wissenschaftler, der von der Idee einer in die Ewigkeit ausdehnbaren Zeit besessen ist. Auf unterhaltsame Weise gelingt es ihr, durch radikale Kürzung des Originals die Prophezeiung des Forschers zu erfüllen. Ein Kurzfilm an der Schwelle zwischen Erzählung und Abstraktion.

MIASMA, PLANTS, EXPORT PAINTINGS (CN 2018, R: Bo Wang, Pan Lu, Deutschlandpremiere in Anwesenheit von Bo Wang) In ihrem preisgekrönten Kurzfilm erkunden die chinesischen Künstler*innen Bo Wang und Pan Lu den Zusammenhang zwischen kolonialer Expansion, Wissenschaft und Bildherstellung. Ihre provokative Filmcollage zeigt auch, wie Vergangenheit sich in den Bildern der Gegenwart fortsetzt.

VARIATIONS KAWASE (FR/JP 2019, R: Yves Montmayeur, Deutschlandpremiere in Anwesenheit des Regisseurs) führt das umfangreiche internationale Werk Naomi Kawases an seinen Ursprung zurück, den Montmayeur in der anhaltenden Faszination der Regisseurin für Japans traditionelle Kunstformen im Bereich von Musik, Gesang und Performance findet.

INDUS BLUES (PK 2018, R: Jawad Sharif, Deutschlandpremiere in Anwesenheit des Regisseurs) erzählt von der vom Verschwinden bedrohten Welt traditioneller Musiker in Pakistan. Sharif versammelt in seinem Film die verbliebenen Meister der pakistanischen Volksmusik und macht die überwältigenden Landschaften Pakistans zum Schauplatz des Überlebenskampfes einer uralten und reichen Kultur, die sich an die dörflichen Ränder abgedrängt sieht.
 
THE EYES OF ORSON WELLES (GB 2018, R: Mark Cousins, Berlinpremiere) Orson Welles war nicht nur Schauspieler und Regisseur, sondern auch bildender Künstler. Der preisgekrönte Filmemacher Mark Cousins, zeitlebens ein Bewunderer Welles’, hat erstmals Zugang zu dessen Skizzen und Zeichnungen erhalten. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihm, die einzigartige Weise, mit der Welles die Welt sah, erfahrbar zu machen.

NO FURTHER INSTRUCTIONS (MX 2017, R: Francisco González Piña, Berlinpremiere) – ein Architekturfilm, in dem gebaut wird. Die spannende Langzeitbeobachtung zeigt, wie mexikanische Ingenieure und Arbeiter in der Stadt Puebla pünktlich, präzise und im Kostenrahmen ein Museum für barocke Kunst errichten. Der komplexe, biomorphe Entwurf des japanischen Stararchitekten Toyo Ito lässt alle Beteiligten über sich hinauswachsen.
 
SEAMUS HEANEY AND THE MUSIC OF WHAT HAPPENS (GB 2019, R: Adam Low, Europapremiere in Anwesenheit des Regisseurs) zeichnet ein sehr persönliches Porträt des irischen Poeten und Nobelpreisträgers Seamus Heaney, der in diesem Jahr achtzig geworden wäre. Der Film rückt die Gedichte Heaneys ins Zentrum und zeigt so einen Dichter, dessen Schreiben tief in seiner nordirischen Herkunft wurzelt und dabei stets den Anspruch auf Freiheit in sich trägt.

MILES DAVIS: BIRTH OF THE COOL (US/GB 2019, R: Stanley Nelson, Berlinpremiere in Anwesenheit des Regisseurs) wirft einen frischen Blick auf den Mythos „Miles Davis“. Unveröffentlichtes Archivmaterial und die Stimmen von berühmten Kollegen, seinen Kindern und Partnerinnen lassen das kaleidoskopartige Porträt eines grenzüberschreitenden Künstlers entstehen, der die amerikanische Kulturgeschichte wie kaum ein anderer geprägt hat.

THE GREAT BUSTER: A CELEBRATION (US 2018, R: Peter Bogdanovich, Deutschlandpremiere) Der amerikanischen Regisseur Peter Bogdanovich präsentiert in seiner neuen Dokumentation über Buster Keaton faszinierende Archivfunde aus allen Lebensphasen des großen stummen Clowns, die er mit zahlreichen Filmausschnitten und einem erfrischend geistreichen Voiceover zum Leben erweckt.

UP THE MOUNTAIN (CN 2018, R: Yang Zhang, Berlinpremiere) zeigt das Leben in einem abgelegenen Bergdorf, dem der Zuzug eines Künstlers aus Shanghai eine ungewöhnliche Kunstschule beschert hat. Seine Schüler*innen sind – mit einer Ausnahme – die älteren Frauen des Dorfes: ein Zusammentreffen von Vergangenheit und Gegenwart, aus dem schöne, bizarre und märchenhafte Momente erwachsen.

MAKING WAVES: THE ART OF CINEMATIC SOUND (US 2019, R: Midge Costin, Berlinpremiere) Der Ton steht im Kino trotz seiner Bedeutung für die psycho-physische Wirkung von Filmen oft im Schatten der Bilder. Kenntnisreich und unterhaltsam erzählt die Sounddesignerin Midge Costin die Filmgeschichte aus der Perspektive des Tons und zeigt, wie sich die technische und künstlerische Entwicklung des Tons und die sich wandelnden Erzählweisen gegenseitig bedingt und befruchtet haben.
 
JACQUELINE DE JONG – THE ART REBEL (FR 2019, R: François Levy-Kuentz, Deutschlandpremiere in Anwesenheit des Regisseurs) Die 1939 in den Niederlanden geborene Künstlerin Jacqueline de Jong ist eine Rebellin im Leben wie in der Kunst. Ihr von permanentem Wechsel der Stile bestimmtes Werk lässt sich kaum einordnen. François Lévy-Kuentz gelingt ein unkonventionelles, höchst unterhaltsames Porträt der scharfzüngigen Künstlerin, die er ein Jahr lang mit der Kamera begleitete.
 
LIFE AS IT IS: MILOŠ FORMAN ON MILOŠ FORMAN (D 2018, R: Robert Fischer, Berlinpremiere in Anwesenheit des Regisseurs) Als der Filmhistoriker Robert Fischer vom Tod Miloš Formans erfuhr, fasste er den Entschluss, aus einem Gespräch, das er 2000 mit dem Regisseur geführt hatte, einen abendfüllenden Interviewfilm zu montieren. Forman zeigt sich darin als begnadeter Erzähler und scharfsinniger Zeitzeuge, der von jener Freiheit und jenen viel zitierten Werten zeugt, die Europa mit Amerika verbinden und die heute oft so hohl klingen.
 
ZIVA POSTEC. THE EDITOR BEHIND THE FILM SHOAH (CA 2018, R: Catherine Hébert, Deutschlandpremiere in Anwesenheit der Regisseurin) Ziva Postec arbeitete als Editorin an Claude Lanzmanns legendärem Dokumentarfilm „Shoah“. Catherine Héberts Porträt würdigt Postecs zentrale Rolle bei dem Prozess, aus 350 Stunden Material jenen Film herauszuarbeiten, der zum Meilenstein in der filmischen Auseinandersetzung mit dem Holocaust wurde. Ihr Film dokumentiert diese Herkulesarbeit und ist zugleich die längst fällige Anerkennung einer beeindruckenden Frau.
 
THE HAENDEL VARIATIONS (D 2018, R: Christine Jezior, Berlinpremiere in Anwesenheit der Regisseurin) Christine Jezior widmet der legendären polnisch-britischen Violinistin Ida Haendel ein ungewöhnliches Porträt. Von 2009 bis 2017 hat sie die nun 91-jährige Musikerin filmisch begleitet. Entstanden ist ein sensibler, philosophischer Film über das Alter, über menschliche Größe und Virtuosität, in dem die wunderbare Ida Haendel die Hauptrolle spielt.

RUDEBOY: THE STORY OF TROJAN RECORDS (GB/JM 2018, R: Nicolas Jack Davies, Berlinpremiere) Das legendäre Londoner Plattenlabel Trojan Records war Dreh- und Angelpunkt bei der Eroberung Großbritanniens durch die jamaikanische Musik in den 1960er Jahren. Nicolas Jack Davies erzählt die fast vergessene Geschichte der Begegnung der britischen Arbeiterjugend mit der jamaikanischen Subkultur, ohne die die moderne multikulturelle Gesellschaft in Großbritannien nicht denkbar wäre.

THE MYTH OF ARMANDO (NL 2018, R: Sjors Swierstra, Jan Minneboo, Deutschlandpremiere in Anwesenheit der Regisseure) „Armando“ ist das Pseudonym jenes enigmatischen Künstlers und Autors, dessen Werk obsessiv um Gewalt und Kriegstraumata kreist. In den Niederlanden wurde er zur prägenden Figur der Nachkriegskunst. Am Ende seines Lebens konfrontieren die Filmemacher ihn mit dem mythischen Bild, das er von sich selbst schuf.

FIVE SEASONS: THE GARDENS OF PIET OUDOLF (US/NL 2018, R: Thomas Piper, Berlinpremiere in Anwesenheit des Regisseurs) Der niederländische Garten- und Landschaftsarchitekt Piet Oudolf, unter anderem bekannt für die gemeinsam mit Diller Scofidio + Renfro geplante New Yorker High Line, steht für eine neue Gartenkunst. Thomas Pipers poetische Filmsprache stellt Oudolfs kreativen Prozess, seine ästhetischen und ökologischen Ansichten und die wechselhafte Schönheit seiner Gärten vor.
 
OUR TIME MACHINE (CN 2019, R: Yang Sun, S. Leo Chiang, Europapremiere) Der Fotograf und Künstler Maleonn hat es sich in den Kopf gesetzt, gemeinsam mit seinem Vater – einst ein erfolgreicher Regisseur der Pekingoper – ein Puppentheaterprojekt zu realisieren. Doch der Vater erkrankt an Alzheimer. Mit dramaturgischem Geschick destillieren die Filmemacher aus der Geschichte einer Theaterproduktion das humorvoll berührende Porträt einer Vater-Sohn-Beziehung.

BANDO, A MOVIE OF: (BR 2018, R: Lázaro Ramos, Thiago Gomes, Europapremiere) Im Umfeld der Samba-Reggae-Formation Olodum entstand 1990 die Bando de Teatro Olodum mit ihrer afrobrasilianischen Version von Augusto Boals Theater der Unterdrückten. Erstmals erzählt eine Dokumentation mit Interviews und unveröffentlichtem Videomaterial von der überbordenden Kreativität und emanzipatorischen Kraft des einzigartigen Ensembles im Ringen um politische und künstlerische Anerkennung.
 
THE MIRACLE OF THE LITTLE PRINCE (NL/NO 2018, R: Marjoleine Boonstra, Berlinpremiere in Anwesenheit der Regisseurin) Mit visueller Kraft erzählt Marjoleine Boonstra von Menschen, die sich mit der Übersetzung von Antoine de Saint-Exupérys Klassiker „Der Kleine Prinz“ für den Erhalt ihrer vom Verschwinden bedrohten Sprache einsetzen. Die Vereinten Nationen haben 2019 zum Jahr der indigenen Sprachen erklärt. Boonstras feinsinniger, poetischer Film leistet dazu einen wunderbaren Beitrag.
 
A MOON FOR MY FATHER (IR/GB/D 2019, R: Mania Akbari, Douglas White, Deutschlandpremiere in Anwesenheit von Douglas White) Die iranische Filmemacherin Mania Akbari und der englische Künstler Douglas White untersuchen in einem persönlichen Essayfilm in Briefform die Beziehung von Körper, Objekt, Trauma und Erinnerung. Der poetische Gestus des Briefwechsels macht diesen eindringlichen Film zu einer Meditation über den Zusammenhang von Leben und Kunst.

PAULA REGO, SECRETS & STORIES (GB/PT 2017, R: Nick Willing, Deutschlandpremiere in Anwesenheit des Regisseurs) Die anglo-portugiesische Malerin Paula Rego gewann in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Ansehen. Mit Hockney, Freud und Bacon gehört sie heute zu den führenden figurativen Malern ihrer Generation. Ohne die geheimnisvolle Mehrdeutigkeit ihrer Bilder anzutasten, zeigt Regos Sohn Nick Willing in seinem Dokumentarfilm die zutiefst autobiografischen Resonanzen ihres künstlerischen Universums.

MITTEN (BE/FR 2019, R: Olivia Rochette, Gerard-Jan Claes, Deutschlandpremiere in Anwesenheit der Regisseure) Seit über 35 Jahren kreiert Anne Teresa De Keersmaeker mit ihrer Gruppe „Rosas“ Stücke, die sich intensiv mit Musik und Komposition auseinandersetzen. Rochette und Claes haben sie bei ihren kollaborativen Probenarbeiten filmisch begleitet und einen faszinierenden Einblick in die äußerst präzise Arbeit der Choreografin geschaffen.

Eintritt: 5,- / Festivalpass: 30,-
Reservierungen: Mo-Fr 10-18 Uhr +49 (0)30 20304 421 oder zeughauskino@dhm.de
Kinokasse (ab 1h vor Veranstaltungsbeginn): +49 (0)30 20 304 770

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etc is poetry. Poesie, Poetik, Positionen – Vortrag und Gespräche

Der Lyrik-Boom ist ungebrochen. Allerorten wird die Stimmenvielfalt und hohe Qualität der gegenwärtigen Lyrik beschworen, die letzten beiden Jahrzehnte werden als „Blütezeit der deutschsprachigen Lyrik“ bestaunt. Poesiefestivals melden Rekordzahlen, ein mehrtägiger Festivalkongress („Fokus Lyrik“) zieht eine erste Bilanz, einordnende Untersuchungen wie die von Christian Metz (Poetisch denken) oder neue Anthologien entstehen. So viel Lyrik war nie, ist man versucht zu konstatieren. Doch wie sieht die Realität des Buchmarktes aus? Vor allem: Was hat sich in den letzten Jahrzehnten in ästhetischer Hinsicht geändert? Was ist ein Gedicht, was kann es sein, was bedeutet die „performative Wende“? Welche Rolle spielt das Verhältnis zu den Älteren, zur Tradition?

Michael Lentz eröffnet mit einem Vortrag über das Spannungsverhältnis von Schrift und Stimme. Dichter-Tandems sprechen über ihre Gedichte und Poetologien. U.a. mit: Steffen Popp, Ulrike Draesner, Monika Rinck, Nico Bleutge, Anja Utler, Aleš Šteger, Fiston M. Mujila, Nora Bossong, Thomas Rosenlöcher, Michael Braun, Daniela Seel, Volker Braun, Kerstin Hensel, Ursula Krechel, Harald Hartung. Die LyrikNacht am Samstag begleiten musikalisch Angelika Niescier (sax) und Julia Kadel (p).


Programm, Freitag, 25.10.2019

18 Uhr / Begrüßung: Kerstin Hensel
Vortrag: Michael Lentz „Ohrüberprüfung und Zahlenkontrolle. Arno Holz’ Phantasus im Licht der Stimme“

19 Uhr / Dichter-Gespräch I
Ulrike Draesner – Steffen Popp

19.45 Uhr / Dichter-Gespräch II
Monika Rinck – Angelika Niescier

20.30 Uhr / Dichter-Gespräch III
Nico Bleutge – Anja Utler

21.15 Uhr / Dichter-Gespräch IV
Aleš Šteger – Fiston Mwanza Mujila

Programm, Samstag, 26.10.2019

17.30 Uhr / Dichter-Gespräch V
Nora Bossong – Thomas Rosenlöcher

18.15 Uhr / Podiumsdiskussion
„Zwanzig Jahre Lyrikboom – Einsichten, Mythen, Ausblicke. Eine Standortbestimmung“
Mit Michael Braun, Michael Lentz, Daniela Seel
Moderation: Insa Wilke

20 Uhr / LyrikNacht
Mit Nico Bleutge, Nora Bossong, Volker Braun, Ann Cotten, Ulrike Draesner, Harald Hartung, Kerstin Hensel, Ursula Krechel, Michael Lentz, Fiston Mwanza Mujila, Steffen Popp, Thomas Rosenlöcher, Kathrin Schmidt, Aleš Šteger, Ulf Stolterfoht, Sebastian Unger, Ron Winkler

Musik: Angelika Niescier (sax) und Julia Kadel (piano)

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