A B G E S A G T AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG “Küchenzeilen” Vernissage – im Beisein der Künstler*innen und Lesung

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Leider müssen wir die Vernissage wegen Corona Quarantäne
von Teilnehmern vorsichtshalber absagen.

Wir werden in Kürze einen neuen Termin bekanntgeben.

 

 

Ein Projekt des Kollektiv Barnay

gefördert vom Kulturbeirat des Bezirksamt Wilmersdorf-Charlottenburg 

(Interviews und Texte: Nadine Aßmann, Heike Falkenberg; 
Fotos, Trailer, Poster: Michael S. Ruscheinsky)

Durch den letzten Lockdown ausgebremst, konnten wir nun endlich dieses wundervolle und spannende Foto- und Interviewprojekt fertigstellen. Wir sind überaus dankbar, dass uns fünf Künstler*innen unterschiedlichster Sparten einen besonderen Einblick in Ihre bewegenden Biographien und Ihr Zuhause gewährt haben und laden Sie herzlichst ein unsere Ausstellung zu besuchen.

 

Das Konzept

 

Das Kollektiv Barnay der Künstlerkolonie Berlin e.V. hat fünf Künstler*innen der Künstlerkolonie in ihren Küchen interviewt und fotografiert. 

 

Die Ausstellung „küchenzeilen“ erzählt von den Biographien dieser vielseitigen Künstler*innen und dokumentiert damit mehr als 350 Jahre bemerkenswerte Lebensabenteuer.

 

Harry Oschitzki (*1930 – Opernsänger)

“Heute ist ja alles ganz anders. Auf eine Art ist es schwieriger geworden von der Kunst zu leben. Doch damals war Krieg und ich wurde als jüdischer Mensch verfolgt. Trotzdem konnte ich meinen Kindheitsraum erfüllen! Ich habe nie die Zuversicht und das Vertrauen in das Menschliche verloren.”

Gerda Schulz – (*1931 – Tänzerin)

“Es war hart. Ich konnte nach dem Krieg nur Tänzerin werden, weil ich mit 15 noch einen kindlichen Körper hatte. Denn wir hatten ja nichts zu essen. Wenn ich tanzte war ich glücklich. Und es gab damals nur selten einen Grund glücklich zu sein. Der Tanz war für mich dieses seltene Glück.“

Anita Kupsch (*1940 – Schauspielerin)

“Man darf nicht glauben, wenn man einmal eine große Rolle gespielt hat, bleibt das dann so. Ich würde jedem raten, den Beruf zu lernen. So, wie man auf dem Bau lernt, Fenster einzusetzen. Ich bin keine Künstlerin. Ich bin Anita. Ohne irgendwas. Ich habe hart an meinen Texten gearbeitet, aber ich bin keine Künstlerin.”

Kornelia Boje (*1942 – Sprecherin, Schauspielerin, Fotografin)

“Ich war sehr mickrig, als ich geboren wurde. Drei Wirbelkörper nicht fertig ausgewachsen. Das hat mir zwei Rückenoperationen beschert und den eisernen Willen: Leben. Dennoch! Ich lande nicht im Rollstuhl!”

Manfred Stavenhagen (*1944 – Lebenskünstler):

“Jeder Mensch ist Künstler und jeder Mensch hat Talente. Der eine entwickelt sie, der andere entwickelt sie nicht. Und wenn man ein bisschen Geist hat, dann lernt man das Wort Toleranz zu leben. Das erwarte ich vom Künstler.”

 

Die Ausstellung 

 

Bis heute leben viele Künstler*innen aller Sparten und Gewerke in der ehemaligen Gartenstadt.

Die Ausstellung „küchenzeilen“ versteht sich als Auftaktveranstaltung einer über Jahre geplanten Dokumentation und stellt 2021 die Künstler*innen Kornelia Boje, Anita Kupsch, Harry Oschitzki, Gerda Schulz und Manfred Stavenhagen vor.

 

Das Kollektiv Barnay

 

Das Kollektiv Barnay ist ein Zusammenschluss Berliner Künstler*innen. 

 

Die Gründerinnen Nadine Aßmann und Heike Falkenberg wohnen seit Jahren in der Künstlerkolonie und konnten viele Kontakte zu ihren Nachbar*innen knüpfen. Diese Vertrauensbasis ermöglichte es ihnen – gemeinsam mit dem Fotografen Michael Ruscheinsky- die Künstler*innen in ihren Küchen zu besuchen und zu interviewen. 

 

Die Berliner Künstlerkolonie  

 

Die unter Denkmalschutz stehende einzige Künstlerkolonie Berlins liegt im Herzen des Bezirks Charlottenburg Wilmersdorf und wurde von 1927 – 1930 auf Initiative der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger und des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller errichtet. Die denkmalgeschützte Wohnanlage birgt ein in Vergessenheit geratenes, historisch und künstlerisch bedeutendes Erbe. 1930 lebten rund 300 Künstler*innen in den als Gartenstadt konzipierten Wohnblocks. 

 

Einsetzende Terror- und Repressionsmaßnahmen vereitelten die Vision gemeinschaftlichen Wohnens und künstlerischen Arbeitens und die vielen Gedenktafeln und Stolpersteine erzählen von diesen Schicksalen.

 

Die Ausstellung „küchenzeilen“ lädt die Besucher ein, diesen besonderen Teil Berlins kennenzulernen.

  

Lesungen

 

Zusätzlich zu den kurzen Interviewausschnitten, die innerhalb der Ausstellung verschriftlicht sind, bietet das Kollektiv Barnay ausführliche Lesungen der geführten Interviews an.

Auszüge aus dem Buch „Künstlerkolonie Wilmersdorf“ des Autors Manfred Maurenbrecher werden weitere Einblicke in die Geschichte dieses fast vergessenen Ortes gewähren. 

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